Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 29 (1905)
- Issue
- No. 2. (1905)
- Date
- 1905-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 2.—1905. Jüdisches J;1hrc. XXIX. Litteratur-Blatt Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden litterarinchen Er• acheinungen auf dem Gebiete der Philo• aophie, Geschichte, Ethnographie, Theo• logie. Orientalin. Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Begründet von Rabbiner Dr. M. Rahmer. Verantwortlicher Redakteur: Rabb. Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Stargard. Verlag uod Expedition: Arthur Scholem, Berlin C\, Roß-Straße 3. Bücher der emscitSgigen Litteratur, deren Besprechung in diesem Blatte gewünscht wird, nowio Briefe und Manuskripte sind an die Redaktion, Inserate u. Beilagen an die £xpe• dition franr.p einsusenden. Rtkasr't ״Jldlsckst Lltterstar Blatt“ erscheint!aeaatlisli zwei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder , Arthur Scholem. 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Ist aber vom Wegschaffen der Götzen die Rede, so finden wir 14) והברתי), wie beim Vernichten des Menschentums (13), s. auch 211!כרתו כל נטילי בסף• Genau denselben Ausdruck hat Nahum 1!« 'אבו־ית פסל ומסב• auch bezüglich des Feindes (21) כלה נכרת. ja, in Bezug auf die Speise und Nahrung (2והכרתי מארץ טרפך (״ Aber wir kommen dann von Joel nicht los, der denselben Ausdruck 2|a.!6 mit Bezug auf die Opfer und die Speise des i Gotteshauses anwendet. Will man das erste 13) והכרתי) (ich weiß nicht aus welchem Grunde!׳) tilgen und darin einen Zusatz Späterer sehen, so komjnt man zu dem zweiten, nicht beanstandeten, 14• was gerade an das Wort Nah. 1!4 am meisten erinnert. Nun muß man erst den Nachweis führen, daß כרת in dieser Beziehung der nächstliegende, gewöhnlichste Ausdruck ist — oder man muß ihn aus Zephanja und Nahum tilgen und etwa nur im Joel stehen lassen. Das wäre aber ebenso willkürlich, wie die Beseitigung des einen Wortes 14) הסמרים); das hat aber sein Spiegelbild in Worten wie Nah. 318 מנזריך לטפסריך, wovon das erste vielleicht als ״Deine Gekrönten“ bestimmt werden könnte. Findet man in Zephanja יז2 הס מפני ה' אלהיס so steht das gleiche Wort Hab. 2» הס מפניו in einer angezweifelten Stelle, und dann noch merkwürdiger Weise Sachärja 2!7 'הס כל בשר מפני ה; soll Zephanja so alt sein, so muß dies הם auch dort getilgt werden. Es gibt noch andere Gründe, die es vom bibelwissenschaftlichen Standpunkt aus merkwürdig erscheinen lassen, daß man vor Zephanja Halt!pachte. Weshalb ihm in der Entwicklung deB prophetischen Gedankens eine besondere Stelle gebührt, wollte uns nie so recht in den Sinn. Der Vernichtungsruf am k Anfang könnte zum mindesten eintönig erscheinen die Beseitigung der Götzen ist ein sehr häufig vorkommender Gedanke. Ebenso die Klage über den Dienst der Himmelsheere, über den Schwur bei Gott und במלכם, was sehr an Arnos in«, 8u erinnert, wie auch das Nichtsuchen Gottes an dLie Gedankenreihe Arnos 54 14 mahnt und der 'Gedanke an sich Jeremia 28 viel stärker ausgedrückt ist. Auch die kräftigeren Züge in Zephanja, wie 1!1,!2 finden ihre Spiegelbilder in Stellen wie Arnos 8s, \ rie das Leugnen der Wirksamkeit Gottes (Zeph. 1«) einen großen Teil der Worte Arnos erfüllt. 2«b steh; fast wörtlich Amos 51!. Der Tag des Herrn Zepl. 1!4 bietet nur Anhäufungen von Schreckenszügen ohne jede Eigentümlichkeit, weist bekanntlich auch,!rie auf andere Propheten, so auf Amos zurück. An Amos 54®• mahnt nun der beanstandete 23, veil darin die ״Demütigen des Landes, die sein Recht» tun“, zur Buße aufgefordert werden. Zephanja hält sich hier einfach an die Arbeitsgenossen Josias, die das Rechte tun wollen und noch zu retten sine. Dagegen ist Zeph. 24 unbeanstandet geblieben und < rast genommen worden, was, wie wir gezeigt haben, einer Michastelle ähnlich ist. Warum wird nun 2«,!4, wie wir gezeigt, an Nahum erinnernd, erhalte: 1. wogegen 2», an das gleiche Prophetenbuch mahnund, als wenig eigenartig gestrichen wird? In Zepl anja ist wenig Eigenartiges zu finden. Es verschlägt wenig, wenn man Sätze wie 39,!0 streicht, die ähnlic!es in Habakuk haben, was auch dort beanstandet vird, wenn man 38 stehen läßt, was wiederum, wie wir dargetan, Hab. 23 und besonders 2sb sein sprachliches Gegenbild hat. So geht es durch den ganzen Zephanja hindurch. Weit eigenartiger und lebensvoller sind die drei von uns miteinander verglichenen Pi ophetenbücher, wie man schon aus unseren früheren Darlegungen ersehen kann. Es widerstrebt uns, einen Propheten von dieser Seite zu betrachten. Eigenartig oder nicht — sein Wort soll wiiken, uni wäre es im Anklang an frühere Weissagungen. Er ist nicht der neuen, sondern der inneren Wahrbeit wegen da. Aber man hat diesen Maßstab beinahe zum herrsehenden gemacht, den der dichterischen Wirkung .3k.