Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 12. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 167 Alle diese mit Bemerkungen schiebsei. An sich mögen sie unseren Traktat ist nicht früh vor sic versehenen Stellen sind Einalt sein — ihr Einrücken in gegangen. Bemerkung. Bei Herrn Bacharach in Hameln sah -'11 eine schöne Handschrift ״Der Machsor Ainhag Romi aus dem Jahre (Folio, ’ergament, 306 Blatt, geschrieben von Elia . Menahem min Haadumim de Rossi). n dieser Handschrift fiel mir eine Gebetirdnung auf, wo sich Sichronoth und vchofaroth mit dem Taanithgebete בן־שעת inter Bera-Khaschlüssen und Tekioth inden. Diese Aneinanderreihung "׳entspricht enau der in Taanith II angegebenen Iten, der Vetus Latina schon bekannten jebetordnung der Taanioth, die ich in 1einem ״Zsch. d. M. 1“ als älteste lischnabcstandteile gekennzeichnet. Grätz VII (3. Aufl.) erwähnt diese efilla nach handschr. Machsor d. Bresl. em. Bibi. v. J. 1391 vom 21. Siwan des Jahres 081 (= 1321), wonach die Deputierten j er Gemeinde in Rom nach Arignon zum! 1apste gingen. Auf diese Bemerkung I flacht mich Herr Bacharach aufmerksam.! Merkwürdig nur, dass die Mischna n. f . O. diesen Brauch mit den Tekioth als 1cm Tempel allein zuständig verbietet und lass derselbe hier angewandt wird. Wahr- :heinlich hat die geschichtliche Notwendigeit dazu veranlasst, diese Formeln damals izuwenden. Besprechungen. אמםק^ריא הנ׳ןאיי London.5667.l79S. An Versuchen, die Namen der Lehrer Talmud und Midrasch zusammenzustellen 11t es nicht. Das älteste Onomasticon, s hierher gehört, ist der Versuch eines lonymus, die Reihe der Gelehrten In schna und Gentara zu ordnen (vergl. : Literatur: Steinschneider: die Gehichtsliteratur. p.^ 12.) Nach Harkavy <t auch Saadja eine Ordnung der T. ü. 'geschrieben (Chadasinen No. 1, Steinineider, f. c. p. 19). Später hat der lon Scherion in seinem berühmten wortschreiben die Reihenfolge derLehrer gegeben, aber nur die bis Ende des Saeulums. Die späteren Chronisten, rono- und Historiographen haben eben- I!s mit mehr oder weniger Genauigkeit! Lehrer des Talmuds aufgezählt, ebenso die früheren oder späteren Methodologen die Aufmerksamkeit auf die Rabbiner len <en mussten. Von Abraham ben David haltvv bis Jacob Brüll haben die T. u. A. die Gelehrten beschäftigt und erst einer kritischen Geschichtsforschung fiel die Aufgabe anheim, ihre Worte und Angaben zu irüfen. HerrShirkin hat sich auch die Auf gäbe gestellt, die Lehren und Aussprüche der T. u. M. in dem obenerwähnten Werke zus immenzustellen. ln dem vor uns lieg jnden Hefte werden die Tannaiten von Simon dem Gerechten bis R. Akiba besprochen. Wer wollte es leugnen, dass hier ein Handbuch, in dem Alles von und übe־ jeden einzelnen Lehrer in T. und Mid־asch angegeben ist, fehlt. Die Ge- | schi:htsforschung, die Literaturgeschichte, 1 aber in aller erster Reihe die Textkritik bedarf eines Werkes, das den strengsten Anforderungen der Kritik entsprechend, jede 1 über alles, was z. B. über Simon den Gerechten in der Talmudischen und Midiaschischen Literatur vorkommt, belehr( n soll. Verfasser hat das garnicht im Auge gehabt, denn er hat ja den jeruialemischen Talmud, die Scsikta, den tamaitischen Midrasch, zu' den Psalmen garnicht befragt; selbst halachische Partien im bibyl. Talmud, die keinen praktischen Wert mehr haben, nicht berücksichtigt. Wir ,׳ermissen auch sehr viele Tamaiten, wie Admon, Hanam, Nachum der Meder, Jona an ben Uziel, Josa ben Hyrkanos, R. G ieser ben Jacob, Samuel der Kleine etc. Einzelne Bemerkungen mögen hier folgen: S. 2 zu Simon dem Gerecht, vgl. noch b. Jofa. 33. S.; 3 bei Antigonos aus locho ist der Satz aus 6. Tamura 21a zu streic ten, RS Ben Aderet (ed. Wien 331) erst ראכמיםם Oder ^אמיב־ב. Hoffmann Likul(־ Mechilta p. 7.19 ״ liest Heskia ben אטיב־ם, bei R. Zadök fehlen eine Menge Stellen, so z. B. 6 Rid 32a; b. Gitu 56a Scha v5 .1 .־. Nida 22c. Von den Zeitgenos >en R. Jochamin ben Zackais vermisse ich R. Jochan ben Gudand, R. Nehm ja, R. Haniisa ben Antigonos etc. Diese wenigen Bemerkungen lehren, dass 1er Verf., obwohl man ihm Fleiss und Geduld nicht absprechen kann, einer solche 1 Arbeit, die eine Lücke auszufüllen berufe 1 ist, nicht gewachsen ist. Es ist sehr fraglich, ob ein einziger Mann so etwas zu Stande bringen kann. Jomfnitz (Mähren), den 15. Jan. 1908. ür. A. Marmorstein.