Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 27 (1903)
- Issue
- No. 21. (1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 21. — 1903. Jüdisches Jahrg. XXVII. Litteratur-Blätt. I Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden litterarischen Eracheinungen auf dem Gebiete der Philo• sophie, Geschichte. Ethnographie. Theologie. Orientalia. Exegese. Homiletik. Von Rabbiner I>r. M. Rahmer in Magdeburg. Verantwortlicher Redakieur i. V . Rnbb. Dr. L. A. Rosenthal in Preussiseh Stargard. Verlag und Expedition. Bücher der deren ßespre• gewünscht wi Manuskripte 8: Inserate u. e nschlägigen Litteratur, <11ung in diesem Blatte ird. sowie Briefe und nd an die Redaktion Beilagen au die Expe Liturgik und Pädagogik. Arthur Scholem, Berlin 0.. Ross-Strasse 3. d i tio n f anro einzusenden. Raflmer’s ״JQtNaches Litteratur - Blatt“ erscheint moaatlloh zwei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder be Arthur Scholem. Berlin. Rossstr. 3) vierteljährlich eine Marie -• Die Abonnenten der in demselben Verlage erscheinenden welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3 — א kostet, erhalten das ..Jüdische Litteratur-Blatf all werden mit 20 Pi». die viergespaltenf Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu sendj־ direktem Bezüge durch Israalitlaoha» Woohaatohrlft“. Qratis-Beilage. — Inserat• Abdruck einzelner Artikel nur mit dar Angabe!!!Aus Rahmer'! JDd. Litteratur! Blatt“ gestattet. Kleidung im biblischen und talmudiscben Schrifttum. Von Dr. Adolf Rosenzweig, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlin. 1 Fortsetzung.) Leinene und baumwollene Zeuge1 *) waren nicht teuer'-׳), galten aber als unpraktisch, daher die landläufige Redensart: wer Geld hat und es leicht loswerden will, der kaufe sich leinene Gewänder3). Bei dem weiblichen Geschlechte waren sie sehr beliebt, worauf der Rat hinweist: wer sein Weib erfreuen will, der bekleide es mit leinenen Gewändern4*). — Tänzerinnen und Hetären trugen gerne Kleider aus schleierähnlichen, weichen, meist hellen, oft auch rosaroten Geweben, deren Anfertigung zuweilen Jahre in Anspruch nahm. Solche Gewebe, Tarentiniada genannt, weil sie namentlich in Tarent angefertigt wurden5), waren so fein, daß sie in dem Hohlraum einer Nuß Platz fanden6). Berühmt waren die Byssusgewänder aus Pelusium. Ein solches trug der Hohepriester am Morgen des Versöhnungstages, während er am ') ׳בוץ Ez. 26, 16, der t.vrische, nach ib. 6, 7 aus Aram importiert, während der egyptische יציע (egypt. schenti, vgl■ Bunsen, Egyptens Stellung I., S. 606) hieß, vgl. Ez. 39,28, wonach das Hüftenkleid der Priester aus gezwirntem ש׳ע bestand, daneben auch Kleider aus 2(־, vglib. 28, 12; vgl. die syr. Uebersetzung zu Ez. 9.6; Targ. Jes. 42,17; zu 2ףץ vgl. 2. Chr. 2, 13; 3, 14 später für ש׳ע gebraucht. Esth. 1, 6 feine baumwollene Zeuge C2~!2 zci'.־a3׳׳;, Sept. )3330;, von dea Griechen auch 3!v?<;!v (hat nichts mit 2ךין zu tun) und itiöv/ (;יאותוני Hhl. r. 3,11 איטונין rieht '(אי:־. Trg. 1. Esth. 1.6; bibl.;אבו,. Spr. 7, 15) genannt. 1־I Vgl. B. mez. 60a, das. erklärt Raschi צדי־א mit 2כדי קנבום 3) B. mez. 24 a. 4) Ket. 50a 5) Vgl. Cicero ad Verr. 4,46: Ket 28a: Kel. 28,9 das feine netzartige Hemd der Dirne, durch welches der Körper sichtbar blieb, vgl. Tos. Joma 1,22, wonach auch die Priesterkleider 80 fein gewebt waren. '׳) Vgl. Eusebius, Kirchengesch. II c., das Kleid des Herodes. Solche durchsichtige Gewänder wurden von den Griechen Nebel genannt, Thurneb. adv. 1,5; Euripides beschreibt den Mantel der Iphigenie, der so dünn war, daß sie durch ihn, nachdem sie ihn um den Kopf geschlagen hatte, gut sehen konnte; vgl. Poll. 4, 104. Nachmittage ein indisches anUgte1). Als wenig dauerhaft galten römische Leineri. Solche zu kaufen ward als Verschwendung angeseh en '-׳). Fein gewebte und darum an den Körper eng sich anschmiegende Leinenzeuge wurden in Beth-Schnan und Bp-Mechusa verfertigt3), grobe Gewebe lieferte Arbelia4). ~ Ruf der Dauerhaftigkeit besaßen erzeugten Gewänder5). Kleider ') Git. 59 a: מימרא. verwandt mit oma 34 b: פילוסץ Gewänder aus Pe Den die in Nehar—Abba aus groben Stoffen wurden vielfach aus überseeischen Gebieten ein geführt6). Die Bewohner von Hadramauth trugen Gewiinder aus Papier7). — Lumpt n und unbrauchbar gewordene Kleider wurden zun Bedecken von Gefäßen benutzt: man zerzupfte sie auch zu Wolle und bereitete aus ihnen Dochte8). Fraglich ist es. ob das biblische Zeitalter die Seide9) gekannt hat. Gewiß ist es, daß sie, seitdem מירא, auch 3 ,סובניG'ß<0״v usium; vgl. Raschi zu Kid. 22b; auch indisches Eisen wird erwähnt, vgl. A. 8. 16a, vielleicht ist, wie Ab. R. Nat. 28, 2 ־,ודןu lesen. '-) ü. mez. 29 b. Noch im 4. Jahrhundert waren kaiserliehe-Webereien in Rom; vgl. Not. Dign. occ. X. Solche befanden sich auch in Spalatum und Salona. Die aus letzterer Stadt wurde später nach Pannonien ■v erlegt. 3) Ket 67a; Tanch. Buber, Gen. 18,24; solche Gewänder hießen תותב• *) Koh. r. 1, s. v. ';בי כרב ח; der sich etwas zu Schulden kommen Leinenstoffen aus Beth-Schean — so Jen. r. 19: der!Gelehrte, läßt, gleicht den feinen )ald ein kleiner Fleck an ihnen zu merken ist, sind sie wertlo;1: wie gering aber ist der Wert der Leinenstoffe, die aus Arbeja kommen! 5) Sabb. 140 b. «) Sabb. 99 b. 7) Gen. r. 37; Jalk. Gen. 62. Der Hauptort für die Fabrikation des egyptischen Papieres wai Alexandrien,^dessen Bedeutung für diesen Artikel noch (rhöht wurde, weil es der Stapelplatz für den gesamten Ausfuhrhandel war, PL h. n. 21,68,70: Tot. orb. descr. 96, bei hi üller II, S. 520; über, das aus den Stengeln der Papyrusstaud 1 verfertigte Papier, siehe Marquardt, Rom. Privataltertümer, S. 389; in Syrien und Egypten wurden aus Papyrus auch T lue verfertigt, Theophrast, Pflanzengesch. 4,8,4; Seile aus Bast, Erub. 58a. 8) יבלה J°s- 9,5; יבאי J®r■ 38,11,12; das. סחבות •und מלחים, abgetragene, zerrissene Kleide •, Lumpen,קרעים, Lappen, 1. K. 11,30,31; פרנקא alte Kleider, mit denen man Gefäße.bedeckte, A. 8. 30a; Ruth r. s. v. תלכנה!, Meg. 11,12: Succa 51 a; Ket. 7,6; Sabb. 21a. 9) משי, Ez. 16,1013. vgl. Raschi zu St. : שויא> soie.