Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 5. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 7)
- Language
- German
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35ו Wieder begegnen einander Akabjah und Assja, und an die Eigentümlichkeit des Samenkorns im Vergehen und Werden und Erzeugen knüpft der Lehrer das Bild des Menschen an. Akabjah verjüngt sich durch die Berührung der Mutter Erde. Bei weiterer Wanderung wird ihnen als Erfüllung des Triebes und der Erwartung die Lie >e offenbar, jede Bewegung ist eine Liebestat, voll Freuden und- Sorgen. Nur sei die Wohllust gering und das Lwigkeitswollen stark, und gewollte Ichlosigkeit ist höchst! Sittlichkeit, Männlichkeit ist Tat und Lebensbejahung seinem Machtkreise den Ewigkeitsstempel aufzudrücken: las Weib ist Erwartung, Hoffnung, an der Mannestat Teil zj haben, als Mutter sie vererben zu lassen; und wenn s e, selbst vom Mann verlassen, Mutter worden, wenn sie licht untreu ward, spotte ihrer nicht — des Ungetreuen 1 ber harrt ewiger Vorwurf. Es folgen die Fragen der Erziehung, der Begattung, der Ehe — der milden, duldsamen JVenschenbelehrung — das Ganze schliesst mit Betrachtun! en über den Weltenzweck und die erste Tat des Weltenwi lens, so dass das Ganze in der Anerkennung des Allgemeinen, des Weltenzweckes, des Weltwillens und des Weltgeistes gipfelt. Wenn man-will, kann hier der Glaube einsetzen und eine Uebereinstimmung dieses Buches mit seinen eigen; m Wahrheiten beanspruchen. Wir haben also eine Weltanschauung vor un!, welche die Form der biblischen Weisheitsschriften, z T. der hellenistischen und rabbinischen Art der Betrachtung sich gegeben hat. Dadurch ist der gediegene Inhalt 07t verdünnt und gedehnt worden — denn was in der Bibel, im Sirach, in der Sophia und im Midrasch urkräftig und belebend wirkt, bringt bei künstlicher Wiedererweckui g durch ein Kind der Neuzeit Geziertheit und Selbstgefällig!;eit, wie das Spiel mit dem Werte der eigenen Weisheit hervor. Salomo und Sirach dürfen das als Verkünder einer Gottes- Weisheit zu deren Ruhme tun — der neuzeitliche Dichter kann sich diesen Standpunkt nur zum Schaden seiner Bescheidenheit geben. Ein wirklicher Dichter hätte die gesunden Ansätze zur Gestaltung einer Fabel besser ausgenutzt und das Ganze in Gestalten und Tatsachen aufgelost oder daran angeknüpft. Zu diesen Ansprüchen veranlasst uns die Gestaltung, die Verfasser dem Ganzen verliehen hat. Der Gedankengang selbst, die Lehre der Tatsächlichkeit, der Kraftempfindung und Tat ist seit dem Göthe’schen Faust nichts Neues mehr— aber in vorliegendem Buche erscheinen die Gedanken neu, da sie von der Persönlichkeit, von der Empfindung getragen werden. Die Mischung von Kraftgefühl und Ichlosigkeit, von Selbstbewusstsein und Selbst- Verleugnung wird auch dem starkgeistigen Leser, dem Freunde des Uebermenscfven, die hier vorgetragene edle Weltauffassung annehmbar erscheinen lassen Das Hervorkehren der Tat lässt die Schrift als Werk, eines Verfassers erscheinen, der zur Gottesauffassung sich noch ein Verhältnis gewahrt hat. Wie sich der tannaitische Akabia zu dieser Schrift gestellt hätte? Das ist bei der grundsätzlichen Verschiedenseit der Ausgangspunkte eine müssige Frage. An Akabia selbst erinnert nur der von Assia geäusserte Satz: ״Wisse woher Du kommst und wohin Du gehst“ (Aboth 3); vielleicht haben die Stellen in Edujoth noch den Verfasser angeregt. Unter den gleichartigen Schriften ist ״Akabjah“ als eine der bedeutenderen anzusehen und zu empfehlen. Louis Lamm, Verlagsbuchhandlung Berlin C. 2 Ackermann, R Ge$d)id)te der Juden in Brandenburg a. d. Bauel. 1906 4 fflk.,| geb. 5 fflk. < er Ackirmann, a. Geschichte der Juden in Brandenburg a. d. Havel. 1906 4 Mk., geb. 5 Mk. Aürbach, B. H. Geschichte der israelitischen Gdn Halberstadt, nebst einem Anhänge ungedruckier Literatur, wie die religiösen Verhältnisse der in Deutschland in den letzten zwei Jahrhu 1 betreffender Briefe und Urkunden Halb. 1866.3 ( •W, Leo. Das Wesen des Judentums. (Schriften Seilschaft zur Förderung der Wissenschaft des. tums) 1905• •2.,— Mk. geb. 3 Mk. *״*•ek, Hugo. Geschichte der Juden in Nürnberg unc Auf Grund des vorhandenen Materials der ' Königlichen Archiven zu Nürnberg befindlicher , und Urkunden, der Archivalien 1m Kultusger ־ besitz etc. etc. bis auf die Neuzeit ergänzt, berg 1878. 3,- Mk.: 1,50 Mk. ®**•*Id, S. Kämpfende Geister im Judentum, graphien. 2,50 Mk.: geb. 3,?0 Mk. meinde r, die Juden iderten 00; 120. Ge- Juden- Fürth, in den Akten feinde- Nürn- 1 Bio- Jm gleichen Verlage erschienen : Ettliager, j Abhandlungen und Reden zu dessen lOOjährigem Geburtstage, hrsg. von Dr. L. M. Bamberger 1 (ernz) Lfrg. Schildberg 1899. 1,50 Mk.; 1,— Mk. Fuch*, E. M. Ueber die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken 1909 (anastat. Neudr.) 3 Mk. Haeale, S. Geschichte der Juden im ehern. Fürstentum Ansbach. Mit Urkunden und Regesten. Ansbach 1867 3,- Mk.; 1,- Mk. Hellor, Jomt. Llpm, Megillat Ewo. Selbstbiographie. Geschichte der erlittenen Verfolgungen u. seiner Gefangenschaft. Hebr. Text nebst deutscher lieber- Setzung. Anastat. Neudruck. 2,— Mk. H••», Mom*. jüdische Schriften, hrsg. u. eingel. von Th. Zlocisti. 3,50 Mk.; geb. 4,25 Mk. Jehuda-ha-Levl. Das Buch Kusari n. d. hebr. Texte d. R. Jehuda über Tibbon m. dtsch. Uebers. v. David Cassel. 1909 (anast. Neudr.) 9,— Mk.; geb. 10,80 Mk.