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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1908-01-01 · No. 7. (1908) · p. Seite 55

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 7. (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 55 (sequence 7)
Language
German
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55 150, Predigten. ,לשנה טובה'. Eine Neujahrspredigt v<i>n Dr. G. Perlitz, Rabbiner in Nakei. 9 S. דברי אהבה. Worte der Liebe und W 3 Predigtcyklen von Max Ellguther, Rabbih Neisse. Frankfurt, Kaufmann, 1908. 73 S. Von Perlitz und Ellguther liegen uns Predig{ Perl.tz hat sowohl das stets sich Wiederholende, stets Wechselnde im Jahre recht wirksam an die Erktärung des W'ortes ,שוד geknüpft und dabei sonders gezeigt, wie man sprachliche Erklärungen Predigt hineintragen kann, ohne sie ungeniessbar zu und zu überladen, ja, sie dadurch zu beleben. Perlitz so sparsam in der Veröffentlichung seiner Wo eine Predigt, wie diese, entstehen kann, da zu suchen. Auch Ellguther beschäftigt sich mit festen und bietet uns ״drei Predigtcyklen für Roschh Kol Nidre und Jamkippur.“ Ellgutherist, wie diese Sa zeigt, im Besitze einer lebhaften Darstellungsgabe, zur rechten Zeit das rechte Wort zu Gebote, und das, was er ausspricht, dein Verständnis seiner t nahezubringen. Seine Texte sind einfach (er darf S. 61 einen berühmten Text des Jeremia dem Jes sprechen, darf auch nicht 31 ואהבת לגרs Thoraw spruch nehmen), der Bibel entnommen, und sie werl Redner allseitig ausgenutzt. Seine Anknüpfungspur W1 Pr; is de ו Ge ihrheit. er zu Mk. en vor. als das geistvolle j;anz bein die machen rum ist digten? mehr Bussischana, mmlung ihm steht ix weiss meinde Aur nicht aia zu- Qrtin Anen vom kte und Ziele beruhen auf aitjüdischen Empfindungen und Anschauungen, wie er seine Kraft auch der Erhaltung des Bestehenden weiht. Doppelt anerkennenswert in einer Umgebung, die nach seinen eigenen Schilderungen ganz andere Ziele zu haben scheint. Ebenso stark tritt das Allgemeinmenschliche, ja, das bürgerlich Naheliegende in sein Recht, wo er seine Zuhörer auf die ewige Bedeutung der Busse hinweisen will. Je mehr Anerkennung diese Reden verdienen, desto notwendiger ist der Hinweis auf einige zu vermeidende Einzelheiten. Ein Wort über vor langer Zeit gehaltene Predigten (S. 6), oder über daseigene ״begeistrungsvolle Reden“, oder über den ersten oder zweiten Mahnruf ,zu dem ich meine Stimme erhoben habe, dass er Widerklang finde etc.“ und Aehnliches ist als unwillkürliche Hervorkehrung des eigenen Ich zu vermeiden. Auch Wendungen, wie ״eure Festgebräuche, dürfen nicht ungebraucht sein.“ Oder ״Meine Andächtigen! Herr unser Gott I“ (Darauf das Einleitungsgebet. Und dann: ״Nun ist die erste Pflicht erfüllt“, nämlich die des Gebetes. Das wirkt erkältend. Wie im Theater selten vom Theater, sollte, man auf der- Kanzel nie von der heutigen Predigt sprechen — die Zuhörer sollen den Prediger über der Wirkung seiner Worte vergessen. Ellguther liest vielleicht ebenso schlecht Korrekturen, wie ich selbst, und da ist ihm Manches stehen geblie ben, was er sonst ausgemerzt hätte. Die Predigten an sich selbst verdienen die weiteste Verbreitung. Bei der nächsten Sammlung, die hoffentlich bald folgen wird, wird ein Spiritus Familiaris wahrscheinlich besser Druckfehler ausmerzen. 1. c Hinrichs’sche Buchhandlung in Leipzig. Soeben erschienen: Hebräische Grammatik für den Unterricht, mit Uebungsstücken u. Wöijter־ Verzeichnissen Methodisch dargestellt von Professor Dr. D. Eduard König in Bonn|. (VIII, 111 und 88 Seiten.) M. 3—: geb. Mk. 3.60 Der durch sein ״Historisch-kritisches Lehrgebäude der hebräischen Sprache“ als gründlicher Kenner de: Hebräischen erwiesene Verfasser legt hier die durch seine Vorlesungen über diesen Gegenstand an den Universitäten Leipzig und Bonn gesammelten Erfahrungenden Leirenden und Lernenden zu praktischer Verwertung vor. Gewiss wird seine Arbeit auch in jüdischen Kreisen, besonders unter der Lehrerwelt, Beachtung finden. — Ein ach:seitiger Prospeckt (Vorwort und Inhaltsverzeichniss) steht kc stenfrei zur Verfügung. Einleitung in den Talmiud Von Professor D. Dr. Hermann L. S track in Berlin, Vierte, neubearbeitete Auflage. (VIII, 182 S.) Mk. 3.20. geb. Mk. 4.00 — Aus dem Vorwort: .Die Neubearbeitung ist sehr eingehend geworden. Ich habe nicht nur im einzelnen ergänzt und gebessert‘ sondern auch längere Abschnitte neu hinzugefügt |und die Literaturangaben sehr erheblich vermehrt, um auch Gelehrten, christlichen wie jüdischen, ein wenigstens in den meisten Fällen( förderndes oder doch anregendes Nachschlagebuch darzubieten.“ . V Als gegenwärtig beste Textausgabe des Alten Testaments ist von den berufensten Beurteilern anerkannt: Biblia Hebraica Adjuvantibus professoribus Q. Beer, F. Buhl, G. Dal man, S. R. Driver, M. Löhr, W. Nowack, J. W. Rothsteln, V. ‘Ryssel edidit Rudolf Kittel, professor Lipsiensis. ln Halbleder geb. Mk. 10—, in 2 Leinenbdn. Mk. 10.40, geh. Mk. 8—. Auch in 15 Einzelheften zum Preise von Mk. 1— bis Mk. 1.30. Herr Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal schrieb in der ״Israelit. Monatsschrift“ 1906 Nr. 9: ״Diese beiden Bände (der Bibi. hebr. von Kittel) vertreten dem Forscher eine ganze Büchersammlung, und es kann ihn das Gefühl der Sicherheit erfüllen, in dem Werke nicht nur reiche Belehrung über die Hauptsachen, sondern auch Stoff zu eignen Arbeiten in weitestem Sinne zu finden“.

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