Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 9. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 167 (Verhältnis zum ״Fuss“)» II. Durch den Zahn und den Fuss, 1 1) Pentateuchstellen, 2) Unterarten von ״Zahl“, 3) von j ״Fuss“ E. Die Beschädigungen durch die Grube und ihre i Unterarten. F. Flurbeschädigung. Unterarten. G. Feuer- I schaden. Unterarten. H. Wiederaufnahme der Erörterung | über ״Fuss“. Dabei sind wir noch über einige vom Vf. : bemerkte Unterabteilungen der Kürzewegen hinwe;gegangen. j Den Zusammenhang hat Vf. hier gut dar!;elegt und damit ist er einer Hauptaufgabe jeder Wissenschaft und wie I ich stets betone, auch der talmudischen in etwas gerecht 1 geworden. Auch eine Einleitung finden wi ■ bei ihm. Und zwar eine Einleitung in Mischna und Gema a, auf 20 Seiten. Demnach auch eine Einleitung in sein E uch. Soll sie für Leser von Babakama bestimmt sein? Wovon z..B. 1 Sera im handelt? Fromer meint ״über den Feldbau“, und es sind doch nur die gottesdienstlichen Pfl chten des Landmanns behandelt. ״Die Exegeten suchen den Talmud ohne Rücksicht auf seinen Inhalt zu erklären. ‘ MerkwürdigI Es soll wohl heissen ohne Rücksichtauf seine geschichtliche Stellung! Das tun doch aber auch heute die Meisten, soweit sie nicht Quellen- Scheidungen versuchen. — Fromers Vokalisationsregeln müssten ebenfalls fallen gelasseu werden, wie e ■ von so Vielem gewichen ist, was er früher behauptet hat Seine Realkonkordanz ist eine sachlich;[eordnete Inhaltsangabe mit Bezeichnung der Fundstellen. Wenn sich Goldschmidt die Milhe nähme, die Anfangsangabi n seiner Traktate mit geringer Erweiterung in dieser Weise zu ordnen, so wäre die lang entbehrte Arbeit da, md man brauchte deswegen nicht Berge in Bewegung zu setzen. Ein Beglcitzettel des Verlags gibt die Traktate von Nesikin in der Reihenfolge an. Dabei vermisse ich eine Schlangenlinie um die drei Babas nebst der Angabe, dass sie den Traktat Nesikin bilden (wie Kelim mit 30 Abschnitten in der Tossefta Babakamä mezia bathra hat). Synedrin soll nach ihm Rechtsprechung enthalten, Die vorhergehenden Traktate nicht? Vielmehr enthält synedrin Bestimmungen über Gerichtshöfe und ihr Eingre len in’s Strafrecht (hier dargestellt) und ins Zivilrecht. Ich vermisse hier die Angabe, dass Makkoth die Fortsetz jng enthält. Inhaltsangabe von Makkoth lautet Geissli ng, Behandlung der Zeugen (dabei fehlt Behandlung des Tod- Schlägers). In Schebuoth gibt es noch Reinheitssatzungen (mit Bezug auf das Sühnopfer.) Verfasser kann nicht sagen, dass dies nicht in-seinem Plane läge. Wozu denn sonst diese ganze Inhaltsangabe? So enthält dies Heft viel Unnützes, viel Ungleichartiges, manches Tüchtige. Fromer ist ein schnellfolgernder Geist, aber ihm fehlt die Fülle der trockenen Einzelheiten; seine Werke haben zuviel Umriss, zu wenig Füllung. Wir haben nur immer Pläne, Proben, Voranschläge von ihm gesehen. AI le menschlichen Arbeiten sind tm besten Falle ja nur Proben und Voranschläge — aber die Probeflaschen dürften etwas grösser sein. Und es bestätigt sich hier, was wir früher ausgesprochen; Es fehlt Fromer an der Ruhe, ein Schrifttum bis in seine Einzelheiten zu untersuchen, die winzigen Kleinigkeiten in’s Auge zu fassen, die eine Bestimmung der verschiedenen Quellen, darum des Werdens und des Geistes ermöglichen. Was soll dagegen die Forderung eines fehlerfreien und vokaFsierten Textes ausmachen, die Verfasser auch jetzt erhebt und durch seine Art des Arbeitens herstellen will? Wer Lesarten bestimmen und eine bestimmte Handschriftlorm als die geeignete auswählen will, muss vor allem den Inhalt des Talmuds umspannen, um das dem Sinne nach Echte oder Unechte feststellen zu können. Und das Beispiel der Bibelforschung besagt, wie weit man in Verschlimmbesserungen irren kann, trotzdem man Inhalt und Wortlaut der Bibel von Kind an umfasst. Nun gar hierin einem Schrifttum, das seinem weitesten Umfange gemäss schwierig und rätselhaft ist, wobei die erste Forderung wäre, die eigenen Lesunarten zu beseitigen, ehe man die Lesarten sucht. Wenn jede neue Wahrnehmung Fromerzu einer Umgestaltung seiner gesamten Plane treibt (diesmal waren die Kritiker die treibenden Geister), so werden seiner Pläne und Probefahrten noch unzählige sein. Drum nonum prematur in annum I Vorliegendes Heft zeigt einen Fortschritt nur auf dem Gebiete der Zusammenhangserkenntnis — alles andere ist schwächliches Wiederkäuen des früher schon Gebrachten, der bekannten loci communes oder der längst widerlegten Sonderbarkeiten. Louis Lamm, Verlagsbuchhandlung:, Berlin C. 2 Ackermann. R Beschickte der3uden in Brandenburg a. d. bauel.!906 4 fflk., geb. 5 fflk. Ackermann, Ä. Geschichte der Juden in Brandenburg a. d. Havel. 1906 4 Mk., geb. 5 Mk. Auerbach, b. H. Geschichte der israelitischen Gemeinde Halberstadt, nebst einem Anhänge ungedruckter, die Literatur, wie die religiösen Verhältnisse der Juden in Deutschland in den letzten zwei Jahrhuuuerten betreffender Briefe und Urkunden Halb^1S!'6. 3 DO; 120־. Uck, Lao. Das Wesen des Judentums. (Schriften der Ge- Seilschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums) 1905. ■i.,— Mk. geb. 3 Mk. hrback, Hugo. Geschichte der Juden in Nürnberg und Fürth. Auf Grund des vorhandenen Materials der in den Königlichen Archiven zu Nürnberg befindlichen Akten und Urkunden, der Archivalien im Kultusgen einde besitz etc. etc. bis auf die Neuzeit ergänzt, berg 1878. 3,- Mk.; 1,50 Mk. *•mtald, S. Kämpfende Geister im Judentum, graphien. 2,50 Mk.; geb. 3, 0 Mk. Nürn-! Bio- Jm gleichen Verlage erschienen« Ettlinger, J Abhandlungen und Reden zu dessen 100jährigem Geburtstage, hrsg. von Dr. L. M. Bamberger 1 (einz.) Lfrg. Schildberg 1899. 1,50 Mk.; 1,— Mk. Fuchs, E. M. Ueber die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken 1909 (anastat. Neudr.) 3 Mk. Haenle, S. Geschichte der Juden im ehern. Fürstentum Ansbach. Mit Urkunden und Regesten. Ansbach 1867 3,- Mk.; 1- Mk. Heller, Jomt. Upm., Megillat Ewo. Selbstbiographie. Geschichte der erlittenen Verfolgungen u. seiner Ge-, fangenschaft. Hebr. Text nebst deutscher Ueber- Setzung. Anastat. Neudruck. 2,— Mk. Hess, Moses. Jüdische Schriften, hrsg. u. eingel. von Th Zlocisti. 3,50 Mk.; geb. 4,25 Mk. Jehuda-ha-Levi. Das Buch Kusari n. d. hebr. Texte d R. Jehuda über Tibbon m. dtsch. Uebers. v. David Cassel. 1909 (anast. Neudr.) 9,— Mk.; geb. 10,80 Mk I