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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1906-01-01 · No. 4. (1906) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 4. (1906)
Date
1906-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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16 *י!.?- ׳:רי 1-■‘־‘'Vfaas weiter Ferne nm Schlichtung mannigfacher Rechtshändel fr angerufen; Verbindungen ges -häftlicher Arr gehen von Venedig •i: nach Oesterreich, Polen, Ho’land, Palästina. Beim Durchv*'■ leaen der Sebriftensammlung finden wir einen frischen, nicht fern achten, auf den Emp'änger, Dicht auf Leser späterer eilen berechneten Stil, in dem sich unwillkürlich das inm-rste Wesen Modenas uns auftut — es ist, wie Blau ganz richtig vbemerkt, kein Buchhebräisch —Modena schrieb, ״wie ihm \ der Schnabel gewachsen*. Wir müssen ganz besonders auf die treffliche Abhandlung Blaus über den Stil Leos, über die Eigenschaft des Musivstil«, V ■' des Klang witzes bei Leo insbesondere, des ״gräulichen Kalauers“, wie er sich gutmütig ansdrückt — ein Musterstück in seiner Art. Was dichterische Stücke anbelangt, so macht Blau auf Wortklänge, auf das Spiel mit Namen aufmerksam. Er kömmt auch auf die Eigenheit der Echogedichte zu sprechen, und er erklärt die Vorliebe für diese den Dichter hemmende Form durch ihre Wirkung bei Trauergedichten. Oft fügen sich die Eehoworte zu einem Trostsatz zusammen. Auch Oktaven und 80nette finden sich hier. Eine mit äußerlichen Mitteln ein- seitig arbeitende Dichterei kann nur Versemacherei genannt werden,' aber keine Dichtung. Eine Inhaltsübersicht erleichtert den Einblick in die einseinen Briefe und Schriftstücke. Dankenswert ist auch die - Lebensbeschreibung, mit der Blau nicht nur ״manchem Leser“, sondern jedem eutgegengekommen ist. Den wichtigen Schluß- - abschnitt des deutscfien Teils ״Leos Stellung zum Talmud" haben wir schon oben berührt. Die Briefe selbst hat Blau mit Bemerkungen versehen, die sein ungeheures Wissen ohne Zudringlichkeit zum Zweck derBeleuchtuug in geschichtlicher Hinsicht kundgeben. Ich selbst habe eine große Anzahl Personen dadurch erst kennen Selemt, und so wird sich jedem das schon an sich reiche ieschichtsbild noch sehr vertiefen und erweitern. S. 59 wird der einleuchtende Nachweis geführt, daß an der Bartoloc- « cischen Nachricht vom Uebertritt der קורקלס nichts ist -- eine an sich schon wichtige Eoricht'״ung r r!, Die reichen Hinweise auf Bibel und Talmud, die sich su- * wohl durch dieRechtsgutachten Leos, wie durch das Wes-n des Mu8ivstils bedingt in diesen Briefen finden, hat Blau durch ausgiebigen Quellennachweis beleuchtet. ־'־־ Einiges von dem, was uns aufgestoßen, müssen wir anmerke 1. 1 s. 97 (No. 98 Schlußabsatz) heißt es: ישנם בדעתי סוריס וסבוכים רעם סחימדים• wofür in andererFassuDg סלרים סביכים steht. Das hat nach Blau keinen Sinn. Dafür liest er: ישנס בדעתי ספרים וחבורים רבים מחיבורי' שונים• Es wundert uns bei Blaus Vorsicht dem Vorhandenen gegenüber, daß er sichs zutraut, mit solcher Umwandlung das Rechte getroffen zu haben! Nach meiner Ansicht sind es die סירים סביבים Nahum 1 m, die Modena hier vorgeschwebt, und zwar paßt das Domengestrüpp sehr gut, wie der ״Lärm der (unvollendeten) verschiedenen Werke“ zum Begriff des babylonischen Wirrwarrs, der sich in den Köpfen derartiger werkeschwangerer Geister geltend macht. Den Stabreim סירים 0ביכים durch ספרים וחימרים ersetzen, das ist eine Schwächung. Und daß aus סירים noch סורים Wird, ist vielleicht eine Hindeutung auf ל* הסרה• was immerhin auf den Stamm 0ור zurückzuführen ist und soll סרים — סורים sein, d.־ h. den Nebenbegriff des Umherwanderns im Kopf haben. (S. Raschi z St.) Solche Dinge kennzeichnen den Mnsivstil. Und daß die Vorliebe für denStabreim von der Bibel auf die Mis׳hna, auf die Pajtanim übergegangen, habe ich an anderer Stelle genügend g< zeigt. S. 67 ■folgert Blau aus Modenas 'לד ביאה הטיר א״ה ס _קנ*ב בלשונה ממש (nämlich die Stelle aus Jebamotb),?aß er den Tur anfuhrt, weil jene keine Talraudexemplare haben durften. M. E. n. will Modena den Tur und dann den Schulchan' aruch weiter anführen, und schon aus diesem Grunde verweist er auf den Tur, da wir ein Hechtsgutachten vor uns haben. Da kommt der Talmud in zweiter Linie in Betracht, der Possek in erster. Uebrigens findet sich die Stelle nicht Eben Haüser § 152, sondern § 155, und daß der Tur die Stelle ״wörtlich“ gebracht hat, ist beim Vergleich des Tur mit dem Talmud auch nicht unbedingt wahr. Hieraus ergibt sich״ daß Modena seine rabbinischen Quellen vielfach aus dom Gedächtnis angeführt und nicht bei jeder Gelegenheit nachfischlagen hat Uebrigens muß man vor den talmudischen enntmssen Modenas alle Achtung haben, was umso mehr ins Gewicht fällt, je weniger das Geschichtsbild, das man von ihm im Sinn hat, uns in ihm einen Talmudgelehrten alten Schlages vermuten läßt. Alles in allem darf Blau des Dankes aller Geschichtsforscher, Hebraisten und Talmudkundigea durch diese Veröffentlichung sicher sein, und wir stimmen seinem Worte unbedingt und g׳-rn zu,!laß eine derartige Sammlung auf dem Gebiet der jüdischen Briefliteratur noch nicht veröffentlicht worden ist. Dr. L. A. Rosenthal. Predigtumrisse■ שקלים — משפטים• Die vier Parschiot: Schekalim: J! der biete dem Gemeinsamen seine irdischen und geistigen Mittel dar und ziehe sich nicht vornehm zurück. Sachor: Niemand vergesse, daß ein Feind zu bekämpfen ist, der gerade die נחשלים• die Gleichgültigen, am schlimmsten bekämpft. — ~פר Der Zweck dieses Kampfes ist Selbstreinigung in sittlicher B zieliung; dann folgt החדש die Erneuerung der Verhältnis3e, die wahre Freiheit. וביר: Erklärung der Berakha הרב את ריבנו• Nicht uDser sei das Rachegefühl, denn ריב •דין und נקמה ist Guttes Sache, er האל, der Allmächtige kann es, während der schwache Mensch darin üborgreift und zu weit geht. Daß Gott Gerechtigkeit geübt und gezeigt und uns befreit bat, das soll unsere Hauptfreude bei der Besserung unseres Looses sein, die Erkenntnis, daß Gott uns stets erhalten wird יסכל צריהם wenn seine Allmacht unsere letzte Hoffnung ist. האל המושיע• Winke für den Unterricht. ברוך בו' להתעטף• Pflicht der Schaufäden (vgl. ויאמר)• uns vor Leidenschaften zu schützen und an unsere Pflichten zu erinnern. מה יקר etc. Psalmverse: Der Gottes fittig (der Talit) schützt vor Verirrungen, gibt uns Freude an Gottes Gnade (nicht an versagten Taten und Genüssen), denn das Gotteslicht, die Gottes- und Selbsterkenntnis, führt die Redlichen zu echter Gerechtigkeit. — הנני מבוין vor dem Anlegen der Tefillin; (auf R. Ascher beruht diese Formel.) Die 4 Abschnitte, die in den Tefillin enthalten sind, mahnen an Gottes Einheit, an den Auszug aus Aegypten, also an Gottes Allmacht und Gerechtigkeit; an den linken Arm, ddm Herzen gegenüber, angelegt, mildern sie die wilden Regungen und fördern die guten Empfindungen; an der Stirne sollen sie die bösen Pläne scheuchen und die Entschlüsse aufs Edle führen, und an der Hand die rechte und edle Tat befördern und so unsere Kräfte auf ein Gottesziel lenken. Uebereinstimmung des Gefühls, des Gedankens mit der Tat ist wahre Frömmigkeit. — לארשתיך (aus Hosea) soll bei der Umwicklung des Mittelfingers unsere dauernde Verbindung mit Gott besiegeln. Fs. 30. Zur Einweihung des Tempels bestimmt. (Sowohl auf ganz Israel, als auch auf jeden Einzelnen passend.) Der Gerettete erinnert sich dankbar an die früheren Leiden, aa seine einstige Ueberhebung: Er glaubte an die Möglichkeit der Schmerzen nicht; nun erscheint ihm das Vergangene wie eine eiuzige Schreckensnacht, der ein Gnadenmorgen folgte. Sein neugeschenktes Leben will er, im Verein mit den Frommen zur Ehre des Schöpfers allein auwenden. Inhalt der Hummer 4. Wissenschaftliche Aufsätze: Maimunis Mischneh Thora in Prof.־ Dr. Schwarz’ Beleuchtung. Von Rabbiner Dr. L A. Rosenthal. — Einiges über Mischnaforschung. Von Dr. L. A. Rosenthal. (Fortsetzung) — Lebensgeschichte Heimann Caro's. — Lltteraturberldht. Rezensionen: 28. Jahresbericht der Landesrabbinerschule in Budapest. (Schluß.) — Predigtumrisse. — Winke für den Unterricht. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin.

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