Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 32 (1909-1910)
- Issue
- No. 1. (1909)
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 Müller hatte auch die Genugtuung, bei Zenner schliesslich Zustimmung zu finden, bei Jerusalem bezüglich des prophetischen Einflusses auf den griechischer Chorgesang, bei Norbert Peters und Pater Thomas W. V 'ehofer begeisterte Anerkennung und weitgehendste Anwendung seiner Grundsätze. Unsere eigene Stellung dazu haben wir oben angegeben. Lic. Dr. W. Staerk, Privatdozent zu Jena: Ausgewählte poetische Texte des alten Testa nents. Heft 1: Die Dichtungen Jesaia’s. IX und 34. 1 M. Heft 2: Amos, Nahum, Habakuk. IX und 25. 1 M. Leipzig. Hinrichs. 1908. Zu uns spricht ein begeisterter Freund Sievers’. In einer Reihe von Arbeiten will er die Erkenntnisse, die man Sievers verdankt, verwerten und weiterführen, n loser Reihenfolge will er Prophetisches, Episches, Lieder artiges, Belehrendes zur Benutzung besonders bei Seminarübungen vorführen. Staerk will dabei auch zur Textberic itigung Stellung nehmen, nimmt aber im Gegensätze zu so manchen überhastigen Streichungen an, dass diese Verslehre manchen angezweifelten Text rechtfertigen wird. Er erklärt sich dagegen, irgend welche lästigen oder lästig scheinenden Glieder kurzer Hand als späteren E nschub anzusehen. Dass er der von uns sehr hochgesc!ätzten . Kittel’schen Biblia Hebraica gegen so manche Angr ffe gerecht wird, lässt gleichfalls in uns ein gutes Vorur eil für seine Arbeiten erwachsen. Ueber Kittel hinauszi!gehen, fühlt sich Staerk nicht veranlasst, da unleserlich gewordenen Texten die ars nesciendi das beste Heilmittel ist. Verfasser bietet einzelne Abschnitte mit geschlossener Gedankengruppe. Sachliche und geschichtliche Aufeinanderfolge versagt er sich, um sich für vorliegende Frage! nicht zu verwirren. Jedem Abschnitt geht eine Uebersicht der behandelten Metra und Reihen in deren Reihenfolge, nur nach Hebungen angegeben, voraus. Dass er sich darauf beschränkt, liegt in den noch ungelösten Rätseln hebräischer Verslehre. Bei Zweifeln über das richtige Metrut! sind unter dem Strich die zur Wahl gestellten Reihen ang< geben. Segolat- und Pausaformen sind öfter ohne vokale geblieben, um eine dem Vers entspcechendc Betonung zu ermöglichen. Auch die Tonverschiebung muss zu ihrem Rechte kommen, wie etwaige Richtigstellungen des überlieferten Buchstabenbestandes. r In meinem Verlag erschien >oeben: Nachdem Stärk seine Jesaiastücke herausgegeben hatte, kam die Amosausgabe von Sievers und Guttic heraus. Die hierin von Sievers beschrittene Bahn erscheint Staerk nicht einwandfrei. Von den gegen ihn selbst versuchten Entgegnunngen hat er Beers Besprechung in der Vorbemerkung zum 2. Heft erwähnt. Staerk sollte gewisse Stellen belassen und andere von gleicher Eigenschaft gestrichen haben. Was er über 2» gegenüber 44 gegen diese Einwände sagt, ist, den bibelwissenschaftlichen Standpunkt vorausgesetzt, schwierig. Das ist ein Beweis dafür, dass die Metrik mit diesen Fragen nichts zu tun hat Nimmt man an, dass Spätere mit solchen Zusätzen gekommen sind, so, haben sie Sprache und Vers der Alten sich nachzuahmen bemüht und sind dafür wohl als Zeügen anzuerkennen, während der beständige Gedanke, hier kann vielleicht ein Späterer sprechen, jedes ruhige metrische Arbeiten unmöglich macht. Mit Glück hat dagegen Staerk den Hinweis auf die Septuaginta von sich gewiesen. Damit gelangt er zu der Auffassung, die ich von jeher wissenschaftlich ausgesprochen habe (s. meine Beurteilungen der Kittelschen Biblia). Er rechnet mit Beer scharf ab. Das schadet nichts. Man darf seinen Beurteiiern gegenüber, wo man sein wissenschaftliches Gut verteidigt, ein scharfes Wort wagen — wohl uns, wenn diese Gepflogenheit überall Anwendung fände! Da ist Leisetreten nicht eine Folge der Friedfertigkeit, sondern klägliches Preisgeben der Wahrheit dem äusserlich Stärkeren gegenüber. Wenn man die Stärk’sche Behandlung des biblischen Textes 1m Innern der Hefte ansieht, so muss man ihm jedenfalls zugeben, dass er der rechte Herold Sievers’scheY Verslehre ist. Seine anapästischen Versgliederungen lesen sich in einer Weise glatt, dass man oft eine sophokleische Parodos vor sich zu haben glaubt Da sich bis auf die Segolata und die Pausaformen der hebräische Wortton mit dem Verston deckt, da ausserdem die metrischen Glieder mit den Satzhälften des Parallelismus übereinstimmen, so wäre man wirklich geneigt, sich zu Sievers zu bekennen, zumai er der hebräischen Sprechweise am wenigsten Gewalt antut. Aber er bedarf eines Stärk, er bedarf der Selbstbeschränkung auf reindichterische Texte und darf sich nicht auf zweifelhafte Gebiete erstrecken. Sievers selbst hat bei seinen Behandlungen von Bibeltexten solches nicht geleistet, wie wir es hier von Staerk sehen. (Fortsetzung folgt.) Das Buch Kusari 1 in des R. Jehuda ha-Levi nach de herausgegeben, übersetzt und mit eine versehen von Dr. David Cassel. Dritte Dieses berühmte Werk war mehr zu haben. Ich habe einen Neud möglichst bald zu sichern, da die Auflag Die Ausstattung ist eine vo der Preis ein sehr niedriger zu nenner hebräischen Texte des R. Jehuda Ibn Tibbon in Commentar, sowie mit einer allgemeinen Einleitung Auflage. Preis brosch. Mk. 9.—, eleg. geb. Mk. 10,80. seit langer Zeit — auch zu höchstem Preise — nicht ifuck veranstaltet, doch empfiehlt es sich, sich das Buch e nur sehr niedrig ist. zügliche, viel bessere wie die der früheren Auflagen, L Louis Lamm, Verlagsbuchhandlung Berlin C. 2 J