Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 1. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492408-6582237-8773745--4126-4859161- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wie auch die Hilfsbestrebungen als solche kennzeichnen, hinter denen die Hauptsache keineswegs zurticktreten darf. Mit aufmerksamem Blicke werden wir den Bahnen der Bibelwissenschaft folgen und uns bemühen, Spreu und Korn da von einander zu sondern. Wir wollen dabei die Bibel mit selbständigem Streben in unserer eigenen Mitte zu erforschen suchen und jede Spur solcher Bemühungen mit Freude aufgreifen und kennzeichnen. Auch auf dem Boden der Geschichte wollen wir fort wirken, wie wir ja von jeher gerade hier anregend und fördernd gewirkt haben. Ebenso soll die jüdische Literaturgeschichte und die vergleichende Wissenschaft der Literaturen von uns ferner gepflegt werden, wie überhaupt alle Gebiete des jüdischen Wissens. Von unseren Mitarbeitern und Lesern erhoffen wir auch fernerhin Unterstützung und Förderung. Berlin, im April 1U12. Die Redaktion. Dr. L. A. Kosenthal, Rabbiner Zur Gründung eines Talmud verein*.*) Keine Institution wird niedergerissen, ohne sich selbst vorher innerlich aafgelöst zu haben, keine menschliche Gemeinschaft wird von anderen unterdrückt, ohne dass sie willig die Wafion niedergclegt hätte. Das klassischeste Beispiel dafür bietet das Judentum. Ja, wir Juden haben unsere bestbewährte Verteidigungswaffe, unsere geschlossene auf dem uralten Bunde beruhende Solidarität weggoworfen. Erst von uns ward die lebendige Quelle unseres Bundes ausgeschaltet; die grosse konzentrierte jüdische Tradition in Religion, gemeinschaftlichen Geschicken, in Sprache, Sitten und Gebräuchen; dann klafften *) Unser Artikel in roriger Nummer, die Gründung von Talmüd vereinen betreffend, ist nicht ohne Erfolg geblieben. Der Verfasser dieses Artikels, Herr Reinherz, hat selbst die Anregung zur Gründung eines Vereins gegebeh, der frisch und mutig an die Lösung der wissenschaftlichen Aufgaben ghiit^umf daraus eine Belebung des gesamten jüdischen Lebens erhofft. Gern haben wir diesem Artikel unsere Spalten geöffnet, dem Verein unsere Mitwirkung geweiht Die Redaktion.