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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1906-01-01 · No. 4. (1906) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
30 (1906-1907)
Issue
No. 4. (1906)
Date
1906-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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N0.4.—1906. Jüdisches Litteratar Jahrg. XXX. Zur Beleurbtung aller Judentum und Juden betreffenden!literarischen Er• •ebeinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie, Theo• logie, Orientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Begründet von Rabbiner Dr. M. Rahmer. i Verantwortlicher Redakteur Rabb. Dr, L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Verlag und Expedition: Arthur Scholem, Berlin C., Roß-Straße 3. Bücher der einschlägigen Litteratur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte sind an die Reda ktion Inserate u. Beilagen an die Expedition franco einzusenden. Rakasr's ״JOtftsches Utterstyr Blatt“ erscheint mosatlloh zwei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei direktem Bezüge durch Arthur Scholem, Berlin, Roßstr. 3) vierteljährlich •Ins Mark — Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden ״larsslitlscl)•• WoohsssehrlU“, welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3-— M kostet, erhalten das ,Jüdische Litteratur-Blatt“ als Qratis-Beilage. — Inserats werden mit 20 Plg. die Viergespann* Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu senden. Abdruck einzelner Artikel nur mit d«r Angabe! ״Aus Rahmer’• JOd. Litteratur-Blatt“ gestattet. Maimunis Mischneh Thora in Prof. Dr. Schwarz’ Beleuchtung. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosenthal. XII. Jahresbericht der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien 1904/05. Voran geht: Der Mischnel» Thora, ein System der mosaisch-talmudischen Gcsetzeslehr!? von Rektor Professor Dr. A. Schwarz. 256 S. ״Gebt mir mehr Bücher dieser Art, ich will mich an ihnen freuen und will gegen sie streiten!“ so schrieb ich vor einigen Jahren, als ich Schwarz’ Tossifta Chullin zugeschickt bekam. Man kann sich nur an bedeutenden Büchern messen, die auf den Menschen einen Eindruck machen und aus denen das Wesen des Verfassers in jedem Buchstaben herausblickt. Da dehnt und weitet die Seele sich aus, und man fühlt sein eigenes Selbst, wenn man ein fremdes fühlt. Es drängen sich dann eigene Gedanken aus der Seele des Lesers hervor, er fühlt den Gegensatz seines eigenen Wesens zu dem des anderen, so daß seine eigenen :Gedpiken, auch wo sie denen des Verfassers widersprechen, eigentlich demselben angehören, da sie durch ihn hervorgerufen sind. Mit Kleinigkeiten gibt sich Schwarz nicht ab, und jene Aengstlichkeit, die jedes Beginnen so und soviel Mal abmißt, ob es zum Ziele führt, jene Bedaehtsamkeit, die auf Schritt und Tritt das Gängelband einer sogenannten Wissenschaftlichkeit zeigt, kennt er nicht. In der Tossefta Felsen versetzen, die Denkgesetze des Talmuds mit denen des Aristoteles vergleichen, die Erschwerungen der Hilleliten bis nach der Quelle hin verfolgen und dafür Gründe angeben — das ist seine Art. Es mag auch sein, daß er selbstbewußt auf Zeitgenossen und auf die Alten selbst herabblickt — er scheint seinen eigenen Wert zu kennen. Er sagt es selbst, daß er kein Sprachforscher sei — d. h. er hält das nicht für unbedingt nötig zur Erkundung des Maimönides. Im Gegensatz zu solchen, die sofort bereit sind, zu erklären, so dürfe man es gar nicht wagen (zumal die kritische Ausgabe des Talmuds noch nicht erschienen), sich mit derartigen Dingen abzugeben. Und j seinen eigenen Wert kennen muß, wer sich heute l mit den talmudischen Fächern abgibt. Er muß auf jeden neuen Gedanken mit den Fingern weisen und sagen: Das ist neu! Das ist richtig! Das ist nicht wertlos! Sonst findet seine Arbeit keine Beachtung. Die ״Einleitung“ zu diesem Werk ist eigentlich, im Gegensatz zu sonstigen Mustern, keine Einleitung. Nicht einmal alle Ausgaben des MT sind da aufgezählt. Aber mit Sicherheit wird da Raschi neben Maimuni gestellt. Schwarz will die talmudisch-wissenschaftliehe (nicht pilpulistische) Bedeutung des M. T. zeigen, wie auch, daß derselbe eine systematische Darstellung der talmudisch-mosaischen Gesetzeslehre enthält. Er will beweisen, daß sich Maimuni dem Talmud selbst gegenüber kritisch verhalten hat. Schwarz macht einen ungeheuren Unterschied zwischen dem vor- und dem nachmaimunischen Talmudstudium, da man nun auch noch mit Maimunis Gegensätzen zur bisherigen Behandlung des Talmuds zu tun hatte. Gewiß. Ein Beweis, daß talmudische Abschlüsse überhaupt das Streben vervielfachen. Akiba brachte die Richtungen Judas, Meirs, Joses und Simons hervor, Rabbi war der Anreger der Gemara; Alfaßi hatte ein ungeheures Heer, von Erklärern, bis ihm im Maor ein Gegner erstand; der Schulchan Aruch gerade war es, der (noch dazu durch Isserles’ Mappa) eine unendliche Anzahl Deuter und Ausgestalter gefunden hat, wie kein Buch vor ihm. Biete man also neues! Drehe man sich nicht stets im gleichen Kreise! Biete man dies Neue als ein übersehbares Ganze — und der Pilpul des Verfassers mit der Lesewelt muß von selbst entstehen, und mit ihm all die heilsamen Folgen der Geistesbewegung. Dieser Pilpul ist aber das Zeichen der vorangegangenen bedeutenden Erscheinung, und wer ihn nicht liebt, der liebt den wahren Fortschritt nicht. (Fortsetzung folgt.) Einiges über Mischnaforschung. Von Rabbiner Dr. L. A. Rosentbal in Preußisch Stargard. (Fortsetzung.) 52 verpflichtet, wie wir gesehen, der Sabbatspeisekorb zur sofortigen Verzehntung, und zwar l nach den Hilleliten, während die Schamma'iten dies

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