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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 11 u. 12. (1909/10) · p. Seite 192

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
32 (1909-1910)
Issue
No. 11 u. 12. (1909/10)
Date
1909-01-01
Page
Seite 192 (sequence 16)
Language
German
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192 Die vorliegende Promus’sche Schrift ist bereits 1905 bei Died’erichs erschienen — hätte ich sie mir nicht schicken lassen, so hätte ich nicht gewusst, dass Promus älter ist als Drews, und dass er auf '69 Seiten, immer bescheiden im Schatten seiner Vorgänger wandelnd, ein sehr sicheres Bild der Frage mit ihrem Für und Wider, mit dem Anteil seiner Vorgänger daran uns geboten hat. Drews hat in der früher von uns angegebenen Weise diese Dinge mit einigen n<*uen Annahmen versehen, die gerade wegen ihrer geringen wissenschaftlichen Zuverlässigkeit leicht zu widerlegen waren. Im Grossen und Ganzen gelten die gleichen Gründe gegen Promus, wie gegen Drews. Vielleicht ist aber demjenigen, der solche Opanken aus der Studierstube in die Massen werfen will, eiR derartiges Selbstbewusstsein nötig, vielleicht ist ihm der Schein des Entdeckers und das stürmische Vorgehen notwendig, um zu wirken. Die Partei mag dem erfolgreichen Stürmer weitgehendste Anerkennung weihen — die Wissenschaft fragt, wie bei Erteilung des Doktorgrades, nach dem Selbständigen und Wertvollen in der Darstellung. Um das zu finden, muss Man Katthoff und Promus vor Drews lesen, sich aber immer vorstellen, dass der ganze Gedanke sehr zu bezweifeln ist. Wir werden auf Promus noch bei der dcmnächstigen Betrachtung der Arbeiten von Chwolson, Maurenbrecher nhd ähnl. noch einmal zurückkommen, bei dieser Gelegenheit aber die gegen Drews und den ganzen Gedanken abgegebenen Stimmen prüfen. Dr. Eugen wölbe, Oberlehrer: Ludwig August Frankl! der Dichter und Menschenfreund. VII und 148 S. Frankfurt, Kauffmann 1910. Der Name Eugen Wölbe ruft in uns das Bild des jugendkräftigen und jugendfreundlichen Mannes hervor, der weder im Leben, noch in seinen Büchern ein Spielverderber ist. Kräftig zugreifend, wo sich ihm die geeigneten Gegenstände bieten, versenkt er sich dann mit Liebe und Anhaltsamkeit in die gewählten Stoffe, scheut keine Mühe, um aus recht vielen Einzelheiten sich die Bilder der umrissenen Persönlichkeiten nachempfindend herzustellen und sie dann mit warmem Gefühle für die Jugend im Buche festzuhalten. So hat er es mit ״Kaiserin Augusta“ getan, deren Bild er vorzugsweise mit Darlegung ihrer Wohltätigkeitsbestrebungen der Jugend näher zu bringen gewusst hat. In Berthold Auerbach hat er einen vielseitigen Schriftsteller mit weitverschlungenen Lebensbahnen, -Beziehungen und -Richtungen lebensvoll und fasslich gezeichnet; sein Sir Moses Montefiore und sein Major Burg werden den vielgestaltigsten Bestrebungen und der Glaubenstreue im Festhalten des Eignen unter grossen Opfern gerecht, und sehr gut ist es dem Verfasser gelungen, das Geschichtsbild durch kleine Einzelheiten zu beleben und die Zeitalter zu kennzeichnen. Die Wirkung von Major Burg auf die reifere Jugend haben wir in eingehenden gemeinsamen Leseabenden erprobt, und ich muss sagen, dass die Wolbe'sche Darstellung äusserst fesselnd und erwärmend gewirkt hat. Die neue Arbeit Wolbe’s, Ludwig August Frankl, muss so schon an sich das beste Vorurteil für sich erregen. Dass wir noch eine besondere Vorliebe dafür haben, liegt u. a. in dem Umstande, dass wir und unser jugendlicher Schülerkreis im Verein mit einer Anzahl von älteren Freunden unser Schule durch die Liebenswürdigkeit Wolbe’s in der Lage waren, eine Vorlesung der Handschrift durch den Verfasser mitzumachen, worin der schwierige Stoff durch Wolbe’s frische Art allen Anwesenden völlig klar und greifbar vorgeführt wurde. Wir erkennen in vorliegendem Werke alle Vorzüge der Handschrift gesteigert wieder. Wölbe hat, wie es seine Art ist, auch hfer das weniger Geeignete in den Hintergrund gedrängt, das für die Jugend Anregende kräftig hervorgehoben, ist der eigenartigen Dichternatur Frankls gerecht geworden und hat damit der Jugend ein kostbares Geschenk geboten. Seine menschheitlich und vaterländisch sich gebende Alt ist, wenn es manchen Richtungen auch nicht so erscheinen könnte, dennoch mit der Absicht verbunden, die Jugend zugleich mit Anhänglichkeit für das Judentum zu erfüllen. Es ist begreiflich, «fass* die Jügendschriftenkommission der Grosslöge Wölbe %hit .einem. Preise ausgezeichnet hat, und die hoffentlich recht Ttählreishen Leser, die wir dem auch äusserlich so’ wohlausgestatteten Buche wünschen, werden mit den Preisrichtern gewiss übereinstimmen. I Neuester Verlag von Ferdinand Schöningh, Paderborn. Baumstark, Dr. Anton FestMer und Kirchenjahr der fyrifchen Jakobiten. Eine liturgiegeschichtliche Vorarbeit. Auf Grund handschriftlicher Studien in Derusalem, Damaskus und syrischer . •Handschri tevKataloge. (Studien zur ־ Geschichte und Kultur des Altertums. 5—3 .111 ״. Heft.) 320 Seifen, gn 8. ־. br. Fl. 8,—. Band VI (in 2 Heften) des hebräischen Werkes תולדרת ישרא^ Geschichte Israels nach den Urquellen neu und selbständig bearbeitet von W. J a w i t z enthaltend die Zeit von dem Untergange des jüdischen Staates bis zum Tode des . Rabbi Jehuda II Nessiah * Zu beziehen beim Verfasser W. Jawitz, Berlin, Ariilleriestrasse 28 Preis des VI. Bandes Mk. 6.—, der vorigen 5 Bände ä Mk. 3.—

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