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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 2. Heft. (1911) · p. Seite 80

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
2. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 80 (sequence 32)
Language
German
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80 meisten Glieder irgend einer Zunft redlich sind, es aber eine unredliche Minderzahl gibt, hat man sich fernzuhalten1). In R. Nehorai tritt die strenge Richtung hervor, die nur die Thora will, alles Andere dagegen Gott anheimsteUt. b) So haben wir in Kidduschin, am Ende des Naschimseders, die genaue Fortführung dessen, was in Peah und in Bikurim bezüglich der Verehrung der Eltern, des Thoralernens und der menschliehen Arbeit angeregt worden ist. c) Und was hier von der Verehrung der Eltern gesagt worden ist, das findet merkwürdiger Weise seine Fortsetzung in Horijoth, am Ende der nächsten Mischnaordnung Nesikin (H6,6a). Hör. 3, 7 heisst es: ״Der Mann geht der Frau voran bezüglich der Pflicht, sich zu erhalten und das Verlorene wieder zu erstatten; die Frau geht dem Manne vor in Bezug auf das Gewand und im Recht auf dem Freikauf, wenn sie in Gefangenschaft ist. Stehen Beide in Gefahr sittlichen Verderbens, 80 geht der Mann der Frau vor.“ Klingt das nicht ganz ähnlich, wie wenn in Kidd. die verschiedenen Pflichtenkreise und die Rechte der Eltern, wie der Kinder auseinandergesetzt werden? d) Aber ein Blick in T Horijoth 2, 5 belehrt uns, dass auch die anderen in Kidd. berührten Gebiete hier nicht fehlen. ״Wenn Er, sein Vater und seine Lehrer in Gefangenschaft sind, geht (bezüglich der Pflicht der Befreiung) er seinem Vater und seiner Mutter vor. Wer ist sein Lehrer? Derjenige, der ihn die Weisheit (der Thora) und nicht Derjenige, der ihn ein Handwerk gelehrt hat.“ Dabei kommt uns ein anderer Satz in den Sinn, der sicher diesem verwandt ist: ,Er und sein Vater haben etwas verloren, so geht das Seine vor; er und sein Lehrer, so geht das Seine vor; sein Vater und sein Lehrer, so geht das des Lehrers vor; denn sein Vater gab ihm das zeitliche und sein Lehrer, der ihn Weisheit gelehrt hat, gab ihm das ewige Leben; ist sein Vater ein Gelehrter,-so geht das des Vaters vor. Trugen sein Vater und sein Lehrer eine Last, 80 erleichtere er sie erst dem Lehrer, dann dem Vater; waren sein Vater und sein Lehrer in der Gefangenschaft, so befreie er seinen Lehrer (BM 2,11).“ Dass diese Sätze denen von T Hör. verwandt sind, beweist auch T2,30, wo der Streit, wer der Lehrer ist, ganz die ') Nach B. Jehada im Namen Abba Goriona.

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