Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 47. (18.11.1892)
- Date
- 1892-11-18
- Page
- Seite 186 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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18fr - der ganze Tenor macht jene Annahme höohst wahr• aoheinlich', und von Rappaport, Berliner eto. ist sie liegst gebilligt. Eibe ausführliche Begründung behalte mir für einen anderen Ort vor. ״Dass (S. 69 Anm. 5 Ren. meint 68 Anm. 2) die Erklärung des Namens Sohef Jathib als der einer Synagoge sich mit Soherira nioht verträgt, ist unriohtig. Soherira bezeugt an der angeführten Stelle das Umgekehrte.“ Doch wohl nioht. ־ Soherira sagt nioht בבנישתא שביתיב in der Synagoge Sohafjatib, sondern דשביתיב in der Synagoge von Sohafjatib, d. h. dem so genannten Crt, er stimmt also mit Benj. von Tudela überein. Zn der zutreffenden Bemerkung über Erubiu 31b gibt der Text S. 48 Anm. 2 kaum zwingende Veranlaesung. ״Von einer offenbar beabsichtigten Gesetzesverletznng (S. 87 Anm. 2) ist an jener Stelle keine Rede.“ Eine ErläuteruLg des gewiss doch auffallenden Vorkommnisses, dass in einem jäd. Fürstenhanse ein Bäckchen mit einem — Schwein zusammen gebraten wurde, wird leider nioht gegeben. Muss nan auch die Möglichkeit zugestanden werden, dass der Sohweinebraten nur für die heidnische Dienerschaft zubereitet ward, der eintaebe Wottsinnsprichtnicht dafür. Kamen doch noch schlimmere Dinge in weit späterer Zeit am Exilarchenhot vor. Denn dass nach Gittin 67 b noch in der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts dort lebendigen Thieren Fleischstückeansgesohnitten wurden, und R. Scheschet aus diesem Grunde die• Einladnng zur Tafel ablehnte, wird man doch wohl nioht leugnen können. Kann ich nun aber auch hierin dem Rec. nicht beistimmen, eine Fülle von Anregungen verdanke ich ihm immerhin, wenn auch weniger positive Belehrung, und er dürfte für seine Besprechung meines Boches meines •Dankes schon gewiss sein, wenn dieselbe mir anch in weniger zahlreichen Fällen die Freude bereitet hätte, die des Sprichwort meint י־ א טלם טלם שמחה נד שלא מעם שמחת הספקות והתרתם (Reep, des רמ״א Nr. 5). Dr. F. Lazarus• Köln. Litteraturbericht Recensionen. Bacher, Dr. Wilhelm, Professor an der Landesrabbinerschule za Budapest. Die Bibelexegese der jüdisehen Religionsphilosophen des Mittelalters vor Maimani. Beeplochen von Rabbiner Dr. Kronberg. Wenn man von einer Bibelexegese der Halaoha sprechen kann, wenn gleich die Ausleger der Schrift im Sinne der halaehischen Entwickelung sich gar oft dessen bewusst waren, dass ihre zum Zwecke des Aufbaues und der Ausgestaltung der aufgezeiohneten Lehre in die Schrift hint ingelegten Deutungen nur gleichsam eine Auslegung zweiten Grades ist-, die nebenher parallel mit der dem einfachen Wortlaute zu Grunde liegenden Auffassung herläuft, wie dUe die so oft in talmadisoben Erörterungen and AuseMmndersetsangen unzutreffenden Aussprüche*) zur Wenüge bezeugen; so hat der Verfasser der oben angeführten Schrift noch viel eher das Reoht für sich in Ansprnoh nehmen dürfen, von einer Exegese der jüdischen *)אין המקרא יוצא מזי םשוטו£םדדבנז וקרא אסמכתא בעלמא, דברה תודה כלשון בני אדם. Religionsphilosophen xax’ ifjtoxV' *n reden, da doch diese bei ihren Auslegungen bona fide und in dem festen Glauben dabei zu Werke gingen, dass die herangesogenen Stellen der h. Schrift zur Erhärtung der. einmal unerschütterlich, feststehenden Resultate der philosophischen Forschung in Wirklichkeit nichts anderes gemeint-haben aud enthalten können, als dasjenige, was in sie hineingelegt worden ist, wie dies auoh der gesoh. Herr Verf. selbst in der Vorrede hervorgehoben hat. Aber wie wenn jemand, der etwa eine Bibelexegese der Halaoha schreiben wollte, bei einem derartigen Unternehmen der Nothwendigkeit nicht aas dem Wege gehen könnte, auf Sohritt und Tritt zum klaren Verständnis* des eigentlich behaudelten Gegenstandes halaobisahe Diskussionen selb9t odtr wenigstens eine in gedrängtester Kürze zusammengefasste Inhaltsangabe der Resultate derselben einer jeden Bibelstelle vorsnzu'chicken und mit derselben zu verflechten ־ und zu verweben, so dass die Dar- Stellung wieder einmal das ursprüngliche Colorit darbieten würde, nämlich eine zum Theile ha'achisohe Erörterungen, zum Theile wieder eine auf diese Erörternngen gegründete Auslegung der betreffenden Bibelsteilen enthaltene Darstellung; so eben konnte׳ der gescb.Verf. der Bibelexegese der jüdischen Philosophen dem Zwange, der in der Natu! des Gegenstandes selbst begiündet ist, nicht ausweichen, nebst dem eigentlichen Thema überall auf die Philosophie selbst zurückzugreifen, so dass bei ׳K njenigeu Abschnitten, in denen die Bibelver^e in spärlicher Zahl von den ursprünglichen Autoren als Beweismaterial für ihre aufge8tellten Behauptungen herangezogen werden, der Lehrer za dem Glauben verleitet werden könnte, er hätte es hier mit einer Darstellung einzelner Essay1» verschiedener philosophischer Autoren zu thun. Das eben Gesagte darf aber durchaus nicht in der Weise anfgefasst werden, als sollte damit dem bewährten Verfasser irgend ein Mangel an der ausserordentlich -werthvollen Arbeit zum Vorwurf gemacht werden. Im Gegentheil: Es muss dies demVerfl gerade zum Vorenge angereohnet werden, dass er es so meisterhaft verstanden, bei der ungeheuren Masse des mit Staunenswerther Emsigkeit und bienenartigem Fleisse von allseits her zusammengetragenen und gesammelten Stoffes, der leicht Gefahr laufen könnte, bei der Verarbeitung unversehens unter der Hand zu einem dürreu, trockenen, versteinerten Kolosse heranza wachsen, durch die Einwürfe der Fäden philosophischer Gedankeu in die Kette des Gewebes der Bibelerklärüng dem sonst’ spröden Gegenstände der tichriftauslegang ein anziehendes Interesse abzutrotzen. Es wird daduroh der Leser gleiohsam schrittweise angelockt, dem Verf; auoh auf dem eigentlichen Gebiete der Tbätigkeit seiner Forschung zu folgen und er wird freudig ahgeregt von der schönen systematischen Gliederung und Vertheilung des gewonnenen Stoffes zur klaren und durchsichtigen Durchführung der rieht leichten Aufgabe, die sich der Verf. gestellt hat. Diese Ab- Wechselung und dieses gegenseitige Eingreifen von Philosophie und tiohrifterklärung in einander erzwingt der Sohrift nicht allein ein fesselndes Interesse des Lesers, sondern verleiht überhaupt dem Buche Geistes? kraft und Lebensffische. ־(Schluss folgt.) lierieätigaar• In No. 46 des ״Littbi “ Seite 180 b (Text) Zeile 10 von oben ist anstatt 21 z.- L 26; ibid. Z 6 von unten: vor: הושלנא setze: יום; ibid־ Zeile 3 v. u.־vor: מקיפין setzet ומפר חורך, בזרועו והלם, Seite 131a, Zeile 2 von oben, nach:• .Umzüge“ setzet .mit Baahweiden“ Verantwort!■ Radartenr Dr. Rah mar lfmgfiwhiiT-p Drmür Bandfg^Hnhn. (ir. D. Lffalff.) Magdeburg. Verlag: Hob.!'risse, Leipzig״