Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 28 (1904)
- Issue
- No. 23/24. (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 98 (sequence 6)
- Language
- German
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gemein« Grundsätze, nicht etwa nur über Einzelheiten gestritten. Salmon ben Jerucham und Saadia kämpften u. a. auch über die Berechtigung der außerjüdischen Wissenschaft. Maimunisten und Antimaimunisten stritten lange Zeit um die Mögliohkeit der Wissenschaft und um ihr Verhältnis zu Bibel und Talmud überhaupt. Die Kabbala entfesselte einen jahrhundertelangen Kampf um die Reinerhaltung der Lehre von fremdartigen Beimischungen; in der idendelssohnsehen Zeit kämpften die Neuen mit den Alten ebenfalls um geistige Güter. Und hat Samson Raphael Hirsch nicht um den Begriff der mündlichen Lehre gekämpft? Sind diese Gegensätze nicht das Zeichen frischen Lebens? Und haben sie sich wirklich verloren oder sind wir nur zu anständig geworden, um sie hervorzuheben? Dsmitj würden wir uns der Verfälschung unserer Anschauungen schuldig machen und die kommenden Geschlechter um reiche Anregungen bringen. Alles das, um was wir heute streiten, hat ' nur dann seine Berechtigung, wenn die Betrachtung des Gesamtgebäudes unserer Lehre uns zur Erörterung und demnach zur Klärung bringt Unsere zum Himmel weisende Lehre, "die Leiter, deren letzte Sprosse aber auf der Erde steht, die Thora mit ihrem Erdgeruoh, mit ihrer 80 oft verschrieenen ״Werkheiligkeit“fchat sich auch vor einem Kalthoff nicht zu schämen, ja, kommt bei Betrachtung von dessen Zukunftszielen geradezu zu ihrem Recht. In unserem ,Zurück zur Bibel!־* haben wir kurz nach dem Auftreten Delitzsch’s auf die Notwendig-, keit eines Verhältnisses zur heutigen Bibelwissenschaff, einer klaren Auffassung dessen hingewiesen, was Glauben und Wissen ist und auf die Möglichkeit den Weg^zwischen «beiden zu finden und zu gehen. Wir weisen angesichts der geschilderten Kämpfe darauf hin, auf die Gefahr hin, wieder einmal der ,Wichtigtuerei“ geziehen 7u werden. Die Betrachtung des neu erschienenen Levitieus von'Hoffmann (Poppelauer) wird uns Gelegenheit geben, zu zeigen, wie ein Zeitgenosse diesen Weg nach Art der vorzeitlichen Geistesführer Israels geschritten ist. Predigtumrisse. דחי Jakob beruft seine Söhne an ■ein Sterbebett und fragt', ob Nichta in ihrem Herzen gegen den Gott Israels zurück• geblieben ist Da rufen sie Alle: Höre, Israel, der Ewige, unaer Gott, iat einzigt Und Jakob spricht: בשבסל״ן .!Ab sei dem Gottesreiche, der göttlichen Weltregierung in Ewigkeit“ (8ifri zu!Abschnitt $&&)■ — Der vielgeprüfte Stammvater gebt nach vielen Leiden seinem Ende entgegen. Ihm blühten aber auch zum Schlüsse viele Freuden, indem er die Seinen, die Verlorenen, Alle wiedergefunden hatte. Er sieht sie in hoher Stellung in Egypten. Das beruhigt ihn nicht. Er will wissen, ob sie in gefesteter Weltanschauang, im Sinne der Väter leben werden, Erdenstellung ist nicht aUeel Da rufen sie dem Vater Israels zu: Gott ist einzig! Wie du selbst nach vielen Prüfungen die Fügungen Gottes als heilsam erkannt hast, so auch wir Wir waren einst in Zwiespalt mit uns, wir haben uns wiedergefunden, wir sind einig in Gott. Da preist Jakob die Wege der Gottheit, die wunderbar die Menschen zur Erkenntnis führt. — Das ist das würdige Ende der Pstriarchenzeit Auch wir, vielfach getrennt im Leben, mögen in Gott und in Israel die Einheit finden und den Stammvätern Zurufen können: Unser Gott ist derselbe wie der Earige, er ist einzig! Die Wege der Vorsehung sind vollkommen! שכלות• Mose vor dem flammenden Dornbusch. Urei Namen überliefert ihm Gott: Ich bleibe mir stets gleicht ln allen Prüfungen werde ich Euch zur Seite stehen! Mose ruft: Ist das alles? Stets Prüfungen? Werden wir das ertragen? Da spricht Gott: Ich werde sein! ist mein Name. Ich bin der Gott der Zukunft, der Hoffnung, der sich veredelnden Welt! Werden sie mich verstehen? fragt Mose. Ds spricht Gott: Sage ihnen, der Gott ihrer Väter sende dich. Ich bin der Gott der Vergangenheit, der Geschichte, worin sie mich durch die Gestalten ihrer Ahnen erkennen. Kataloge. Eugen Diederichs, Jena in Thüringen, Verlags- Katalog. Illustriert. Ein stattliches Bändchen, nach Ausetattung und Inhalt ein Kunstwerk. Der Inhalt bietet nicht nur trockene Büchertitel, sondern ״Die Ziele des Verlags“, die uns besagen, daß Diederichs nicht nur als Geschäftsmann, sondern als Menschen- und Vaterlandsfreund bewußt seinen Verlag leitet. 1896 ist derselbe in Florenz entstanden; die Anregung dazu boten dem Verfasser die Kunsttempel Italiens. In Jena, der Stadt Schillers und der Romantik, ist jetzt diese Buchhandlung. Zu den Plänen des Verlegers gehört auch eine Reihe ״Erzieher zu deutscher Bildung*1 (Neususgabe des Schiller-Goethe-Briefwechsels) — das 18. Jahrhundert wird berücksichtigt werden, die alten Mystiken bis zum Geist der Neuzeit bin. Die stilvolle Ausstattung des Katalogs ist hoch anzuerkennen. Katalog 11, Poppelauer, Judaica et Hebraica. Katalag 162, Jalowicz, Posen, Judaica ot He br a i c a (Sammlung des bayr. Regierungsrats Pfister, Hofsekretär Ludwigs II). » Aufbau u. Quellenscheidung Von Dm. L. A. Rofsenthal Rabbiner zu Preußisch Stargard 1. Teil: Dl• Ordnung Barnim. Erste Hälfte: Voa Berakhot bis SoheblK. ׳ Preis 6 Mit. - ■ — lieber des Zassnmenhang der Mlschna, 2 Teile, ä 2,50 Mk. Von der Zunzstiftuog und KönigEwu lerstiftung unterstützt. Carl Trübner’s Verlag, Straßburg. ^^^^^Hmimananamaraaannm \ י Inhalt der Nummern 2S/24. Wissenschaftliche Aufsätze: Rascbi — Maimonides. — Habakuk — Nahum—Joel. Von Rabbiner Ip. L A. Rosenthal (Fortsetzung.) — Im Kampf um Bibel und Glauben. (Schluß.) — Predlfltumrl88e. — Kataloge. Dl••• Nummer enthilt Titelblatt und Inhalt. Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Rose nt 11a' in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin