Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 28 (1904)
- Issue
- No. 16. (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Das ist aber in einem so viel angegriffenen Buch, kein sehftehter Anfang. In der zu Grunde gelegten Bombergachen Ausgabe fehlt der Sats 5• עש** טבית תביא et(^, und es folgen demnach von. S•—ז nur נסים oder ינסיזנלת vorher die יי' חדות nachher die ד רבחם■ Hieraus ergibt sich, daß die 10 in der Dämmerung geschaffenen Dinge ursprünglich vor den zehn ersten Menschengeechlechtem oder damit in Verbindung standen (das •eigen die י(ד während die Sitae mit 'נ eingeschoben wurden und nun die י* דברים schon wegen des .Anschlusses an die דברים *I an den Schluß kamen. Wenn sich die von mir behauptete Lantgleichheit der SchlagwSrter hier besonders herausstellt, habe ich auch keinen Grund, darüber su klagen. Samuel der Jüngere, der Zeitgenosse Gamaliels, steht 4 m zwischen Tannaiten, zu denen er nicht gehört. Bin unter dem Strich stehender Zusatz aus der Baraitba macht mir den ganzen Satz als sehr jungen Bestandteil der Mischna, wenn nicht als Baraitha kenntlich. Bei uns steht nur der Satz aus den Sprüchen, unten die Deutung, dier bei uns fehlt Da finde ich denselben Satz mit einem mal in M. M. hinter Juda ben Thema Ab. 6■ wieder, z. T. mit demselben Zusatz. Erklärung: Der Satz wanderte noch nach dem Abachi08 der Mischna umher, wie ich in meinem Buch ״Die Mischna etc.* (Trübner, Straß bürg) viel dergleichen gezeigt Soll ich Goldschmidt für diese unbeabsichtigte, aber deshalb um so wirksamere Unter- Stützung gram sein? Dieselbe Erscheinung zeigt sich wieder bei ע ע p, der im M. M.—Ende S fehlt, «eh dagegen Ende 6 in der Baraitha wiederflndet Wenn ein größerer als Baraitha erkennbarer SebluBsatZ sich 6 am Ende findet, so wird der Satz עז פנים לנועם im M. M. statt Juda ben Thema vielmehr Juda Hanassi augeschrieben. Heißt er doch der Heilige, der Schamhafte; betet er doch am Femhaltung der ע?י&נים (wie unsere Morgenberakhot ee enthalten) am Ende seiner Tefilla. Und wenn Rabbi 4n ein Satz zugeeehrieben wird(kf.lLx. St ), den Ab. 2« sein 80bn auepricht, so liegt das daran, daß Ab. 2« *הוא חי' אזמן •Bf Babbi zurückgeht und die Worte seines Sohnes spätere Einschiebsel sind. ga^:.; Deswegen bemerke ich dennoch zn 1■, daß man nach der Halacba den Zehnt, für den die Thora das Maß angegeben hat, nicht, wie die Theramah, nach Gedanken (*לנחשב כן) abgehoben werden darf, man also in Zweifelsfällen eines Lehrers bedarf, um weder su viel, noch su wenig su tun. Ich teile Im auch Goldsehmidta Stimmung gegen all die alten and modernen Erklärer nicht. Man kann sich also auch als Beurteiler so verschieden beleumundeter Bücher aus der Falle ziehen — am einfachsten dadurch, daß-man das Anerkennenswerte nicht totechweigt und daa, worin man anderer Meinung ist, nioht unbillig und einseitig hervorkehrt. Mir erscheint, wie obige ganz vorausaatsangaloee Wahrnehmungen zeigen, die vorliegende Ausgabe nicht nur als brauchbar, sondern sogar als Stütze für meine Auffassungen bezügl. der Mischna. Einem andern, der ohne Voreingenommenheit hineinblickt, wird sie wieder etwas anderes bieten. Was soll denn ein solches Buch noch mehr, als dem Unkundigen den Text übertragen, dem Forscher eine Leiterin sein bei seinen Fragen über daa Werden der Mischna? Und darf ein solches Werk gar keine Mängel haben? Dem Unkundigen sind dieselben kein Hemmnis und dem Kundigen bieten sich die Berichtigungen von selbst. So stallt sich ans in vorliegender Abothaasgabe vielleicht ein kleines Abbild der großen Talmudausgabe dar. Wir werden demnächst die Streitfrage über deren Wert anachneiden. Aach sie wird bei genauer Prüfung sich vielleicht als besser, denn ihr Ruf, erweisen. Und an die Lesewelt ergeht in solchen Fällen mit doppeltem Rechte der Rufi sich weder auf die Lobpreisungen der Einen, noch auf den Tadel der Anderen zu verlassen, sondern selbst au prüfen. Vermischtes. Bäthgen führt in der Zeitschrift für die deutsche morgenländische Gesellschaft (Z D M G) 67m als Akrostichon von $ 2 an יליני א' לאשתו allerdings nur bis עבדי etc., wonach Alexander und Salome die Verfasser des zweiten Psalms wären. Minocchi in Revue biblique (Jerusalem, Leeoffre) will da-!gegen: <j> 2 als messianisch festhalten. " Nach Bäthgen fallen die beiden Schlußsätze nicht in die akrostichisohen Verse; auf ihnen beruht aber vorzugsweise ~ie weitgehende measianische Erklärung von 4> 2; nach Minocchi ist wahrscheinlich die akrostiahiache Entdeckung ein Zufall. Schill Z A W (Zeitschrift für alttestamentiiche Wissenschaft) 28 u> erklärt Gen. 2« כי בו שבת טעשוח כל טלאכתל י(אשר ברא אלקיס) לעשות auch auf dies Schlußwort bezieht sich כי בו שבת- Cheyne, book of psalms (London, Trübner, 1904) unterscheidet zwei Psalter: einen aus nordarabischen Verhältnissen her und den späteren, der die alten Lieder im Sinn des späteren Judentums umgestalt-te. Der jüngere Psalter bietet ז mehr für die Erkenntnis der Religionsgeschichte. * W. Erbt, Encyclopaedia Biblica (London, Black) behandelt (das. 46im ff.) die Tobithg״schichte. Er trennt die Achikar- Beziehungen und andere Einschiebsel von dem vorliegenden Buch ancThetont dessen nichtjüdischen Ursprung. Er nimmt an, daß eine Legende, welche die Verdienstlichkeit der Totenbestattung betont, unter den Völkern des Altertums weit verbreitet war. (Diese Auffassung bedarf einer sehr eingehenden Prüfung.) Hoonacker (R B 12!«—■י) behandelt die Eotstehungsgeschiehte des Hiob Die einleitende Erzählung ist eins mit 8—;81. Die Gotteereden und der Schluß stammen von einem zweiten Dichter, der den Stoff dazu aus dem Vorausgehenden nahm. Ein anderer Nachdichter fügte die Reden des Elihu an die ursprünglichen 31 Kapitel an. Nach dem Urhiob hat dar Held seine Leiden (abgesehen von einer vorübergehenden schwachen Stunde) bis 81 geduldig getragen. Die beiden Nach:■ ,dichter wellen die ifreiHHIien' des Urhioh‘>in religiösem Sinn umbiegen. (Sehr geistreich und anregend; ob aber wahr?) ׳ Im Maulbronner Seminarprogramm leitet Nestle 2. KSn. 19« שרפה von shadoof (egypt) B.ewässerangsmaschine her, die die Septuaginta zofx^jia übersetzt. Dadurch wird jedenfalls die griechische Uebersetzung beleuchtet; an sich kommt!”®שרף=שדף שד her, wozu שרפה דרקון (Deut. 28a) zu ziehen sind. r 1 Aufbau u.Quellenscheidung Von Dp. L. A. Rosenthal Rabbiner zu Preußisch Stargard 1. Teil: Dl« Ordauag Seralm. Erste Hälfte: Von Berakhet Ms Sohebilt ■ Preis 6 Mk. - lieber de■ Zusaaannhang der Mlsohaa, 2 Teile, ä 2,50 Mk. Von der Zunsitiftung und Königtwarter« üitung unteratütxt. Carl Trübner’s Verlag, Straßburg.!■halt der Numider IS. WISMesohaftHche Aefbitze: Im Kampfe um Bibel und Glauben. (Fortsetzung.) — Kleidung im biblischen und talmudischen Schrifttum. Von Dr. Adolf Rosenzweig. (Fortsetzung.) — Utteratariericht Recensionen: Sprüche der Väter. Von Lazarus Goldschmidk — Venaiscbtes. •Verantwortlicher Redakteur: Rabbiner Dr. L. A. Resenth.'.l in Preußisch Stargard. Druck von Arthur Scholem, Berlin.