Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1903-01-01 · No. 17. (1903) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
27 (1903)
Issue
No. 17. (1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6492408-6582199-8757977--3161-4858329
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

מ«*___ 1; 4»V. - ''■***** 1 No. 17. —1903. Jüdisches £\ן '#־'11 ahrg. XXVII Litteratur-Blatt. Zur Beleuchtung aller Judentum und Juden betreffenden litterariechen Er• •cbeinungen auf dem Gebiete der Philosophie, Geschichte, Ethnographie, Theologie. Orientalia, Exegese, Homiletik, Liturgik und Pädagogik. Von Rabbiner Dr. M- Rabiner in Magdeburg. Verantwortlicher Redakteur i. V.: Rabb. Dr. L. A. Rosenthal in Preussisch Stargard. Verlag und Expedition: Arthur Scholem, Berlin C., Ross-Strasse 8. Bücher der einschlägigen Litteratur, deren Betprechinp in diesem Blatte gewünscht wird, sowie Briefe und Manuskripte 8in< an die Redaktion, Inserate u. Beilagen an die Expeditien fra iro eincusenden. lUkaer’• ״JItflacbet Llttoratvr- Blatt* * * 4‘ erscheint aoattlloli zwei Mal und kostet bei allen Buchhandlungen (oder bei Arthur 8cholem. Berlin, Rossstr. 3) vierteljährlich sie« Mark, — Die Abonnenten der in demselben Verlage -erscheinenden ״I welche bei allen Postanstalten und Buchhandlungen vierteljährlich 3.— ■. kostet, erhalten das *Jüdische Litteratur-Blatt“ als werden mit 20 Mg. die viergespalten״ Zeile berechnet und sind an die Expedition in Berlin zu senden. direktem Beruge durch rMltttsoh•• WtehMsebrlft*4. Iratls-Beilage. — laaritl Abdruok •!■seiner Artikel nur mit der Angabe! ״Aus Rahme■*’• JOd. Lltteretur-Bbrtt*' gestattet. Kleidung im biblischen und talmudiscben Schrifttum. Von Dr. Adolf Rosenzweig, Rabbiner der jüdischen Gemeinde Berlin. (Fortsetzung.) Besondere Vorrechte wurden dem Weibe betreff der Kleidung zugesprocben, da dessen Augenmerk darauf gerichtet ist, sich zu schmücken1) — müßte es sich selbst in Lumpen hüllen und manches entbehren, es schmückt sich gerne, namentlich für den Gatten; es schätzt Kleider mehr <18«׳ Essen.2) Der Mann ist verpflichtet, seinem Weibe ein der Jahreszeit angemessenes Kleid zu besorgen,3) zu jedem Feste soll er es wenigstens mit einer neuen Kopfbedeckung, einem Lendengurt und Schuhen erfreuen;4) daher die Geschenke für die Festtage zumeist aus Kleidungsstücken bestanden5). In einzelnen Gegenden wurde vor der Hochzeit der Betrag für die Kleidung des Weibes festgesetzt. Wo dieses nicht ausdrücklich geschah, da war der Ortsbrauch maßgebend.6) Der Sohn ist verpflichtet, wie für Speise und Trank, so auch für die angemessene Bekleidung des alten, gebrechlichen Vaters zu sorgen 7). — Man prüfe nicht lange die Würdigkeit eines Armen, der Kleidungsstücke verlangt,8) man gebe ihm gute Kleider, sobald er solche zu tragen gewohnt war.9) 8. Von Sprichwörtern und Redewendungen, in dersn Mittelpunkt das Kleid steht, seiem erwähnt: Drei Dinge erfreuen des Menschen Herz; die schöne >) J. Ket. 80a; Ket 59b. י) Sabb. 67 b, Midr. Esth. 8. v.ושחי Dl> ▼gl• Ket 86 b; Gen. r. 8t. ף Mech. Misohp. 9. ‘) Ket. G4b; Pes. 109 a. 5) Pes. ib. «) J. Ket 80 d. י) J. Kid. 61a; Toe. Kid. 1,11. *) B. b.9a; Jalk. Lev. •65; nach anderer Ansicht gilt diese« nur, wenn der Arme Brot ▼erlangt. «) Tos. Pea 4,10; Jalk. Ex. 298. Wohnung, das schöne Weib und das schöne Kleid1). Der Umzug von Haus zu Haus kostet ein Hemd, der Umzug von Ort zu Ort aber kostet das Leben ף. Wer die Zizis (Schaufäden) beaichtet, wird einen schönen Talith (Gebetmantel) erhalten3). So lange der Schuh auf deinem Fuße ist, zbrtritt den Dom4). So lange noch dein Gewand aüf dir ruht, beeile dich zu widerrufen (wenn du Falsches gelehrt hast)5). Das Gewand ist teuer demjenigen, der es trägt6). Wer im Gelehrtenmantel einherstolziert, ohne ein Gelehrter zu sein, der wird nicht [in die Nähe Gottes gelangen7). Wird der Purpurmantel des Königs auf dem Markte verkauft, daun wehe dem Käufer, und wehe dem Verkäufer!8) Ich bradche keinen Schuh, der größer ist als mein Fuß9). Nackt aber beschuht10 *). — Jemandem die Kleider nachtragen,11) bedeutet zu ihm in einem Dienstverhältnis stehen. Jemand in seinen Unterärmel stecken,12) heißt: schlauer als schlau sein. Bekurnt sein, wie der Saum am Hemd12) bedeutet: alenthalben bekannt sein. Die Redensart, sich vein Hemd anziehen14) bedeutet: sich seiner eigenen Schuld bewußt sein und sich in die Lage des Sün< ers versetzen. Die symbolische Handlung Nehemiaa (5,13), da er seih Gewand mit seinen Händen faßte, es an seine Brust ') Ber. 57 b. j *) Gen. r. 88. I *) Sabb. 23b; Bedeutung: wer das Kleine ehrt, wird des Großen wert. j *) Gen. r. 94; Bedeutung: schmiede das Eisen, solange es warm ist. j ף A. 8. 58b, ▼gl. Raschi das. 1 •) Sabb. 10b; Bedeutung: der Schüler rühmt sich gerne dee Lehrers. ף B. b. 98 a. ״) Esth. r. 7,10. ף Kid. 49a; Bedeutung: ich brauche keine Frau, die ▼ornehmer ist als ich bin. j *0) Sota 8b; Jalk. Nom. 707; BMeutung: in zerrissenen Kleidern, aber geputzt gehen. ״) J. Kil. 82b; B. mez. 44a; Er. J7b. ״) Gen. r. 76. •ף J. Kid. •5 b. ’>*) J. Tan. 66 d.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.