Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 2. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 111 — darum musste 5 fallen, das Satz 4 so wirksam [ergänzt, darum mussten 9,16,22, 32 fallen, die sich stets hartn äckig an das יידו anschliessen. 10 und 11 mussten fallen, weil sonst 17 hätte bleiben müssen (und da fehlt dei zweite Vers), und so mussten der Folgerichtigkeit zuliebe auch 23—26 schwinden. Die 11 Schlussätze mussten als II Sätze getilgt werden; denn nach Ausscheidung von 3 Setzen sie als zwei Vierzeiler zu betrachten, das ging doch nicht an. Diesem Psalm ist das Herz aus dem Leibe gerissen — ich berufe mich auf’s allgemeine Gefühl. A priori muss diese Behandlung eines als strophisch und bedeut« nd feststehenden Psalms unbedingt im Namen der Musen und des Apollo abgelehnt werden. Gleichfalls strophisch sind bekanntlich Psalm 4:! und 43, das wunderbare Sehnsuchtslied des Verbannten, 1er sich aus der Ferne, aus dem Lande des Jordan und lermon, wo man die Wogen nachts von Felsen niederrauschen hört, nach der Gotteshütte, dem Tempel und der feiernden Menge zurücksehnt, der dorthin gelangen will אל אל ®מחת גילי — er kann sich in beredten Genitiven garnicht genug tun. Wo sind aber gerade diese lebendigen Züge hin, die aus dem Ganzen ein Gelegenheitsgedicht im höchst :n Sinne machen? Wohin ist der Derühmte Eingangssatz ״Wie der Hirsch sich sehnt nach Wasserquellen etc. Sie sind dem unerbittlichen Zweizeilengesetze zum Opfer gefallen — man sollte es nicht glauben! Und übriggeblieben ist ein abgeblasstes Tempellied, aus dem die Natiirzüge hinaus gepresst sind und das aus der freien Gotteswelt hinausgeb innt ist. Im Psalm 19 lässt Rothstem 1 stehen, streit ht aber 2 u. 3 u. 5c. Verkannt hat er die Wortkreuzungen השמים מספרים כבוד אל ומעשהידיו מגיד הרקיע — 1, 2,3 u. 4, 3 u. 4, 2,1, nämlich Subjekt Prädikat Objekt (Construktus); Objekt (Construktus), Prädikat Subjekt. Genau so künstlich gebaut ist aber auch יביע אומר ולילה ללילה יחוד. דעת nämlich 1 und 2 (Subjekt und ferneres Objekt) 3 Prädikat 4 Objekt, zweimal auf einander folgend. Das gestrichene Zelt der Sonne 5c ist der Himmel selbst. Naci diesen Proben enthalte ich mich des Urteils über das Wei tere. יום ליום In meinem Verlag erschien Das B uch Kusari dz ne des R. Jehuda ha־Levi nach herausgegeben, übersetzt und mit ei versehen von Dr. David Cassel. Drittz Dieses berühmte Werk wa mehr zu haben. Ich habe einen Neu möglichst bald zu sichern, da die Au Die Ausstattung ist eine der Preis ein sehr niedriger zu nenn Louis Lamm, ln Psalm 1 ist die Entdeckung über die verschiedene Stellung des לא verwendet worden, 1 a a schliesst mit אשר לא, U. ß geht mit הלך weiter! «Wenn nach Rothstein Versende und Satzende zusammenfallen, so gilt das doch für das erste Glied des Verses mit. Vers 2, wo der Fromme die Gotteslehre erlernt, muss, ich weiss nicht welchem Gesetze, geopfert werden I Wenn Satz 3 (der Gerechte ein Baum an Wasserbächen) stehen bleibt, so muss auch Satz 4 (die Frevler gleich der Spreu im Winde) als wirksamer Gegensatz gewahrt werden. Gerade der vom Vf. bewahrte Satz 5 macht den Eindruck der Erklärung von Satz 4, wenn auch das!על כ schwinden soll. Vf. ist also der Gefahr, ein nicht bewiesenes Grundgesetz als Ursache von Textesänderungen zu benutzen, und den damit verbundenen Misshelligkeiten nicht entgangen (S. 13). Nur ungern stören wir sein Selbstvertrauen (S. 22). Wir werden nie vergessen, dass er schon vor Sievers mit dem Deboralied hervorgetreten ist, wünschen mit ihm, er möchte seine Absicht, alles Dichterische des alten Testaments zu behandeln, ausführen, nur mit grösserer Schonung dichterischer Schönheiten und mit geringerem Vertrauen zu den eigene Grundsätzen. Weniger gegen die Ueberlieferuug verstösst Rothsteins Behandlung des Hohenliedes., die uns auf zwei wichtige Bearbeitungen desselben führt: 1) Zapletal, Das Hohelied, VIL und 152 S. Freiburg Schweiz, Universitätsbuchhandlung. 1907. 2) Paul Haupt, Biblische Liebeslieder. LVI und 135 Seiten. Leipzig, Hinrichs. Vers und Wortsinn des Hohenliedes zu behandeln, ist Zapletals Hauptzweck. Beides hängt eng zusammen, so dass dem Vf. der geheimnisvolle Nebensinn hier Nebensache bleiben muss. Sanctius hat ja nach Gregor dem Grossen verlangt: Zuerst Wortsinn und genaue Erkenntnis der Fabel, dann erst folge die höhere Deutung (Vf. hätte hierbei die kleine Vorrede Raschi's zum Hohenliede erwähnen können, wo der grosse Vertreter des Peschat die gleiche Forderung erhebt.) Aehnlich Luis de Leon und Hontheim, nach dem die Fabel auch gesondert behandelt werden kann, da sie ja als dichterisch tadellose Einheit für sich gelten kann. (Fortsetzung folgt) soeben: 1 m hebräischen Texte des R. Jehuda Ibn Tibbon m Commentar, sowie mit einer allgemeinen Einleitung Auflage. Preis brosch. Mk. 9.—, eleg. geb. Mk. 10,80. r seit langer Zeit — auch zu höchstem Preise — nicht druck veranstaltet, doch empfiehlt es sich, sich das Buch flage nur sehr niedrig ist. vorzügliche, viel bessere wie die der früheren Auflagen, in. Verlagsbuchhandlung■ Berlin C. 2 »4