Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 28 (1904)
- Issue
- No. 1. (1904)
- Date
- 1904-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 1. — 1904. tidisehes Litteratur-Bl < Zur Beleuchtung aller Judentum und Von Rabbiner Dr. M. Rahmer in Magdeburg. Bücher der Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden literarischen Er- •cheinungen auf dem Gebiete der Philosophio, Geschichte, Ethnographie, Theologie, Orientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Von Rabbiner Dr. M. Rahmer in Magdeburg. Verantwortlicher Redakteur i. V.: Rabb. Dr. L. A. Rosenthal in Preußisch Siargard. Verlag und Expedition: Arthur Soholem, Berlin C.. Roß-Straße 3. Bücher der deren Besprecl r gewünscht wi: Manuskripte si alirg. XXVIII Inserate u. dition fr ei: ischldgigen Litteratur, ung in diesem Blatte irjd. sowie Briefe und an die Redaktion ^Silagen an die Exponco einsusenden. Rshaer's ״JBrfItch•* * Litteratur - Blatt*1 erscheint moaatlieh Arthur Scholem, Berlin, Ro&str. 3) vierteljährlich •Ise Mark welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljäl werden mit 20 Ptg. die viergespalten^ wei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei — Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden l^rlicb 3.— M. kostet, erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ als Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin iu sende t direktem Besuge durch ^reaüttsskta Woekaaaehritt**, Oratls-Beilage. — leaerata Abdruck einzelner Artikel nur mit der Angabe! ,»Au• Rahmer’* Jüd. Litteratnr-Illatf" geetattet. Kleidung im biblischen und talmuilischen Schrifttum. I Von Dr. Adolf Rosenzweig, j Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlinl. (Fortsetzung) \ Die Wäschereien befanden sich, weil die Ingredienzien, die zum Waschen und zur!Appretur verwendet wurden, einen üblen Geruch verbreiteten, außerhalb der Stadt1). Daselbst befanden pich auch Teiche, in denen Wäsche, Flachs und Garn geweicht und gewaschen, andere, wo sie gespült wurden2). Um die Zeit zu kürzen, erzählten die Waschenden allerlei Geschichten; daher eine Erzählungsart den Namen ״Wäscherfabel“ führte8). Zu den Ingredienzien, die beim Waschen und Walken Verwendung fanden, gehören: Das Nitrium4), zum Waschen von Leinengeweben, auch jzum Reinigen des Kopfes, Borith5), namentlich zur Appretur ') 2. K. 18, 17; Jes. 7,3; 86, 3. -) B. b. 99 b; 25 a 2 בית המשרהum Weichen, |Koh. r. 8. v. יגברכת הבובסין;בכל עת b, b. 19«; מחמצן. •m Q®««• מנריאן zum Spülen, ib. { *) משלזת ר.בןבס׳. Succa 28a; B. b. 134a. Nebenbei sei bemerkt: der Name Aesop, dessen Träger unbekannt lund dessen Deutung mehr als zweifelhaft ist, ist wohl auf 4אןן zurückzuführen — 1. K. 5, 12 wird mitgeteilt, Salomo habe|3000 משלים gesprochen und im Anschluß daran V. 13: er habe! verstanden über die Hölzer der Ceder, die am Libanon ist, bip zum Isop, der die Wand hinansteigt, zu sprechen — die 61נ'*'!1־>^7לב ist die Bezeichnung für die Pflanzenfabel. die jedenfalls älter als die Tierfabel ist, vgl. Ri. 9,8—16; 2. K. 14,9. j *) נתר. talm. ינטרק v‘~p°v, Laugensalz; nach Hier, zu Jer. 2,22, ein an feuchten Plätzen wachsendes Kraut, dlessen Asche zur Reinigung der Wäsche gebraucht wird, vgl. Sprüche 25, 20; erwähnt wird alexandrinisches N. Tos. Nidda 8,10;j Nidda 61 b; יאשלג Nidda 62a; ישלנא Alkaliart, vgl. J. Sabb. lg b, wo 'אש mit אצרות רוח (wahrscheinl. 3 יאצטמתא&pou&t’ov Sl. Levy 8. v.) erklärt.wird; קלניא, Alkali, J. Sabb. 12b; לימוליא od. 'קימ1נ. kimolisebe Erde, natronhaltig, von der Insel Kimolus, Plin. 35,196, Nidda 62a, als Reinigungsmittel für Wäsche mit Blut- Hecken. i ») יבוריח Jer• 2,22; Mal. 3,2, nach Einigen Seifenpüanze, auch Laugensalz, Nidda 62 a. der Stoffe, ferner Alaun1). Aloe2) und ähnliche Substanzen, die aus dem Safto oder der Asche verschiedener Pflanzenarten gewonnen wurden8). Gefärbte Stoffe und Kleidungsstücke erforderten besondere Vorsicht beim Waschen und Reinigen, weil die Reinigungsmittel, namentlich die Seife4) die Farben leicht angriffen5). D e Reinigungsmittel Palästinas waren besser, als die babylonischen8). 9. Eine eigenartige Erscheinung bildete im Morgenlande der Kleideraussatz, der sich in grünliehen oder rötlichen Flecken an wollenen und leinenen Kleidern darstellte. Er entstand wahrscheinlich durch die nicht seit 5n jauchige Müsse, die der Aussatz am menschlichen Körper erzeugte7), und die sich dann auch der Kleidung mitteilte, vielleicht auch infolge mangelhafter Ventilation in den Wohnungen. Mit Aussatz behaftete Kleider wurden verbrannt. Gefärbte Stoffe uni Wolle, die von einer Mißgeburt stammten, wurde 1 durch den Aussatz nicht unrein8). Bekannt war die Kleidermotte, die an den Kleidern Schaden anrichtete9). 10. Man unterschied Som uer- und Winterkleider10). Alltags- und Festkleider11), Kleider für )4 a, ein mittelst Alaun 1: Alaunwasser wurde dauerhafter zu machen. >) צריפתא .צריף. Ket 79 b; Sanh dichtgemachter Mantel; Hai zu Kel. 2, mit dem Farbstoff vermengt, um ihn אהל (י, Sabb. 90 a. 3) Vgl. וותא, Nidda 62 a; כרשינת Lauchart gewonnen, Ker. 8a. *) ״״* .ספון צפה, ung. Szappau בוריר. Laugensalz ans B. k. 93 b; Tos. Nid. 8. 5) Nidda 62 a. 6) Tan. 29 a. ’) Lev. 13,47—59; vgb Meg. 1,1. 6) Sifra Tasria 5,13; vgl. J. Kil. 9 daß von Natur schwarze Wolle, die mit ist, nicht verunreinigt; über die Wol! 8. ßech. 17 a. 9) סס, ass. sesu, griech.: Jes. ״>) Vgl. Spr. 81, 21. ,מחלצה (י, Jes• 3,23; Sech. 3,4, 'חלף שס, das Alltagsgewand ablegen legen, Gen. 45,22; 'חליפות שמ. Se!>1 חליפות für -חליפות בגד, Rieht. 14,11 Schönheiten, feine Kleider, Ez. 27,24; v,fl vollständig ausgerüstet; ב' חמודות, Pracp ב' תפארת. Jes. 62> 1• wo angenommen wird, dem Aussatz behaftet e von einer Mißgeburt 1,8. das Festgewand; vgl und Festgewänder an- 4.: Wechselgewänder: סכלליס. eigentlich; . Ez. 88,4 לבשי סכלןל, itgewänder, Gen. 27,16;