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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1909-01-01 · No. 6. (1909) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
32 (1909-1910)
Issue
No. 6. (1909)
Date
1909-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Do. 6.-1909• 3abrg. XXXII. üüdiscbcs Citcratur-Blan. Zur Befeuchtung aller Judentum und Juden betreuenden literarischen Qrscbeinungen aut dem Gebiete der Philosophie, Gesdjidjte. Stbnograpbfe. Cbeologie, Orientalia, flxegese, x® Homiletik, Eiturgifc und Pädagogik. @*> Begründe 0 con Rabbiner Dr. m. Rabaer. irantwörtlicher Redakteur: Rabk Dr. t. B. RoeatM in Berlin, Boyenstrasse 4t. Bücher der einschlägigen Eiteratur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briete und Manuskripte sind ®1מ an die Redaktion einzusenden, m mit Unterstiitsiiag der Zaixstittuig. Rabaefs ״Jldisebes Eiteratnr-Blatt ' erscheint aonatlich und kostet, 00m Herausgeber bezogen, jährlich 4 IHk. }■*träte werden mit JO Ptg. die dreigespaltene Zeile berechnet und sind an den Redakteur zu senden. i Abdruck einzelner Artikel nur mit der Angabe; ״Aue Rahmer’s JDd. Literatur-Blatt“ gestattet. ,־ Wir bitten, soweit es noch nicht einzusenden. geschehen ist, uns die Beiträge für den Jahrgang 1908 Die Redaktion. Rabbiner Dr. L. Rosenthal. Inhalt von No. 6: Betrachtungen über Hosea. — - Dr. M. S. Zuckermandel. Toseftä nensische und babylonische Halac l Lebenslauf des Nehemias Jehuda Leib. — Besprechungen: Rabbiner , Mischna und Boraitha in ihrem VerhäJtnis zu einander oder paiästiha. — Schöngeistiges. — Anzeigen. Betrachtungen über Hosea. (Fortsetzung) Eichhorn (III 237) nimmt an, der Prophet ״prüfe sein Weib, ob sie von ihren Buhlereien lassen könne; er scheidet sich zwar nicht von ihr. aber er entfernt sich von ihr und beträgt sich nur als ihr Freund.“ Auch sonst scheint man anzunehmen, dass 1 und 3 vom gleichen Verhältnis handle. Marti dagegen will 3 überhaupt dem Hosea absprechen und betrachtet das Kapitel als Zusatz eines andern. Dann darf es aber nicht als zweite Fassung »eiten. Denn im ersten Abschnitt ist die Gomer beim Eingehen der Ehe sicher unbescholten, sie ir t erst während der Ehe ab. Im dritten ist sie eine Ehebrecherin, die durch aufrichtige Selbstzucht wieder zur unbescholtenen züchtigen Hausfrau wird. Soll es aber dieselbe sein, so tedarf es der gesetzlichen Aneignung durch das Geld und das Getreide nicht (3z). Soll er sich wirklich von ihr getrennt haben, wie 2* auszusprechen scheint and ist sie ihren Buhlen noch nachgegangen (29); sollte es da möglich sein, dass sie ״nicht Einen erreicht hat?“ Dann müssen doch noch Fehltritte stattgefunden haben. Nach Deuteronomion 244 dürfte er sie dann nicht mehr zurücknehmen; und di:se Satzung soll doch auch nach Annahme der Wissenschaft uralt sein. Sollte 3 Zusatz eines Anderen sein, so böte es uns etwas weit Bedenklicheres, als 1. Hier wird dem Propheten ein gesetzlich beim Eingehen der Ehe doch immerhin mögliches Verhältnis zugetraut; im dritten Abschnitt soll er aber eine ״vom Nachbarn geliebte, ehebrecherische Frau lieben.“ Das konnte Hosea wohl von sich niederschreiben. Nie und nimmer hätte ein Anderer, der doch stets von der Neigung erfüllt sein musste, den verehrten alten Propheten in einer nach seiner Ansicht tadelfreieren Gestalt dastehen zu lassen, das getan. 3 als Zusatz eines Anderen scheidet also aus den Möglichkeiten aus. Es blieben dann noch zwei Annahmen: Hosea 1 und 3 sprechen von derselben Frau, und zwar von ihrer Irrung und Rückkehr; oder es sind zwei verschiedene sinnbildliche Handlungen, wo nach der Verstossung der ersten Frau die Erwählung einer anderen folgt. Sollte nun 3 die Fortsetzung von 1 sein, so hat dies den Sinn, dass durch Leiden das Volk von Gott geläutert und demnach wieder aufgeiommen wird. Da man aber gewöhnt ist, vom Propheten eine Steigerung der Wirkung zu erwarten, so ist ,las zweite Kapitel, da es zwischen den beiden sinnbildlichen Handlungen steht, eine Quelle vieler Fragen geworden.

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