Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 52. (23.12.1892)
- Date
- 1892-12-23
- Page
- Seite 206 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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II 203 hält. Aehnlich biess sein Weib früher Sarai d. i. ״Streitsüchtige“, später Sarah oder, ,FärstiD.“(Vgl. auch Dillmann zn Oen. 17, 15.) Schliesslich sei noch anf. Balevy’s Abhandlung über Oen. 17, 5 in Revue des Etudes juivea 1887, II S. 177ff hingewiesen, der, nm in der biblischen Etymologie des Namens אברהם auch das ר nnterznbringen, auf die Conjeotar בי אמיר הסק נדם hin weist. Was nnn die Umbildung von הושע in יהושע an- . langt, 80 kann ich mich nicht der Annahme anschliessen, dass יהושע in seinen ersten drei Bnchstaben die angeblich ursprünglichen Bestandtbeile des Tetragramm8 enthalte, trotzdem der handschr. Midr. hagg. *u Nem. 13, 16 bemerkt: יהושע שדדה תלמידו, פתח פיו ובירכו ובמה בירכו קרא את שמו יהושע אם־ לו יה י ושכך מעצת מרגלים שר דררא משה להושע בן נה יהושעich betraohte sowohl יהושע, wie יהודה יהוסף u. a. als alt» Formen, die vom Cansativ (Activ oder Passiv) abgeleitet sind (vgL Ps. 116,6. Ex. 46,22 und hierzu meine Schrift: Aus Udasor&h und Talmudkritik. 1 S. 39#). Vgl. Goldziher, Mythos der Hebr., S. 350. Nestle 68,2. Auch rum Namen der Jochebed, der Mutter Moscheh’s, bemerkt der Midr. hagg. 2u Ex. 2, 1: למה נקרא שמה ובבד שהיו פניה דומי! לזיו השכינה*. Vgl. noch Nestle a.a.O. *77flT.)— BinsiehtlichdermidraschischenDeutung ans einer Verkürzung resp. def'ectiven Schreibung gewisser Worte, vgl. u. A.(Blau, masor. Unters. S. 59ff.) < Recensionen. Goldsehmidt, Lazarus. Das Buch Benoch aus dem Aethiopischen in die ursprünglich hebräische Abfassungssprache zurückübersetzt. Berlin 1892. Verlag von fiichard Heinrich. XXVI, 92 S. 8*.— Die Wichtigkeit des Henochbuches für die ErkenntLiss der Apocryphen-Litteratur — und auch die Eabbala zählt zu den Apocryphen — ist eine längst anerkannte; durch die meister- und musterhafte Ausgäbe des äihioprischen Textes durch Prof. Dillmann ist der Forschung Genüge geleistet worden und es wer ein glücklicher Gedanke des jungen Forschers L. Goldschmidt — der im Alter von 21 Jahren diese Bcbrift beendet — diese jedenfalls im jüdischen Geiste abgefaeste_Schrilt ins Beträische zu übertragen und mit einer lichtvollen Einleitung am Anfänge und am Schlüsse mit sachlichen und sprachlichen Bemerkungen zu versehen, Znr 2. Anmerkung auf Seite 14 bemerken wir dem gelehrten Uebersetzer, dass wir in unserem Cataloge der hebr. Handschriften in Modena über den Kabbalbten R. Mose Cordovero (und nicht wie Golde chmidt irrig Eordowiro schreibt) ausführlich handeln. Die Sage, demzufolge dieser Kabbalist 40 Tage gefastet hat, nm die lateinische Sprache, die Teufel?spräche, zu vergessen, ist eine oft wiederkehrende, 80 z. B. die bekannte Geschichte vom Tratm des Hieronymus, die acch Papst Sixtus V in das Vorwort seiner Ausgabe der Bibel des Hieronymus aufnahm. Es träumt ihm, er werde krank, stirbt, steht vor dem Richter und wie er auf die Fiage, welches Glaubens er sei, antwortet: Christianus sum, eihält er die Antwort: mentiris, CiceroDianus es, non Chri8tianns. Dabei wird er von einem Engel so lange geprügelt, bis er schreit-, keinen von den verfluchten Beiden, deren schönes Latein er früher dem nnbehplfenen Gerede der Propheten vorgezogen, mehr anführen zn wollen. (Näh. vgl. man in der interessanten j Schrift: Ein Jubiläum der lateinischen Bibel. Zum * 9. Nov. 1892 p. 8 Anm. 1.) In der hebr. Uebersetzung sind interessante Noten,! noch hätten wir etwas mehr Aufmerksamkeit auf den deutschen Styl gewünscht; so scheint uns Waohsdege'l zum mindestens zweideutig; Wachengel oder wie uns scheinen will, Waohe- oder Wachehaltende Engel wäre für עירין das Richtige gewesen. . Die grosse Belesenheit in der talmudisoh- | midraschiscben Litteratur wie auch im Sohar lässt noch manche reife •Frucht von dem Fleisse und Ernste des jungen Gelehrten erwarten.; Fuuk, Sal. Dr. Die haggadischen Elemente I in den Homilien des Aphraates, des persischen Weisen. Wien 1891. Selbstverlag des Verfassers. 60S. S.! Wie weit erstreckt sich die Abhängigkeit des i Aphraates (von der jüfischen Tradition?). Ist von ' Aphraates überhaupt auf die gesammte syrische KircLe 1 ein ״wie etwa Hieronymus in der römischen . . Diese Frage zu beantworten, soll die Aufgabe vorliegender Arbeit sein, — so äusserst sich der jugendliche Verf. im Vorwort und wir müssen ihm das Zeuguiss au-- stellen, dass er seine Aufgabe glücklich gelöst hat. Bis 8. 17 ,werden nur die Lebensschicksale des Aphraate 8, seine An- und Absichten bei seinen Schriften ausgeführt und durch Beweise erhärtet. Von! Seite 19 -59 werden Paiallelen zu Aphraates’ Comj mentar ans den Talmuden und Midraschim gegeben; I aber gleich zum 1. Satze ״denn der Sünder wird todt 1 genannt, wenn er auch noch lebt“ der Midrasch רשעים I . . - אפילו בחייהם קרוי־ם מתים צדיקים אינם מהים יעקב אבינו לא מת hinzugefügt, überhaupt besitzen wir eine so reichhaltige Midraschliiteratur, dass es nicht leicht ist Vollständigkeit zu erzielen. Zum Sch üsse sind 3 Noten u. z. Note A 61 bis 62) richtet sich gegen Graetz, der die Julenfreundlichkeit des Königs Schapur bestreitet. F. sucht das Gegentheil zu beweisen. Note B bringt eine neue Conjectur über die Etymologie des בי אביהן als 1 sj öttische Bezeichnung für בי עבדן (Haus der Gottes- | knechte), Note C zeigt die Wichtigkeit der Commeui tare des Aphraates für die Feststellung des Peschitto- I textes. Dr. M. Grünwald. I ' ־־ '־ 1 Littera.risct.t3 JWotiz. ן In den ersten Nummern des neuen Jahrganges werden wir ן n. A. eine längere wissenschaftliche Arbeit ״Zar medernea l Peotateuchkntlk“ von Herrn B. Königsberger bringen. - Znr Besprechung gelangen darin von eingesandton ן Schritten: 1. C. H. Cornill, Einl. in das Alte Testament. 2. Auf). 1892 2■ O.JiamnaniijWellbauaen’s Meth., kritisch beleuchtet. 1886 3. Derselbe, das Brate Buch der Bibel nach seiner inneren Einheit und Echtheit. 1890. 4. B. Kittel, Geschichte der Hebräer. 2 Bde. Gotha 1888 —92. 5. G. Wlldeboer, die Entstehung des Alttestamentlichen Kanons. 1891. Ausserdem werden darin auch zur Beurtheilung gelangen 6. A. Dillmann, die Genesis. 6. Aufl. 1892. 7. B. Baentscb, das Bandesbach etc. 1892 n. a. m. Demnächst gelangt aach zum Abdruck: Weltliche and theologische Stadien. Von Rabbiner Dr. Alexander Kohu t Der Weg zur Verständigung zwischen (5750 Jaden! ham and Cbristentfiam von Dr. Johanne• Müller. ■V* Frei* Hk. I.*0. H■ Academisct e Bachhandlung (W. Faoer) Leipzig 1822. Judenthumu Christentnum Dom VejIrfdrabMncr J. Lichtenstein. Zweite «eie grosse!■Flage mit beä Serfafferä Silbnil, ä 75 jjf. $11 6ejtef)en bunf) bie S)jtf|I)anb» langen ober uom fjtrlcg Ag. Scheibenhaber, Hamburg 4. Veirntwoitl Hpdactenr Dr Kahmer Magdeburg. Druck: BendixA Hahn. (fr. D. L. Wolfl) Magdeburg. Verlag: Bob Friese Leipzig