Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 31 (1908-1909)
- Issue
- No. 5. (1908)
- Date
- 1908-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Ho. 5.—1908. 3abrg. XXXI. jüdisches Literatur-Blan. Begründetuon R; Zur Beleudjtung aller Judentum und Juden betreffenden literarisdien flrsdjeinungen auf dem» Gebiete der Philosophie, Geschichte, athnograpbie, Cheologie, Orientalia, flxegese, fiomiletik, Citurgik und Pädagogih. ©*־ Verantwort! Rabb. Dr. in Berlin, bbiner Dr. Hl. Rahmer. idjer Redakteur: . n. Rosentbai Boyenstrasse 41. Bücher der einschlägigen Literatur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und fftanuskripte sind SSi an die Redaktion.einzusenden. mit Untmtütx mg der Zutastilttmg. Rahmtr’s ״Jüdisches Literatur-Blatt“ erscheint mou Jnserate werden mit 30 Pfg. die dreigespaltene iltlich und kostet, 00m ßerausgeber bezogen, iäbrlicb 4 111k. Zeile berechnet und sind an den Redakteur zu senden. Abdruck einzelner Artikel nur mit der Angate: ״Aut Rahmer’s JUd. Literatur-Blatt“ gestattet. Inhalt von No. 5: Literarische Briefe (Talmud und Tode: Bamberger, Abothkommenthr. — Hoepfl höhere Bibelkritik strafe). — Einiges über Maasser scheni. — Besprechungen : Dr. Moerchen: Die Psychologie. — Bücherschau. — Anzeigen. Talmud Literarische Briefe. Todesstrafe und körperliche Züchtigung vor Gericht. Wie ernst mit feinem Mal! Wer hat Ihnen Todesstrafe, peinliches:Verhör, unterirdische Kerkje und wahrscheinlich übfer die Menschheit gebracht halten es von der Gemütlichkeit des Ostseestrandi: seitiger Verteidiger des: Judentums“ bin, ״diese Fl|e: wie Sie sich so schön bildlich ausdrücken. beigebracht, dass der Talmud Folter-, Geissei- und r und alle Schrecken der angeklagten Seelen’ gehäuft hat? Und dazu fahren Sie in die Bäder? Und Sie s aus für unmöglich, dass ich, der ich doch nur ״eincken vom Schilde des Talmuds fortwaschen kann,“ edeln und milden Sadduzäer mundeten Pharisäer treten gegen Wer sagt Ihnen denn, dass ich ewig verte dige? Wir haben weder anzuklagen, noch zu verteidigen; das setzt immer eine Auslese von Sonde Satzungen voraus. Wir haben nur darzustellen, und zwar nicht zu wenig, sondern recht viel. Wenigstens gilt es, recht umfassende Teile des Ganzen herauszugreifen, um den Geist jener Lehrer zu kennzeichnen, die nach Ihrer Ansicht stets die Zuchtrute in der Hand gehabt haben. Hören Sie zu: Einst quälte ich mich damit ab, den Ursprung der Mischna zu finden. Ohne Rücksicht auf Verteidigung und Angriff suchte ich nach den Grundsätzen der Wissenschaft die ältesten Stücke heraus und traf darin merkwürdiger Weise mit Dr. Hoffrrann in seiner ״ältesten Mischna“ zusammen. Und welcher Zweck stellte sich mir als Ziel dieser Quelle heraus? Der Sadduzäismus sollte durch die Pharisäer zurückgedrängt werden. Die Pharisäer! werden Sie sagen. Da halben wir wohl die Blutmenschen vor uns, welchen die O nein! Ganz umgekehrt! Die so übel beleuentgegengetreten :gen aas schroffe Menschlichkeit stellt sich ihnen eigentlich d i e A b Thora heraus. sind! Gerichtsverfahren der Sadduzäer auf, und im Namen der Ich ging aus, eine Mischnaquelle zu Sucher, und fand ohne Absicht das glänzendste Zeugnis für die Ueberlieferung und für den Geist der Pharisäe־. Und diese Stelle stammt aus der vorhillelitischen Zeit, aus der Zeit Simon ben Schetachs und Alexander Jannai’s! ich in meinem Buche ״Ueber den Zusammenhang der Mischna“, I. dar — an dem Titel sehen Sie, wie wissenschaftlich trocken mir zu Mute war. Ich hatte gar keine Zeit, an Rohling oder ähnliche Geister zu denken, tümlichkeiten und auf Eigenheiten der Darstellung Quelle ein stoffliches und sachliches war. Und zum zweiten Male hatte ich in der Scjhrift Wirth, Mainz) Gelegenheit, gleichfalls sachlich ein: jede Voraussetzung unternommen, ungesucht zu einem Ehrenzeugnis für die Rabbinen gestaltet hat. Schaffung der Todesstrafe als Zweck der Die Bd. dort S. 48 i efundenen Dinge stellte (Strassburg, Trübner) denn ich musste auf eine Masse sprachlicher Eigenjlicken, so dass mein Verhältnis zu der betreffenden Hammurabigesetz, Bibel und Talmud“ (Johann in Vergleich vorzunehmen, der sich ebenfalls, ohne