Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 140 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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140 hier vermutet werden, eine sehr geringe, und selbst diese vermindert sich noch bei genauem Hinblicke. Das Meiste, was uns hier entgegentritt, ist geringfügiger Art, bezieht sich vielfach auf מלא und חסר, auf grammatische Feinheiten — im besten Falle können Gedächtnisfehler aas den balachischen Midraschim in den Jalkut übergegangen sein; in anderen Fällen lag den Targumisten und (Jebersetzern eine gleiche Ausdrucksweise nahe. Das Bach Josaa, das von den 70 so ganz verschieden überliefert wird, ist der beste Probstein; da hätten sich grössere Unterschiede finden müssen, und das ist nicht der Fall gewesen. Vf. selbst hat in den kurzen Vorbemerkungen das Alles angedeutet; demnach ohne Ueberschätzung die Ergebnisse seiner Arbeit gekennzeichnet. Seine Versuche gehören trotzdem zu den wichtigsten, die auf textwissenschaftlichem Gebiete gemacht werden können (auch bez. des M. T.). Für die Fortsetzung hätten wir einige Wünsche: Die Benutzung einer solchen Arbeit muss dem Leser erleichtert werden. Da beisst es Groppen von Wahrnehmungen schaffen, die von einander zu scheiden sind. Die Beziehungen des Textes zu den verschiedenon Uebersetzungen geben eine gute Sonderabteilang. Die Ver- Wechslungen gleichlautender Sätze; die Uebersetzungseigentümlichkeiten; die Gedäcbtnisfehler; die halakhische Gleichgiltigkeit gegen Nebenzüge — das Alles gäbe dem Leser gesondert die Möglichkeit, besser mit dem Vf. mitzudenken und mitzaempfmden. Ich kenne die Prolegomema za dem Werke nicht und weiss nicht, ob im Voraus darin .diese Forderungen irgendwie Berücksichtigung gefunden haben. Ein Mann wie Aptowitzer braucht nicht so bescheiden zu sein, nur den Stoff za bieten. Die meisten Leser werden mehr wünschen, und es wäre Schade, wenn eine solche Arbeit nur von den wenigen Mitstrebenden geschätzt werden sollte. Möge die Fortsetzung bald und in obigem Sinne gestaltet erscheinen. S. Müller, Jüdische Geschichte von der Zerstörung des zweiten Tempels bis zur Gegenwart. In Charakterbildern dargestellt. Mit 13 Bildnissen. 333 Seiten. Stuttgart, Metzler 2,75 Mk. Von Müller in Heidelberg sind schon mehrere Werke über biblische und jüdische Geschichte bekannt. In der vorliegenden Geschichte ist er zu der Art zurückgekehrt, hervorragende Personen zu Mittelpunkten der Gesamtdarstellung zu machen, was ja auf die Jugend immer eine ganz besonders anregende Wirkung ausübt. Er ist den verschiedensten Richtungen gerecht geworden und hat sich redlich bemüht Niemanden zu verletzen. Darum hat er keine Lieblingshelden ץ and keine geschichtlichen Stiefkinder.