Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 2. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Po. 2—1909. Jabrg. XXXII. jüdisches Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden literarischen Srsebeinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte. Sthnograpbie, Cheologie, Orientalia, Gxegese, *St fiomiletik, Cihirgik und Pädagogik, ״־*ö) Begründe Ra|l in Citeraiur-Blan. oon Rabbiner Dr. m. Rahner. C{erantmortlicber Redakteur: b. Dr. C. JFJ. Roteathal Berlin, Boyenstrasse 41, Bücher der einschlägigen Literatur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind ®?*an die Redaktion einzusenden.KR mit Untersrittzing der Znxstiftmg. Rabner's ״JSdiscbts Citeratnr-Blatt“ ersehet Inserate werden mit so Pfg. die dreig :: nt Monatlich und kostet, 00m ßerausgeber bezogen, jährlich 4 mb. spaltene Zeile berechnet und sind an den Redakteur zu senden. Abdruck etnzalner Arttkat nur mit dar Aagaba: ״Aas RnhaMr’s JOd. Utaratur-Blntt“ gariattsl Wir bitten, soweit es noch nicht geschehen ist, uns die Beiträge für den Jahrgang 1908 einzüsenden. Oie Redaktion. Rabbiner Dr. L. Rosenthal. Inhalt von No. 2: Das Geschlechtsleben in der Vt peare’sche Königsdramen. — Mi Jüdin. — Ueber biblische Metrik ölkerpsychologie (Dr. Kroner). — Biblische Königsbücher und Shakesnhag u. Halakha. — Besprechungen: Sociale Hilfsarbeit der modernen . — Anzeigen. Das Geschlechtsleb Von Rabbim en in der Völkerpsychologie*) er Dr. Kroner, Oberdorf. , Vor uns liegt eine grossangelegte ethnologische Studie, welche die Vorlesungen des Prof. Stöbe an der Züricher Universität über ״die Ethnologie der Sexualsphäre“ zur Grundlage genommen hat. Es ist hier wohl zum erster Male das grosse Gebiet des Sexuallebens in umfassendster Weise bis in die kleinsten Details menschli :hen Trieblebens, seiner tausendfachen Formen und Aeusserungen in fesselnder Darstellung geordnet und gesichtet, es'sind dabei alle Völker der Kultur und auch der Unkultur, der alten wie modernen Zeit b :fragt worden. So finden sich bei den Babyloniern, Assyrern, Arabern, Persern, Aegyptern, Römern, Griechen u. s. w. auch die Israeliten ein, die mit ihrem biblischen und talmudischen Schrifttum dem Autor mannigfache Gelegenheit: zu diesbezüglicher Replik geben. Der Verfasser will auch hier zeigen, dass das Sexualleben der Israeliten und das darauf bezügliche Ritual nicht aus dem Zusammenhang mit der Kuliur des Altertums loszulösen ist, und dass hier die gleichen geheimnisvollen Kräfte der menschlichen Psyche in lebendiger Aktion sind. Wir werden ihm gewiss diesen kulturhistorischen und völkerpsychologischen Standpunkt als Ausdruck eines allgemein gültigen Gesetzes geschichtlichen Entwickelns gern zubilligen wollen, doch meinen wir, dass der moral-ethische Geist der biblischen Gesetze gerade der vita sexualis eine eigene sakrale Richtung gegeben hat. Es sei mir nun gestattet, in dieser Zeitschrift in anbetracht der grossen allgemeinen Bedeutung einer so umiangreichen, wissenschaftlichen Leistung u 1d der auch in jüdischen Dingen hervortretenden Beschlagenheit zu einigen Punkten der über Judentum betreffenden Darlegungen Stellung zu nehmen und einige Berichtigungen auzubringen. Es ist zum allgemeinen Verstänlnis dabei noch vorauszuschicken, das alles, was in irgend einer noch so lockeren Beziehung zum sensus sexualis steht, aus rein*׳ethnologischen Gründen mit in den Bereich der Erörterungen vom Verfasser einbezogen ist, sodass hier auch Dinge mitbesprochen werden, die vom eigentlichen Tema etwas weiter abstehen. Der im Werke eingehaltenen Reihenfolge gemäss sei zunächst zum Thema: ״Haartrac 1t“ früher bemerkt. St. stellt ja den Vers Deut. 14, 1, der die ) ״Die Ethnologie der Sexualsphäre" von Dr. med. Otto Stöbe. Leipzig 1908. 1020 Seiten.