Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 28 (1904)
- Issue
- No. 5. (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 2)
- Language
- German
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18 Kleidung im biblisdien und talmudischen Schrifttum. Von Dr. Adolf Rosenzweig, Rabbiüer der jüdischen Gemeinde Berlin. (Fortsetzung.) Höllen und Umschlagetücher waren häufig ־־ mit bunten Stickereien, auch mit eingewebten und eingestickten Buchstaben und Zeichen versehen 1). Am besten verstanden es die Araber, ihre Hüllen und Ümschlagetücher umzunehmen. Ihre Art des Umhüllen8 galt als die beste2). Namentlich der Gelehrte sollte die Hülle angemessen umnehmen — 4 Dinge sind es, die ihn charakterisieren: sein Geldbeutel (wie er Geld ausgibt), sein .Becher (wie er trinkt), sein Zorn (wie er sich in der Aufregung bemustert) - und die Art seines Umhüllens3)! Verschieden von der Art der Nichtjuden, ihre Hüllen umzunehmen, war die Art, wie die Juden dieses taten; daher Einzelne, um sich weniger kenntlich zu machen, die Axt ihres Umhüllens in Zeiten der Verfolgung änderten1). Richter umhüllten ihr Haupt, um ihre Unparteilichkeit anzudeuten, ehe die Gerichtsverhandlung begann5). In der biblischen Zeit legten Trauernde ein grobes härenes Gewand an und umhüllten das Haupt mit einem Tuche, das bis an das Knie reichte6). Der Mantel7) ist das weite Oberkleid über dem Unterkleide, zumeist aus groben Wollstoffen zum Schutze gegen Regen und Wetter verfertigt. ') Git. 20a; bemalte und goldverbrämte Umhängetücher waren nach der Zeretörang Jerusalems verboten, J. Sota 24c. *) M. k. 24a; die Araberinnen, Sabb 6.6. *1 בכיסן בבוסן בכעסן ובעטיפתן d e. 8.5; Er. 65b fehlt das letztere. — *) Gen. r. 82 wird solches von 2 Schülern des R Jose erzählt. *) Sabbat 20 c. *) Joel 1,8; 2. Sam. 3,31 u. ö : 2. Macc. 8, 19; vgl. Koh. r. 7,27,8. v. טיבה חכמה• T) אפוד. Sept. exiujui;, der Mantel des Hohenpriesters aus Linnen, 1. Sam. 22.28, Schulterkleid aus 2 Blättern, das eine am Rücken, das andere an der Brust, an den Schultern durch Spangen verbunden, Ex. 25,7 (davon אפך, den Mantel umhängen, Ex. 29,5); 'מעיל ך,א, der Uihhang um den Mantel, מעיל, Targ. סנטר (D* * •*)e Ableitung von נטך ist nicht annehmbar, Fraenkel, S. 52) vgl. Toa. B. b 6,5, talarartiges Kleid des Hohenpriesters aua purpurblauer Wolle (vgl. •Sabb. 88b) mit Schellen und Granaten an den Säumen. אדרת, weiter Mantel, Mantel überhaupt I. K 19,18; יא' שנער babylonischer Mantel, Jos. 7,20,24; א' שעף/ zottiger Mantel, Pelz, Sech. 13,4. Für '1 ,א. K. 19,13, 2. K. 2,8 (vgL Targ. Jos. 7,21) hat die gr. Uebers אצטלא, Targ. zu Gen. 25,26, בלן, ykoiv« (verschieden von 7 יכלמיס/«pü;), bei den Römern: Palndamentum; nach Strabo L. II, p. 119 mehr oval als rund und kurz, nm das Gehen zu erleichtern, in Athen von jungen Männern getragen, Lucian amor. 1,914; כלן ist Nebenform von יככלא vgl. Geiger, Ztech. X, S. 228; לא!®, palla, pallium, das Staatekleid, welches Japhet trägt, Gen. r. 86, auch אןייליון, Sabb. 120a, Raschi: יפילמסי אפילי7ת J. Ber. 4c; ולון^ ,®וליק®, Nidda 67 b, <pAovr,^ amvikrfr paenula, ManteV, vgL Brüll a. a. O. 8.46 alle Stellen und Lesarten; Num. r. 4, פעלי ק, Vielleicht dasselbe oder יפפלחן *fc’*■®'׳, der rund geschnittene Mantel der Römer; 6 יגלם) ,נלימא ,גליםur formlosen Masse machen, 2. K. 2,8, zusammenwickeln, s. Fleischer zu Levy, T. W. I, 143), im Gege. zu ילבלשא Sabb. 114a u. zu Seine Form war talarartig8). Zuweilen war er mit einer Kaputze, auch mit Aermeln versehen9). Der Farbe nach waren die Mäntel zumeist schwarz, nicht selten aber auch andersfarbig10). Als vornehmes Kleidungsstück wird der Mantel besonderer Schonung empfohlen, daher als Regel galt: rolle den Mantel, ehe du dich setzest11). Wie der Mantel in alter Zeit die Propheten charakterisierte, also kennzeichnete er auch im talmudischen Zeitalter die bedeutende Persönlichkeit12). Gelehrte wurden mitEhrenmänteln bekleidet13); daher der Ausspruch: Gelehrte, die bei religiösen Entscheidüngen verbieten, WH8erlaubtist,unddadurch Schaden anrichten, sollen ihres Ehrenmantels entkleidet werden 11). Diese Mäntel waren zuweilen mit Goldhorten verziert15). In solchen Mänteln, mit den Gebetriemen an Händen und Häuptern, saßen die Gelehrten tagsüber bei ihrem Studium 16). Auch zum Gebete wurde ein Mantel umgenommen17), vielleicht um die mangelhafte Bekleidung Einzelner 7u verhüllen. Dieser Gebetmantel ist charakteristisch für Israel, er gilt als sein Staatskleid18). Nicht selten kam es vor, daß auch Ungelehrte und Unwürdige sich mit ihrem Gelde einen Ehrenmantel, d. h. eine führende Stellung verschafften; ein derart erworbener Ehrenmantel wurde mit der den Rücken des Esels umhüllenden Decke19) verglichen — Ungelehrte, die sich mit dem Mantel der Gelehrten פתורא• Nidda 20a. — ינולתא Sabb. 77b; Gen. r. 36 wird גוליץ zur Erklärung für יסרבלין Dan. 3,21 gesetzt; יסרבלא arab- ■ sirbalu. Sabb. 58a zu Dan. 3,21, von einem Gewände, das über die Sohultern gelegt wird, vgl. Lagarde, Ges. Abh. S. 206; יברבלתא nach Einigen mit טלית identisch, Ber 20a, vgl. Ar. 8 v.; יטרקיס Sifre Deutr. 284, 1. קרקלין, *apozakLev, langer keltischer Mantel, ־ כרדוט/s!p13u>r&; (ec.׳עוז.׳/־/), ein mit Aermeln versehener langer Mantel, Trg 1. Sam. 2, 28; י0מס *r(0;, der Waffenrock der Römer, Ned. 56b, Hai zu Kel. 29,1 mit בורניס burnus erklärt; vgl. יסדם grober Mantel, ajich als Nachtdecke benutzt, Sifre Deutr. 243; Ohol. 11,3; יפלדסא Trg. Rieht. 14,12; Meg. 4,3; vgl. Sachs, Beitr. I, S. 164; בורסין sing יבורס B• Sachs, Beitr. I, 188, burnus, ähnlich der Cblamys, J. Kel. 9,4; Kil. 9, 7, keinesfalls mit בורדסין ln Verbindung zu bringen; vgl. Brüll a a. o. s. 36; אמלין, Mantel, vgl. Brüll, Jahrb. I. 198. 8) Vgl. Sabb. 77b, das Wortspiel: נלימא שנעשה בו כגולם• *) Vgl. יכרדוט Trp. 1. Sam. 2,28. 10) Vgl. Sanh. ltOa; M. k. 28'a wird berichtet' Rab habe auch in der Trauerzeit ein rotes Gewand getragen; blaue Mäntel, Sanh. 110a. ") Sabb. 77b: ינלי יאתב גולחא vg]■ B. mez. 26a; J. Tan. 2,4 — 2 •צקלון. K. 4,42 wird von Einigen als Mantel, von Anderen als Sack für Lebensmittel genommen;!יסירו Ar. nach Hai Gaon: Stück vom Mantel, das, an die Aermel geheftet, als Aermelverlängerung gedacht wird. '*) יכלידים Gen. r. 89; סדא Ehrenmantel, Ber. 28 a. •*) Lev. r. 2. “) Chul. 48 b. 15) B. mez. 85 a. 18) Koh. r. 4,2, s. v. . •רעבתי יטלל) טלית (ז' umhüllen, vgl. jaik. Gen. 128 שמלה זז טלית) Sabb. 68 a; 'ינטל ט das Amt eines Gemeindevorstehers übernehmen, Ex. r. 27; *עטף ט, sich mit einem Mantel umhüllen; ינתעטף si°b einhüllen. ' 1S) J. Tan. 67a. 19) J. Bic. 65 d. L