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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 8. (1909) · p. Seite 159

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
32 (1909-1910)
Issue
No. 8. (1909)
Date
1909-01-01
Page
Seite 159 (sequence 7)
Language
German
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159 — diese Arbeiten hier Rücksicht nimmt, ohne! dass ihnen von massgebender Seite die notwendige Unte Stützung geboten wird, sodass man als Einzelkämpfer langsam, aber doch sicher damit herankommt und schliessli! :h hoffentlich noch sein Ziel erreicht; aber wie schwierig is das bei der Verkennung des ganzen Gegenstandes und >eim berufsmassigen Todschweigen von Ergebnissen derEin :elforschnngl *״-־*״-— *——״י■ ׳"1־—*-— pebiete, hat nannt. Und dass ich seit Vf., einer der berufensten auf talmudischem bei dieser Gelegenheit meinen Namen nicht gt 1 dennoch hätte ihm bekannt sein müssen, c! Jahren gerade dem Zusammenhang der Misch na (und im Einzelnen auch der Gemara), die Art ihrer Zusammen- Stellung und ihre ursprüngliche Gestalt zu erforschen mich bemühe. Nicht nach der hergebrachten Art, wonach die Mischna der Ordnerweisheit Juda Hanassi’s i iren Hauptwert verdankt, sondern in geschichtlicher Weise, wonach die sprachlich und sachlich zu einander gehörigen Bestandteile herausgehoben werden. Was Vf. hier sagt, dass die Mischna auf’s Gedächtnis berechnet ist (ebenso die Gemara) das habe ich in all' meinen Arbeiten im Einzelnen nach- Bewiesen; ebenso die ungeheure Bedeutung, welche die chriftordnung für dies Schrifttum hat. Man w *ist es mühsam nach — aber wer kümmert sich darum? C er Nächste, der das Gebiet berührt, tut es, — als wäre vor ihm Nichts dagewesen, als wäre er der dnaiwQ dieser F>rschungen. Und sind diese so bedeutungslos dem Gegenstände nach, und hat man mir etwa nachgewiesen, dass alle Einzelergebnisse (ja auch nur eines), trügerisch sind? Und wenn das geschehen wäre, ist eine Erörtert ng solcher Fragen in unserer Mitte auch nur möglich? Wird sie nicht ais friedestörend angesehen? Und würde sie nicht gerade die Uebelstände an's Licht bringen, die 1/f. treffend berührt hat? Auch darin hat •er Recht, d; ss Schürer nicht besser, als durch die Halacha widerlegt werden kann. Und das ist doch sehr wichtig. Vf. könnte die Nichtberücksichtigung meiner Forschungen damit erklären, dass er hier nur ein erstes Heft überden Begriff der Halacha bietet. Mit dem Halachabegriff hat er aber gerade den Mittelpunkt 11er ganzen Forschung berührt, und dieser kann nicht aus! erhalb der ganzen Entwicklung behandelt werden. Zum mindesten darf man da, wo Vf. Forderungen ausspricht oder sagen wir Voraussetzungen bietet, die solchen Forderungen gleichen, erwarten, dass er d i e Arbeiten berül rt, welche auf das ganz eigentümliche, dort angegebene Ziel losarbeiten. Aber er brauchte meine Arbeiten nicht zu kennen — auf sie wird zu wenig hingewiesen. Das maj: genügen, so ermutigend jede Spur des Beachtetseins wi kt und so betrübend und niederdrückend das Gegenteil ist Immerhin sage ich dem Vf. u. A. auch dafür meinen Dank, dass er, ohne es zu wissen, die Ziele de; Talmud- Studiums in dem von mir gewollten Sinne entschieden betont hat. Seine Schrift sei weitester Beachtung empfohlen. Dr. Doctor : Lehrbuch der jüdischen Geschichte und Literatur VIII, 228 u. 61 S. Leipzig, Gustav Engel, 1909. Im Verein mit Professor Dr. Biach-Brüx hat Dr. Doctor die Hecht-Kaiserling'sche Geschichte einer neuen Bearbeitung unterzogen. Die einzelnen Geschichtsabschnitte gehen von 568 bis 140, bis zur Aufrichtung des Makkabäerreiches; von da bis 70; dann die gesamte tannaitische und amoräische Zeit; weiterhin bis zum Aufhören des Gaonats; bis 1498; bis auf Mendelssohn; bis zur Gegenwart. Innerhalb dieser grösseren Abschnitte, die dem Stoffe eine übersichtliche Gestaltung gewähren, ist für eine vernünftige Sonderung kleinerer Teile gesorgt, die vom Schüler — es dreht sich wesentlich um ein Schulbuch — leicht zu umfassen sind. Mit Recht hat sich der Bearbeiter den ergänzenden Vortrag des Lehrers dazugedacht und den Stoff dennoch so geboten, dass mit seiner Wiedergabe der Schüler seiner Pflicht Genüge leisten kann. Um Einzelheiten zu erwähnen, ist es richtig, dass S. 8 der Fund der hebräischen Sirachstücke angedeutet ist. Konnten nicht ebensogut die neuentdeckten Papyri, die Sache der Juden in Elephantine betreffend, etwa S. 5 Beachtung finden, wodurch die Zeit zwischen Nehemia und Alexander doch in etwas beleuchtet wird? Dass die grosse Versammlung nie existiert hat, lesen wir dagegen S. 5 unten mit einiger Verwunderung. Darf man die stehende Behörde, die zwischen Nehemia und Simon dem Gerechten, gewirkt hat, deren stille Wirksamkeit man beim Wiederauftauchen des Judentums in dem grösseren Selbstbewusstsein des Volkes sich wiederspiegeln sieht, nicht also nennen? S. 8 hätte unten vonfünf Uebersetzern die Rede sein müssen, deren Tätigkeit man seit Lambertus Bos (1707) anstelle der 70 wiederholt erkannt hat. Es werden sich noch andere Einzelheiten herausstellen, die der Umgestaltung bedürfen. Die Darstellung im ganzen ist frisch und verständlich und wird Lehrern wie Schülern durchaus anregend sein. Wo sich Meinungsverschiedenheiten tiefgehender Art herausstellen könnten, hat sich Doctor bei aller Offenheit einer wohlangebrachten Vorsicht im Ausdruck beflissen. Zugekommen sind als zweiter Teil die Literaturproben׳ die von einer guten Auswahl zeugen und neben bekannten Stücken auch vieles Neue bringen. . Das Buch hat seine alten Vorzüge bewahrt und neue gewonnen und ist Schulen recht zu empfehlen. Louis Lamm, Ver agsbuchhandlung, Berlin C 2 Ackermann, fl. 6e$d)id)te der 3uden in Brandenburg a. d. Bauei. 1906 4 fflk., geb. 5 Mk. Ackermann, A. Geschichte der Juden in Branden|b Havel. 1906 4 Mk., geb. 5 Mk. Auerbach, B. H. Geschichte der israelitischen Halberstadt, nebst einem Anhänge ungedru: Literatur, wie die religiösen Verhältnisse in Deutschland in den letzten zwei Jah.. betreffender Briefe und Urkunden Halb. 18 "6 Bück, Leo. Das Wesen des Judentums. (Schriften Seilschaft zur Förderung der Wissenschaft tums) '905 Mk. geb. 3 Mk. Barbeck, Hugo. Geschichte der Juden in Nürnberg Auf Grund des vorhandenen Materials de Königlichen Archiven zu Nürnberg befindlict und Urkunden, der Archivalien im Kultusg! besitz etc. etc. bis auf die Neuzeit ergänzjt berg 1878. 3,- Mk.; t,50 Mk. Berofeld, S. Kämpfende Geister im Judentum, graphien. 2,50 Mk.; geb. 3,0י Mk. urg a. d. Gemeinde kter, die der Juden rjiunaerten 3,00; 120. der Gedjes Judendnd Fürth, r in den en Akten;gjemeinde- Nürn- 4 Bio- Jm gleichen Verlage erschienen: Ettlinger, J Abhandlungen und Reden zu dessen lOOjährigem Geburtstage, hrst». von Dr. L. M. Bamberger 1 (einz.) Lfrg. Schildberg 1899. 1,50 Mk.; 1,— Mk. Fuchs, E. M. Ueber die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken 1909 (anastat. Neudr.) 3 Mk. Haenle, S. Geschichte der Juden im ehern. Fürstentum Ansbach. Mit Urkunden und Regesten. Ansbach 1867 3,- Mk.; 1,— Mk. Heller, Jomt. Llpm., Megillat Ewo Selbstbiographie. Geschichte der erlittenen Verfolgungen u. seiner Gefangenschaft■ Hebr. Text nebst deutscher Ueber- Setzung. Anastat. Neudruck. 2,— Mk. Hess, Moses. Jüdische Schriften, hrsg. u. eingef, ,von Th. Zlocisti. 3,50 Mk.; geb. 4,25 Mk. Jehuda-ha-Levl. Das Buch Kusari n. d. hebr. Texte d- R. Jehuda über Tibbon m. dtsch. Uebers. v. David Cassel. 1909 (anast. Neudr.) 9,— Mk.;geb. 10,80 Mk.

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