Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 8. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 92 — Die Korrespondenz der sei. Rabb. Pollak1), dürfte noch so manchen Beitrag zur Lebensgeschichtc Dukes, wie zur Gelehrtengeschichte des vorigen Jahrhunderts liefern, denn der fleißige Mitarbeiter der ן ככבי יצהר des הגשר! מגר ירהיב ן הלבנון! המגיד und der Kommentator des עקרת! יצהק hat den größten Teil seiner Forschungen nicht veröffentlicht. Pis wäre ein pietätsvoller Akt seitens der Gemeinde, in welcher der Verfasser 51 Jahre lang gewirkt hat, für die Handschriften einen würdigen Herausgeber zu suchen! Antonintis und Rabbi. Ein Vortrag von Distriktsrabbiner Dr. Salomon Stein-Schweinfurt. Die Gründe, die in unseren Tagen massgebend sein können bei einer Betrachtung der freundschaftlichen Beziehungen, die im Verlaufe der Geschichte zwischen einem gekrönten Haupt nichtjüdischen Bekenntnisses und einem Vertreter jüdischer Gelehrsamkeit, jüdischen Denkens und jüdischer Tugend stattgefunden haben, dürften sehr verschiedener Art sein. Man kann sich zu einer solchen Betrachtung angeregt fühlen durch das psychologische Moment, welches das Band um die Vertreter zweier so verschiedener Sphären der Weltanschauung sowohl, als der gesellschaftlichen und politischen Stellung geschlungen hat, durch das Interesse, den gemeinschaftlichen Berührungspunkten, der Anziehungskraft auf die Spur zu kommen, die zwischen beiden so weit von einander abstehenden Geistern obgewaltet hat. Wir können eine solche Betrachtung weiterhin anstellen unter dem Gesichtspunkt der Nützlichkeit, in dem wir feststellen, welche heilsamen Folgen aus solch freundschaftlicher Beziehung sich entweder für die zunächst Beteiligten selber oder für die religiösen und politischen Verbände ergeben haben, denen sie als Haupt oder Glied angehörten, seien diese Folgen nun praktischer Art, etwa günstige Gesetze, Privilegien u. s. w. oder idealen Charakters, etwa in dem Sinne, dass durch die Auszeichnung des Rabbi durch die Freundschaft des Kaisers auch eine erhöhte Achtung der von ersterem vertretenen Gemeinschaft in den Augen der Zeitgenossen bewirkt hat. Es braucht endlich für die Epigonen durchaus nicht einen Mangel an Selbstbewusstsein und männlichen Stolz darzustellen, es braucht nicht der Beweis eines zu belächelnden, schwachköpfigen Dünkels zu sein, wenn sie sich freuen, dass eine der von ihnen gefeierten Grössen des Umgangs und der Freundschaft von Königen und Kaisern gewürdigt worden ist; im Gegenteil es mag ihre Herzen wohl mit Recht erheben, wenn die durch einen solchen Helden verkörperte sittliche Grösse auch vor den Inhabern der Throne Anerkennung gefunden hat. Alle die hier geschilderten Gesichtspunkte vereinigen sich nun, um uns zu einer Darstellung der freundschaft- 1) Ich muß Hier der Besitzerin der Sammlung, F'rau Dr. S. Pollak in rrebitsch (!Mähren) meinen Dank aussprechen für die liebenswürdige Bereit• Willigkeit, die mir gestattete, die kleine Sammlung monatelang zu benutzen.