Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 5. (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
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— 50 — Reichen wiegt — Alle traf ן Hier der Schlaf. Ob auf Stroh Armer liegt, Prächtges Bett Nur mein Herz, Sturmbewegt, Ruhelos Drinnen schlägt. Ruhelos Einer blos. Aus: ,Sämtliche Werke M. H. Manne’s“, Warschau 1897, Achiassafverlag XVI und 227 Seiten. Herausgegeben von Leon Scheinhaus in Memel. Vorausgeht die Einleitung des verdienten Herausgebers, das Leben des Frühverstorbenen und eine Würdigung seiner Dichterkraft enthaltend. Dann folgen die Gedichte, dann die Aufsätze und Briefe des Dichters. Alles in hebr. Sprache. Obiges Gedicht ist mit Wahrung des hebräischen Versmaßes übersetzt. Dentsdie und luden. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal in Preuß. Stargard. (Schluß). Die dunkelen Triebe wilder Volksmassen, denen durch geschickte Aufreizungskünste jede beliebige Richtung gegeben werden kann, werden als Ausfluß sittlicher Entrüstung oder als dunkle Ahnung von der tiefen Gegensätzlichkeit beider Teile gegen uns ins Feld geführt! Und Deutsche urteilen so? Hat man denn die Deutschen zu jeder Zeit geliebt? Von dem Augenblicke an, in welchem der terror cimbricus zum ersten Male die Römer erschütterte, bis zur Neuzeit haben die Deutchen wahrlich genug Gegensätzlichkeit in der Welt erfahren. Gerade der Deutsche ging als Kaufmann in die verschiedensten Länder der Erde, er setzte sich überall fest und suchte Vorteile zu empfangen. Wie erging es dem Stahlhofe in London, der Hansa in Nischnei-Nowgorod; wie den Deutschen im ehemaligen polnischen Reiche? Nachdem man die Deutschen lange in Polen hatte ruhig gewähren lassen, regten sich die slavisch-germanischen Gegensätze und man vernahm dieselben Redensarten gegen die Deutschen, wie man sie heute in Deutschland gegen die Juden hört. Die Wojwoden sprachen von einem Staat im Staate, von fremdem magdeburgischem Recht, von der Oberherrschaft des Gastvolkes. Die gediegene deutsche Bürgerkraft wird nun zurückgedrängt; immer tiefer sinkt das einst blühende polnische Städtewesen, und das Ende ist die fast waffenlose Vernichtung des polnischen Reiches. Und der Deutsche der Jetztzeit — hat man ihm die Einheit und Größe des Reiches gegönnt? Man braucht gar nicht Paris zu nennen, um von Deutschenhaß zu reden. Blicken wir auf die Kämpfe, welche das Deutschtum in Oesterreich zu bestehen hat; betrachten wir die Zähigkeit, mit welcher in Belgien 1