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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1908-01-01 · No. 2. (1908) · p. Seite 14

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
31 (1908-1909)
Issue
No. 2. (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 14 (sequence 6)
Language
German
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Wohin aber müssen wir uns wenden, um t*i> zu begreifen? Da geht die Mischna mit einem Mal auf den חילול, auf die Entwertung der MS-Früchte als MS und ihre Bewertung als Chullin über, wobei die Münze nun an ihre Stelle tritt. Da müssen wir nach der bei Maass. von uns als Hauptquelle des Gegenstandes erkannten Stelle Deut. 1442 ff., wo wir neben dem vom Sifri zugleich ־hier bemerkten Viehzehnt auch 14m die Erstgeburt finden, also im gleichen Kreise uns bewegen, wie Ende Lev. Wie aber steht es mit dem חילול? Werden wir den hier entdecken, nachdem wir gezeigt zu haben glauben, dass der Tannaite auch an diese Stelle .hat denken müssen? Unbedingt! Denn Satz 25 nimmt den Fall an, dass der Weg nach Jerusalem zu weit ist. so dass man, wie 26 besagt, die Früchte in Geld umsetzt. Da nun die Früchte חולין werden und die Geldmünzen zur Maasserwürde kommen, an Stelle der Früchte treten, so ist es für diese חילול. Und dem. entspricht genau MS l*b אין מחללין ,אסימון על מ׳ש was aus וצרת in Satz 26 gefolgert wird. (S. Sifri II 107 ונתת). ls erklärt den Ankauf von Vieh zn Mahlopfern oder von Wild zum gewöhnlichen Fleischgenusse für erlaubt unter der Formel ״das Fell aber geht in Chullin über“; ebenso das Weinfass, ebenso die Schalen von Nüssen und Mandein (so dass man für deren Erlös nicht Gegenstände zum Maassergenusse zu kaufen braucht); dann wird Trester nach seiner Säuerung zum Maassergenusse erlaubt. (14 nimmt den umgekehrten Fall von 1:> an und lässt den Wert für Trauben- und Oel beeren körbe nicht in Chullin übergehen.) Auch hier bildet Schrift und Midrasch den Hintergrund, obschon man in den Fellen, Gefässen, Körben oder Schaalen etwas sachlich Verwandtes finden kann: Es ist die Umhüllung für das darin Enthaltene, dass zum Maassergenusse bestimmt ist. Sifri II 107 zu Deut. 15*« sagt Ben Bag Bag: (Dü setzest das Geld um) gegen Rinder בסקר mit ihrem Felle, gegen Schafe בצאן mit ihrer Schur, gegen Wein ביין mit seinen Fässern, gegen Berauschendes ובשב־ nämlich Trester nach seiner Säuerung. Da haben wir genau die Gegenstände von ls in ihrer Reihenfolge. Dann folgt noch ein Midrasch, der beweist, dass ושמחת im Maass'erabschnitte sich nicht auf Ganz-, sondern auf Mahlopfer bezieht. Und diese Mahlopfer enthält hier die Mischna ja auch. Nach 1 ־• sind Wasser und Salz oder unabgeschnittene Früchte oder solche, die wegen Entfernung nicht nach Jerusalem gelangen können, vom Maassergenusse ausgeschlossen. Kauft man (1 •־■, ••) solche Gegenstände jedoch m i t Absicht, dann sind sie zum Genusse nach Jerusalem zu bringen. Es ist begreiflich, dass nun 1: verboten wird, Sklaven, Ländereien, unreine Tiere zu kaufen; man hat einen Ersatz dafür als zweiten Zehnt zu gemessen; auch Opfer werden vom Maassergelde nicht beschafft, denn das Maasser ist, wie der Anfang des zweiten Abschnittes angibt, nur zum Essen, Trinken und zur Salbung des eigenen Körpers bestimmt. Auch hier, wo der Maassergenuss der zu Grunde liegende Gegenstand ist und die Be- Stimmungen des Kaufes hervorruft, beruht Alles auf der Schrift und der Midraschordnung: Sifri II 107 בבל אשר תאוח werden Sklaven etc. ausgenommen, wie Mischna 17; wird das MS zum Essen und Trinken bestimmt, wie 21; wird Wasser und Salz ausgenommen, wie 1 .־., ebenso Opfer, wie 17. So hält die Ordnung der Midrasch diese Teile nicht nur, wo ihre Ordnung sonderbar ist, sondern auch, wo sie uns Sachlich erscheint, zusammen. Wir haben allerdings Midraschim dazwischen nicht berücksichtigt, da die Satzungen, welche sich darauf stützen, hier nicht stehen. Es wird sich aber heraussteilen, dass sie hier mit Recht ihren Platz gehabt hätten und nach anderen Steifen hingesprengt sind. Besprechungen. \ Lic. Fritz Wilke: Die Astralmythologische Weltanschauung und das alte Testament. (Auch: III. Serie 10. Heft der Biblischen Zeit- und Streitfragen zur Aufklärung der Gebildeten, herausgegeben jtön Dr. Friedrich Kropatschek.) Runge, Gross- Lichterfelde-Berlin 1907, 52 S. 50 Pf. Gering an Umfang, reich an Inhalt — so würden unsere Alten den Inhalt dieser Schrift bezeichnet haben. Sie wendet sich nicht gegen Delitzsch, wohl aber gegen י Winkler. Dieser leitet die Haupteile des alten Testaments von Babel her, und Vf. bietet einen guten und knappen Umriss der bezüglichen Anschauungen. Die Ruhe und j Umsicht, mit welcher er dies tut,• lässt uns zuerst fast einen 1 Anhänger Winklers vermuten. Dann aber wendet sich , langsam das Blatt Langsam, denn Vf. gibt zu, was zuzugeben ist, was er als gemeinsames semitisches Ureigentum oder aus dem Umstande herleitet, dass Abraham es aus seiner Heimat mitgebracht oder Jsrael es in Kanaan vorgefunden hat. Mit nach und nach beginnt die ruhige ungekünstelte Zersetzung der Hauptergebnisse Winklers, wobei Vf. durchaus nicht ängstlich und kleinlich verfährt, stets bereit, zuzugeben was züzugeben ist, in der Ueberzeugung des Starken, dass er damit seine Sache nicht preisgibt. Der Schalk regt sich erst in ihm, als er zu zeigen beginnt, ״wies gemacht wird“, dass jedes mögliche menschliehe Verhältnis, jede körperliche Angabe ihr Spiegelbild im babylonischen Sternhimmel hat, so dass ein biblischer Held weder alt, noch jung, weder scharfsehehd noch blind, ein Heer weder eilig, noch langsam schreiten, ein Mensch weder der Neffe, noch der Onkel eines Anderen sein darf, weder der Sohn, noch die Tochter — er wird unbarmherzig zum Sonnen- oder Mondgotte ernannt. Von bewussten

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