Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 4. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/6492408-8773722-8773727--3835-4858893- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 127 — Die Königszeit von Ahab an wird so von Elia und Elisa beherrscht, dass man diesen Teil den Profeten- Spiegel genannt, ja, dass man nach beiden Königpbüch ern zwei Prophetenspiegel unterschieden hat. I. Kön. 22, wo Micha ben Jimla vorkommti enthält nach Erbt eine Doppelschilderung desselben Vorgar gs, denn 221t, 19—js tritt Micha zweimal auf, einmal schlägt ihn Zidkija, einmal Kerkert ihn Ahab ein. Die Elia- und Ei sastellen müssen, da sie hier nicht Vorkommen, ein besonderes Buch bilden. I Kön. 19 flieht Elia, einem Bericht zufolge nach dem Siege über die Baalsdiener, nach der anderen Darstellung ist alles verloren. Elia soll Hasael lind Jehu zu Herrschern einsetzen, und doch regt Elisa hier alles an aber führt es aus. Man wollte Elisa die Zeit ntch Ahab zuweisen, während dies Elia zukam. Die Berufurg Elisa’s wird schon von Winkler auf Jehu gedeutet, wie er auch nachgewiesen hat, dass die Nabotgeschichte rieht am richtigen Platze steht. Die Gesamtverhältnisse b :dingten, dass Ahab zuerst mit Tyrus ging, die di eijährige Dürre bedeutet einen Umschwung, die Unterwerfung unter Damaskus, der Isebel durch Verfolgung Elia’s ein Ende machen will. Mit Mühe sind wir am Schluss der Ahabszeit angelangt. So gehörte Nabot vor Kap. 17. Künstlich wird der Nabdtfall zum Wende- und Argeipunkt in der Geschichte Jsraels gemacht. Auch die Wirksamkeit Elia’s unter Ahasja ist erweitert worden. e steht eint als Wahrnig ge• nur die n Ende, rde sie schichte schloss Die Beine Verrwerfen. am. So Nun ] die Elisaschrift. Nach Ahabs Tod Damaskus wieder gegen Assyrien da. Ahasja Baalsdiener sich wieder Tyrus zugewandt zu naben{, scheinlich ist Ahasja erst durch einen Kampf worden. Nun rückt Damaskus gegen Israel, und Furcht vor den Hetitern' macht der Belagerung Diese Erzählung gehört in Ahasja’s Zeit, doch in die Zeit Jorams verlegt, weil Elisa in die Ahasja’s nicht mehr eingreifen konnte. Weiterhin sich der Abfall Mesa’s nach Ahabs Tode an. seitigung der Baalssäule durch Joram bedeutet säi bindung mit Damaskus, um Moab wieder zu unt:! Die Propheten unterstützten nur damals den Jo ■; hat Elisa mit Jehu ausgeführt, was Elia aufgetra!;en war. In der Eliaquelle folgte auf Ahasja’s Tod Jorafns Ver- K5 ei G:: werfung. Die List Jehu’s jegen die Baalsdier.er gehört der Eliaschrift an, da sie sonst in Widerspruch zu den anderen Bewegungen Jehu’s stunde. Die Geschichte vom Ende Elia’s ist die Erzählung vom Ende Elisa’s. Die weiteren Elisageschichten fallen in Jehu’s und der Späteren Zeit. Naatr.ans Geschichte zeigt Damaskus’ Sieg. Wer ist nun Benhadad (1 Kön. 20), der gegen Israel zieht? Hier steht auch ein Doppelbericht. Der Sammler bedient sich zur Vereinigung der Gestalt eines unbekannten Propheten. Die Könige der Aratnaeer sind blosse Beamte, der König von Israel selbst soll seire Würde niederlegen, wozu er sich weigert. 232 Personen kommen nur heraus, indem zu den 32 Vögten der Assyrier 2C0 Personen zugezählt wurden, und die 7C00 sind eine formelhafte Folge von Worten Elia’s. Auch das Jonabuch wird hierhergezogen. In zwei Erzählungen, die einander stets ablösen, setzt es die P rophetengeschichlen von Elia und Elisa fort. Das soll die Metrik beweisen. Erbt schlägt für diese Quellen die B ezeichnurgen Zwei - u. Dreipropheten buch vor. (Schluss folgt.) Notiz. ln dem Werke ״Peasant Life in fbe fcoly lacd ‘ (Londen, Jol n Murray, Alfcemcrle Street 1£C6) wird S. 218 von leichten Hütten für Fe'darbeiter und Feldhüter gesprochen, die sich in Palästina finden. Sie bestehen aus leichtem Lautdach, dass sich über ein Gerüst von vier Stangen breitet und darüber wird noch eine Kürbisranke gelegt, die den Schatten vermehrt. Dort wild auf die Stelle Jona hingeviesen, wo die Hütte allein in der Hitze nicht genügt, sedass die Kikajonpflanze noch sich darüber breitet. Die Hütte des Lauthüttenfestes besteht nach der Mischna auch aus einem Lautdach; es wird dort (Sugcah U.j erörtert, ob man eine Decke zum Schutze gegen die Scr.ne breiten, ob marv Wein- Melor.enranken oder Epheu darüber hinwegziehen darf. Diese mischnischen Voraussetzungen werden durch die Darstellung obigen Werkes verständlich. Louis Lamm, Verlagsbuchhandlung Berlin C. 2 ßesebiebte Ackermann, K der 3uden in Brandenburg a. d. Bauei. 1906 4 fflk., geb. 5 Wh. Jm gleichen Verlage erschienen: Gei : de; meinde er, die r Juden hinderten ,00:120. der Ge- Juden- Ackermann, A. Geschichte der Juden in Brandenburg a. d Havel. 1906 4 Mk., geb 5 Mk- Auerbach, B. H. Geschichte der israelitischen Halberstadt, nebst einem Anhänge ungedruckt! Literatur, wie die religiösen Verhältnisse dt in Deutschland in den letzten zwei Jahrh betreffender Briefe und Urkunden. Halb. 18fc'6. BJek, Leo. Das Wesan des Judentums. (Schriften Seilschaft zur Förderung der Wissenschaft tums). 1905 2,— Mk geb. 3 Mk. Barbeck, Hugo Geschichte der Juden in Nürnberg u Auf Grund des vorhandenen Materials der Königlichen Archiven zu Nürnberg befindlich^! und Urkunden, der Archivalien im Kultusgi besitz etc. etc. bis auf die Neuzeit ergänzt berg 1878. 3,- Mk.; 1,50 Mk. Bemleld, S. Kämpfende Geister im Judentum, graphjen. 2,50 Mk.; geb. 3,20 Mk. ijd Fürth, in den n Akten tjmeinde- Nürn- 4 Bio- Ettlinger, J Abhandlungen und Reden zu dessen lOOjährigem Geburtstage, hrsg von Dr. L. M. Bamberger 1 (einz) Lfrg. Schildberg 1899. 1,50 Mk.; 1,— Mk. Fucha, E. M. Ueber die ersten Niederlassungen der Juden in Mittelfranken 1909 (anastat. Neudr.) 3 Mk. Haenle, S. Geschichte der Juden im ehern. Fürstentum Ansbach. Mit Urkunden und Regesten. Ansbach 1867. 3,- Mk.; 1,— Mk. Hallar, Jomt. Llpm., Megillät Ewo. Selbstbiographie. Geschichte der erlittenen Verfolgungen u. seiner Gefangenschaft- Hebr. Text nebst deutscher Ueberv Setzung. Anastat. Neudruck. 2,— Mk. Hcsi, Moaes. Jüdische Schriften, hrsg. u. eingel. von Th. Zlocisti. 3,50 Mk.; geb. 4,25 Mk. Jehuda-ha-Lavl. Das Buch Kusari n. d. hebr. Texte d. R. Jehuda über Tibbon m. dtsch. Uebers. v. David Cassel. 1909 (anast. Neudr.) 9,— Mk.''; geb. 10,80 Mk.