Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 30 (1906-1907)
- Issue
- No. 3. (1906)
- Date
- 1906-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492408-6582210-8771034--3481-4858577- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
/ — 12 — -aind, und deren Kamen in der wissenschaftlichen Welt Geltung haben. Wenn wir erst heute über dieses im Jahre 1898 erschienene Werk berichten, so geschieht es deshalb, weil wir es bis jetzt nicht gekannt haben, und da es in jüdischen Kreisen wenig bekannt au sein scheint, wohl aber mehr als bisher bekannt zu werden verdient. So werden die Leser gewiß darüber erfreut sein, wenn wir es hiermit aufs angelegentlichste und wärmste zur Anschaffung empfehlen. Die schönen, über 600 Abbildungen im Texte, die farbigen Karten und Pläne, sowie die Einschaltbilder erhöhen den Wert des Werkes. Gossel, Kamen. 88ר׳. Jahresbericht der Landesrabbinerschale in Badapest. Für das Schuljahr 1904—1905. Voran geht: Leo Modenas Briefe und Schriftstücke. Ein Beitrag zur Geschichte der Juden in Italien und zur Geschichte des hebräischen Privatstils. Zum ersten Mal herausgegeben, mit Anmerkungen und Einleitung versehen von Prof. Dr. Ludwig Blau. Budapest 1905. (Einleitendes, deutsch, 96 S., Leon Modenas Briefe, hebräisch, 208 S.) Blau hat mit der Herausgabe der Briefe und Schriftstücke Leon Modenas einen glücklichen Griff getan. Mit seinem Verstand Dis lür das Buchwesen hat er den Schriftstücken, ohne sie wesentlich aus ihrer OrdnuDg zu reißen, einen höheren Zusamt! enbang verliehen, indem er die größeren Brief bündel zusammenließ, sie nach den datierten Briefen (worauf der Rückschluß auf die dazwischenliegenden nichtdatierten Briefe möglich ist) zeitlich aneinandergeschoben, den Anfang belassen, wie.er war, und so nach dem Muster der alten Ordner am Anfang dem Ganzen sein eigenes Gepräge belassen und die Ordnerarbeit dann mehr an großen Zusammenhängen als an einzelnen Teilen gezeigt hat. I h nenne die W&hl des Stoffes eine glückliche; für den Herausgeber und für die Leser. Die zu überblickenden Stücke sind nicht groß — man kann überall anfangen und überall aafhören. Die Aufgabe, die sich Blau hier gestellt hat, läßt sich mit Sicherheit erfüllen. Schade, daß nicht alle Aufgaben dieser Art sind und daß es noch Menschen gibt, die sich ungeheure Gegenstände beharrlich zum Arbeitsstoff wählen, selbst wenn sie nur einen Teil ihres Zwecks erreichen. Aber die Wahl dieses Stoffes ist auch dadurch bedeutangsvoll, daß hierdurch über einen Mann Licht verbreitet wird, der unserer Art zu denken sbhr nabe steht und den man seit Geiger als einen der Stürmer gegen das talmudische Judentum betrachtet hat. Die Grätzsche Darstellung ist bekannt. Danach hat Leon Modena ein Doppel gesicht. Und hier kommt Blau zu einem ganz anderen Ergebnis: In Betracht kommen, was M’s Stellung zum Talmud betrifft, vorzugsweise שאגת אריה, קזל סכל und מגן וצנה. Die erste enthält Angriffe gegen den Talmud, die zweite die Verteidigung desselben, dre dritte beides in einer Schrift vereint. Man hat den Hamburger Sefardi, gegen den Mch die Widerlegungen Modenas richten, als nicht vorhanden angesehen, als eine erdichtete Person. Und da die Angriffe gegen den Talmud, gegen die er vorgeht, weit besser sind, als seine Verteidigung desselben, so hat man angenommen, daß ihm vorzugsweise daran gelegen gewesen, die Gegengründe gegen den Talmud zu verbreiten. Seine ״Riti“, in dienen er alle Gebräuche des Judentums ohne ein Für und Wider-einfach anführt, sah man als eine Beschimpfung der Religion an, als eine Veranlassung, Spott darüber unter Christen zu erregen. Nun findet man oft, daß auch bei sehr ernsten Streitern für eine Sache die Gegengründe schwächer sind, als die zurückzuweisenden Angriffe. Blau weist aus den Briefen Modenas nach, daß jene Hamburger zweifelnden Sefardim wirklich vorhanden .gewesen und daß zu gleicher Zeit ein Bannfluch von Seiten aer Venetianer gegen die Zweifler am Talmud ausgesprechen worden ist; die Darstellung jüdischer Gebräuche in ihrer eigenen Gestalt ohne Verschönung und ohne Verhäßlichung beweist nur, wie sehr Modena seine eigene Empfindüng zurücktreten lassen konnte. Er wollte dadurch in Christliehen Kreisen die Glaubwürdigkeit seiner Darstellung besser dartun; und wie nötig das zum Besten des Judentums ist, das wissen wir bis zur heutigen Zeit. (Schluß folgt.) Predigtumrisse. ׳בשלח Das Mannah. Die Speise, die Nahrung kommt vom Himmel, doch der Mensch muß sie beizeiten selbst sammeln und darf den Augenblick nicht vorübergehen lassen. Für je mehr Menschen er sammelt, desto größer ist sein Genuß — nur gemeinsam können wir genießen (für Familie, für Arme etc.); wer nur zum Aufbewahren sammelt, dessen Freude modert und wird schließlich den Würmern zuteil — also genieße und lasse Andere genießen, solange du lebst. Nimmst du dir im Hasten des Lebens noch den Ruhetag, so hast du nichts gefunden, so ist dein Leben leer an Freuden, bar der höheren Erhebung. יתרו Jalkut 300. Als Israel am Sinai stand, war Niemand blind, denn ״das ganze Volk sah*, Niemand stumm, denn ״das ganze Volk rief aus“, Niemand taub, denn ״dir wird gezeigt, damit du wissest“. Sie schlossen nicht gewaltsam die Augen, um das Göttliche, das sie erfahren, zu leugnen; nicht das Ohr, um die Berechtigung der göttlichen Forderungen zu überhören; nicht schlossen sie feige den Mund, um ihre Abstammung und ihren Glauben zu verheimlichen. Darum ״war kein Schwankender unter ihnen, denn sie standen* — nur so kann Israel sdine Festigkeit bewahren. Winke für den Unterricht. וביזם השבת etc. Am Sabbat oder Neumond erwähnt man hier die besonderen Tages׳!pfer. — איזהו מקומן (Sebachim) stellt die gebotene Art und Weise veschiedener Opfer dar, um die genaue Befolgung des Gotteswillens anzuempfehleD. In diesem Abschnitte herrscht kein Meinungsstreit, denn Altar und Opfer verlangen Frieden. — ר׳ישמעל• Anfang des Sifra, Deuteregeln des Schriftwortes, deren Grundlage Hillel I. überliefert hat und worauf alle rabbinisch-gesetzlichen Schriftdeutungen beruhen. — יהי רצלן etc. von Jehuda ben Tema (Abot V 20, S. 168). Zukunft des Judentums, Erfüllung seiner Hoffnungen hängt mit dem Bestehen des Thorawortes zusammen. Gottesfurcht Vorbedingung der Erfüllung. Eingegangen. 1905. Dritter Jahresbericht der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums. M.Poppelauer. Bibliotheka Hebraica. Katalog XIII. (Hebraica, Karaitica, Nachtrag zu Hebraica) 121 S. Berlin. 1906. Professor Dr. Norbert Peters in Paderborn: Glauben und ׳־ Wissen in der Erklärung des biblischen Schöpfungslierichtes. Vortrag, gehalten am 6. Dezember in Berlin. Sep.-Abdruck aus der Academica, Dez. 1905. Jan. 1906. J. Kauffmann. Frankfurt a. Main: Katalog 50: Neue Judai'ca und Hebraica. 200 S. 1905. Katalog 54: Bellestristik und Geschenkwerke. Aufführangen. Humoristika. Populärwissenschaftliche Vorträge. 25 S. Inhalt der Hummer 3. Wissenschaftliche Aufsätze: Leibniz’ Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand. (Schluß.) — Einiges über Mischnaforschung. Von Dr. L. A. Rosentbal (Fortsetzung.) — Lltteraturbericht. Rezensionen: Riehms Hand- Wörterbuch des biblischen Altertums. Von Professor Dr. Friedrich Baethgen. — 28. Jahresbericht der Landesrabbinerschule in Budapest. — PreiJIgtumrlsse. — Winke für den Unterricht. — Eingegangen. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Rosenthai in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin