Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 9. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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flo. 9—1909• 3al?rfl. XXX11. jüdischd י Begrü Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden literarischen örsebeinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Gesdiidite. fltbnograpbie. Cbeologie, Orientalia, fixegese, <»«$1 Homiletik, Eiturgik und Pädagogik. ©*> mit Citcratur-Blatt. idet von Rabbiner Dr. m. Rahner. - Bücher der einschlägigen Citeratur, deren Oerantinortlicber Redakteur: Besprechung in diesem Blatte gewünscht fabb. Dr. C. JI. R0$t*fbal Wird, sowie Briefe und Manuskripte sind n Berlin, Boyenstrasse 41. ®ai an die Redaktion einzusenden, jks Uaterstltxaag der Rnnxstiftang. \ Rabnur״ *׳jadisches Eiteratur-Blatt‘ er Jaserate werden mit 30 Pfg. die dr Abdruck einzelner Artikel nur ■ icbeint Monatlich und kostet, uom Herausgeber bezogen, jährlich 4 IRb. eigespaltene Zeile berechnet und sind an den Redakteur zu senden. lit der Angabe : ״Au* Rahmer’t JDd. Literatur-Statt" gettattet. Wir bitten, soweit es noch1 ni einzusenden. :ht geschehen ist, uns die Beiträge für den Jahrgang 1908 Die Redaktion. Rabbiner Dr. L. Rosenthal. Inhalt von No. 9: Die Christliche Theologie Pentateuch. — Besprechunge jnd das Judentum. — Betrachtungen über Hosea. — B. Jakob; Der 11: ״Der babylonische Talmud“ von Dr. Jakob Fromer. — Anzeigen. f־־V _ ״ _ן• _! I •_ _ J J _ _ I J _ Die Christliche Theologie und das Judentum. Arthur Drews. Arthur Drews hat mit seinen Berliner Auftreten die Frage ״hat Jesus gelebt“ wieder in Fluss gebracht. Berlin zeigte das gleiche Bild, wie bei jedem Auftauchen vielversprechender Erörterungs- Stoffe. Denken wir an Delitzsch’s Losung ״Babel und Bibel“, denken wir an die ״ethische Kultur“, denken wir an Egidy’s ״ernste Fragen“ Wir haben derartige Zeitströmungen unter der Gestalt der Ewigkeit in ihrem Verhältnis zum menschlichen Geistes-, Gefühls- und Glaubensleben, besonders, um uns nicht zu verlieren, zu den gleichen S;iten im Judentum zu betrachten. Geben wir dem Anreger die Ehre und wenden uns der Arthur Drews’schen ״Christusmythe“ (XII und 190 S., Jena, Diederichs 1909, b־osch. 2 Mk., geb. 3 Mk.) zu, ehe wir weitere Schriften heranziehen. Sein Buch stimmt im Wesentlichen mit dem Inhalte seiner jüngsten Berliner Vorträge überein, wonach Jesus nie gelebt hat, seine Gestalt dagegen nur die Verkörperung der Bestrebungen und Geistesströmungen ist, die um die Wende jener Zeit alle Völker der Erde, zumal Westasiens, berührten. Spuren von Heilandsgestalten, von ihrem Opfertode, von ihrer Wiederauferstehung, ja, Spuren von Einzelheiten, wie das Abendmahl, das Lamm, das Kreuz solche bieten, Spuren der Geburtsgeschichte, der frühen Gefahr und ähnlicher Bestandteile findet Drews in Persien, Indien, selbst in Betlehem. Paulus selbst hat nach Drews auf einen geschieh! liehen Jesus keinen Wert gelegt, sodass auch von Seiten seiner Briefe kein Beweis für eine Person Jesu ן jeführt werden kann. Auch nir die Petruslegende, die Stütze der Kirche, findet Drews eine Anzahl Ar hältspunkte. Wird nun von der Gestalt und Ueberlieferung des Christentums ganz abgesehen und der Zukunftsglaube, der sich von der Jesusgestalt herschreiben soll, dargestellt, so langt Drews bei dem 11 leinandersein von Mensch und Gott an, bei einem Monismus,' der nicht den Stoff allein vergöttert, so idern noch in ihm das Ding an sich oder einen Ersatz dafür sucht. Wir haben früher*) gezeigt, da: s der Monismus Drews’scher Gestaltung auf den Monotheismus lossteuert, während der eigentliche strenge Monismus Materialismus ist, was er doch nicht sein will. Drews ist nicht der Erste, der Jesu Geschichtlichkeit anzweifelt, so wenig Delitzsch mit seiner Losung ״Babel und Bibel“ der erste w ar. Aber durch Delitzsch hat es gerade die Geister entfacht, sodass man allgemein in ihm den Entdec ker des Gedankens sehen musste. K a 11 h o f f war es dagegen, der in seinen Schriften, mit grossem Fleisse ins Einzelne gehend, das gleiche nachzuweisen gel) S. vorige Nummer.