Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 27 (1903)
- Issue
- No. 24. (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 24. - 1903. Jüdisches Jahtg.XXVII. Lillcialur-BlaU. Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden litterarischen Erscheinuagen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie, Theologie, Orientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Von Rabbiner Dr. M. Rahmer in Magdeburg. Verantwortlicher Redakteur i. V.: Rabb. Dr. L. A. Rosenthal in Preussisch Stargard. j Verlag und Expedition; Arthur Saholem, Berlin C., Ross-Strasse 3. Bücher der einschlä pgen deren Besprechung gewünscht wird. 8« Manuskripte sind an Inserate u. Beilag d ition franco Litteratur, i n diesem Blatte wie Briefe und 4ie Redaktion an die Expe nnzueenden. Rahner’• ״Jüdische• Litteratur ־ Blatt“ erscheint moaatlloh zU־ei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei direkt׳ Arthur Scholem. Berlin. Rossstr. 3) vierteljährlich eineMark. -j- Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden ״laraeliti n welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen tPTerteljähflich 3 - M kostet, erhalten das ,Jüdische Litteratur-Blatf‘ als Bratls werden mit 20 Pi«. die viergespaltene! Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu senden. Abdruok einzelner Artikel nur mit der Angabe! ״Au* Rahmer’s JOd. Litteratur-Blatl" gestattet em Bezüge durch!oh•■ WoohtMShrlft*4, Beilage. — lasarat• Kleidung im biblischen und lalmudischen Schrifttum. : Von Dr. Adolf Rosenzweig,! Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlin.l (Fortsetzung.) י 6. Neben der einfachen Weberei aus einem Stoffe war schon früh durch das Eindringen fremder Kulturelemente die Kunst- und Buntweberei und Wirkerei bekannt1). Vor allem war es de)־ Einfluß Egyptens, dessen Kunstweberei früh berühmt geworden war. Auch die Perser brachten geschützte buntgewirkte Teppiche mit Tierfiguren und kostbare, mit Goldflittern durchwirkte Kleider zu Harkte'־). Besonders geschätzt waren wegen ihrer glänzenden Farben und der in Gold gestickten Tierfiguren die Gewebe Babylons8). Farbenprächtige, namentlich durch ihre Weichheit bekannte Teppiche für Betten lieferte Milet4). Am Hofe von Byzanz, wie in den vornehmen Häusern der Stadt und Provinz, wurde die Kunst, feine Gewebe in Gold- und Pufpurfäden anzufertigen, vielfach geübt — die Frauen verstanden >) מעשה חשב! Kunstwirkerei, Ex. 26, 1 u. ö.: 2 jChr. 16, 15, Damaststickerei mit Figuren;;ימעשה רקב Buntweberei, (יו־קם mit bunten Farben weben, sticken). Die Arbeit das cp־“ war von geringerem Wert, als die des חשב; zu beiden vgl. ׳),os■ Schek. 3, 14; Jalk I 372, wo der Unterschied auf die Zahl der gestickten Figuren zurückgeführt wird; מעשה חשב שני פרצופין מעשה רקמה;רוקם פרצוף אחר• R«■ 5,30; P8. 45,15; Ez. 6,10ן buntfarbiges Zeug; ברמים (ass. burrumul, Ez. 27,24, buntgewirkte Stoffe, vgl. ■׳.aßSttiro!, vestes scutulatae, gewürfelte Zeuge mit vielfach sich abwechselnden Farben; בגד מנומר, vidifarbig gewebtes Kleid, Neg. 10,4; אפקליטין, buntgewirktes Kleid, vgl. Thr. r. Anf.; Sept. zu Ez. 16, 10 gibt רקמה mit ־«'*lüivl אפקליטין פולקטין wieder; vgl. Hhl. r. s. v. יגן נעול w0 angegjeben wird, Akylas habe רקמה mit plecton übersetzt. ■J) Vgl. Ez. 27,7; Plin. 7,56; Strabo 11 p. 498; Her. 3,47. Besonders geschätzt waren die farbenbunten Teppiche Ale Mandriens. Vgl. Plaut. Pseudol. 1, 2. 14: belnata conchyliata tapetia. Die Erfindung dieser färben- und ligurenreichen, mit Hilfe der Webstühle erzeugten Gewebe wird den Alexandrinern zugeschrieben; Plin. 8,74,196; vgl. Arist. Frösche 937; Hipparch, Athen. 11, S. 477; Menander bei Athen. 11,488. 1 3) Martial 8,28.17; Arrian, Anab. 6.29.5; Edikt des Diocletian 10,8. Vgl. Paus. 2,11. 4) Vgl. Arist. Frösche 648; Theokr. 15. 125.! die Gewänder es, durch Stickerei mittelst der Nadel mit bunten Fäden gleichsam zu bem den1). 7. Da die Alten, wie bereits erwähnt wurde, nicht ganze Stücke Zeuges webten, von denen man bei Bedarf einzelne Teile zur Verarbeitung von Kleidern abschnitt, sondern auf dem Wehstuhl von vornherein ganze Kleider fertigstellteij; da ferner die Kleidung für den Familienbedarf im Hause verfertigt wurde — selbst in der herodäischen Zeit sind noch fürstliche Frauen mit der Herstellung von Kleidern beschäftigt2) — war in Alt-Israel für das Schneiderhandwerk kein Raum vorhanden. Erst in der Mischna finden wir die Bezeichnung für 1 len Schneider3). Das Merkmal für seine Zunft ist die Nadel am Oberteil des Oberkleides4). W ir werfen einen Blick in die Schn«!iderwerkstätte. Auf dem Arbeitstische erblicken wir Läppchen4) mit größeren und kleineren Nadeln6) und Scheren7)׳. ') Acu pingere, Philostr. Imag. II, 5; Sozi m., Hist eccL 9,3; die Erfindung wurde auf die Phrygier zur jckgeführt, daher phrygio und phrygiona als Bezeichnung füi Sticker und Stikkerei, Plin. 8,74,195, vestes Phrygiae bei Virg..Aen. 111,484, Ov. Met. VI. 160 gestickte Kleider; auf bsiden Seiten versehiedene Bilder. J. Schek. 51b; שבץ Ex. 2), 89, (Etymologie unbekannt): durch eingewebte Goldfäden würfelförmig gemusterte Gewebe erzeugen, Ex. 28,89; mit Goldfäden durchwirkte Stoffe, Ps. 45, 14. Gold wurde düi n geschlagen, in schmale Streifen zerschnitten und mit Purpurfäden vermengt gewebt; vgl. גימונית, Suc. 3,8; Tos. Sabb. 4,11; Göldwirkerei vgl. Plin. 33,62; Yates p. 366; Senec. Ep. 90,45; Marquardt a. a O. S. 144 ff. Silberwirkerei war nur si lten, vgl, Jos. Ant. 19,8,2; Philo, de vita cont. 6, Vol, 5, p. 35(. а) Jos. bell. 1, 24, 3. s) חטט) חייטא ,חיים, graben, bohren, זיןן זט womit gebohrt, genäht wird: die Nadel: חוט, Faden); חייט nähen, auch תופר חפי, vgl• Raschi zu B. k. 119 b s. v. מנהג — Di ■nie! der Schneider, Lev. r. 32; Justus der Schneider, Hhl. r. t. v. לא ידעתי; die Geschichte eines frommen jüdischen Schneidei s, den Gott in einem zu Sabbat gekauften Fisch eine Perle finden läßt, Gen. r. 11; ein jüdischer Schneider in .Rom, bei Nicht,uden in Arbeit, J. Scheb. 35c, Jalk. Gen. 16. *) Sabb. 11 a, b. б) חרט) סחרטוט) Läppchen, Lappen, Sibb. 21, 2. 6) מחט, die Nadel 'חודה של מחט, Nadelspitze, Hhl. r. s. v. חרירה ש'מ';אני ישנה Nadelöhr, au<:h חריר Kel. 13,6; קופא, B. m. 38 b; vgl. Ber. 55 b: man zeigt Traume einen Elefanten, der durch’s Nadel ) Buber מ' ש' מיתת :החודש, Nadel zum Näher 1 Ohol. 1, 4; מ' ש' סקאין, Nadel zum Nähen gro ונ מספרים ר, Bei. 3,11; ודא, Meg. 16a, dem Menschen im ihr geht. Pes. ed. mit dünnen Fäden, er Stoffe, Orla 61 a. schi das. A