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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-11-11 · N° 46. (11.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 46. (11.11.1892)
Date
1892-11-11
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Lehrer, welche direct oder daroh Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 36 ן( Rabatt Inhalt« ן W iss eiiscb alt lieh e Aufsätze: Ueber mittelhochdeutsche - und jüdische Literatur. (Fortaetzon*). Df. 8. Gelbhsaa, Babbiner und Prediger zu Prag. — Eine alte Synagogen- Ordnung. III Von Babbiner Dr. Gold fein. — Antikntik. Litteraturbericht: Becension: üronef, Dr Th., Director der Lehrerbildungsanstalt in Hannovef. 1892. Berichtigungen. Ushefmter Nachdruck aus dleeww Blatte Ist «ifht gestattet Ueber mittelhochdeutsche und jüdische Litteratur.! Dr. S Gelbhaus, Babbiner und Predigei zu Prag. (Fortsetzung.! £8 giebt ein mittelhochdeutsches Gedicht ״Lob Salomons‘‘, welches zwischen dem 8. und 12. Jahr• hundert abgefasst wurde. In demselben kommt folgende Erzählung ror: ״Ein Herr hiess Hieronimns, seine Schrift erzählt uns solches wie in Jerusalem ein grosses Wunder ge- &chah. Ein Wurm war darin, der trank lalle Brunnen, die in der Burg waren, die Zisternen j wurden leer. Da kamen die Leute in eine grosse Noth. Salomon der war reich und sehr weise, er hiess die Zisternen mit Meth nnd Wein füllen, da der Worin alles aastrank so verfiel er in einen Rausch nnd wurde gefesselt. Da sprach der gefräasige Drache zu 81uoraon; Herr lass mich frei, so will ich dir eine Ehre!erweisen für dein Gotteshaus. Salomon sprach: Nun sage mir’s oder ich heisse dich vernichten. Der Wurifl sprach: Es giebt ein Thier im Lybanon, das heisst da dir gewinnen nnd die Adern bringen, ioh sage dir rechte wie du thust Daraus mache eine Schnur, die wird so scharf, dass sie den Marineistein schnmdet Salomon befahl ihm die Bande za lösen. Da fuhr er in den Wald mit allen seinen Geistern. Mao fand das Thier im Lybanon, er liess sich die Adern bringen. Darauf ward das Haus gebaut zu Jerusalem ohne Eisen.“ Diese Erzählung beruht, wie im Gregonris kurz angegeben wnrde, ani einer talmndischen Soge, die sich 1m Tractat Gittin 68 befindet. Folgende Erzählung findet sich in dem Buch ״Der Seelen Trost“: ״Es war ein Mal ein Christ, der kam zu einem Jaden und borgte von «hm Geld, welches er ihm su 8t Niclas wiedergeben sollte. Als der Zahlungatermin kam, mahnte ihn der Jade. Da sprach der Schuldner, er habe es bereits bezahlt 8is kamen vor das Gericht und der Christ sollte dem Judi in schwören. Da nahm jener einen 8tab, der inwendig hohl war, und that das Geld hinein. Den Stab gab er dem Juden zu halten, bis er geschworen hatte. So schwur er bei dem Heiligen, dass er ihm mehr gegeben hat als er ihm schuldig sei. AU er geschworen hatte, da nahtu er seinen 8tab wieder und fahr nach Hanse. Unterweg* war er eiu geschlafen, fiel von dem Wagen, die Räder fuhren über ihn and erdrückten ihn. Der Stab zerbrach mitten entzwei nnd das Geld fiel heraus. Da war! seine Falschheit offenbart nnd waren Seele und Leib verloren, wenn ihm 8t Niclas nicht geholfen hätte.“ Fast dieselbe Erzählung findet Bich im Tractat Nedarim 25: ״Ein Mann hatte bei seinem Freunde Geld za fordern, da kam er vor Raba and sprach zum Schuldner: bezahle mich doch. Da erwiderte er: Ich habe dich bereits bezahlt Da sprach Raba: Nun so schwere denn, dass du bezahlt hast Darauf ging er hin brachte ein Rohr that Geld in dasselbe lehnte sich auf dasselbe und kam damit vor Gericht Da sprach er zum Gläubiger: Halte dieses Rohr in deiner Hand; nahm! eine Thorarolle und schwur, dass er seine 80huld in seine Hand wiedergegeben habe. Da wurde der Gläubiger erzürnt, zerbrach das Rohr, es fiele• die Geldstücke zu Boden und es stellte sich heran*,' dass er wphr geschworen hatte.“ (YeigL M. Güdemann, ״Geschichte des Erziehungswesens und der Cultur der Jaden in Deutschland,“ ITT. Band, 8. 200.) In dem Fastnachtsspiel ״Hans Falz za Nürberk beabirer“ findet sich folgendes Gedicht: Der Herr, der ewiklich regnirt, En wann er alle Diok fonnirt Was er and echot tort himel nnd erden. Von konigen er genant iet werden Got, and bereobt heil, hnnmel and erden. Er ist gewest, ist nnd wirt werden Ein einiger, nit sviefeltig, vernimm Allein die stark and heraoheft im. Vor im kein enter wird gedieht Noch •ach nach im kein unter nicht Er mein erloeer and mein got, Hein *tack and hofihang in der not, In anrufung in sa erweichen, Mein troet, mein leben nnd mein «eichen, Mein schlaf nnd rm von im all frist. Des gl sieh mein mttn nnd Ubaj^ ist, Er leben and nach starben. hm et. Des send ich in sein band mein feist Und er seist milnir ■ei ein *8, <! Fort ich r~* mehr fnniliwn 'iiiL Dieses Gedieht ist eine Uebersetznag des 1 ״Adon olam“ (Siehe Gftdsasann, das. 8. 206). Spbon im 17. Jahrhundert wurde man j" Beite auf die Aehnlichkeit christlicher and rata Erzählungen aufmerksam. Und eine ז binisobe Autorität, Rabbi Jair Otu^üh

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