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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-10-01 · N° 41-42. (6.10.1892) · p. Seite 166

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 41-42. (6.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
Seite 166 (sequence 7)
Language
German
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Zlmnelfe B. Dr. Rabbiner. Leone Hebreo. Neue Stadien. Wien 1892. Monts Waisner n. Sohn. Die Welt der Liebe and des Willen(80 ,׳ wollen wir das Ergebnis« der Philosophie des jädiaohen Neuplatoniken nennen, welcher *wischen 1460 and 1470 da Sohn des berühmten Ezegeten Don Isak Abarbanel mit dem Namen Jada Abarbanel geboren, im Jahre 1491 aas Spanien vertrieben wurde, in Neapel and Genna seine ärztliohen Kenntnisse praktisch verwerthet and im Jahre 1502 sein Werk Dialoghi d’amore (Dialog der Liebe) vollendet hatte. Diese Philographie enthalt non Gesichtspunkte and Ideen der Weltweisheit des jädischen Denkers, welcher, wie es der Herr Verfasser in seiner Monographie ״Leo Hebrae ns, ein jüdischer Philosoph der Renaissance* bewiesen hatte, eine Bedeutung für die Geschichte. der Philosophie insbesondere unter den Juden gewonnen hatte. Wir wollen nur in gedrängter Kürze die in den Dialogen niedergelegten philosophischen Ideen von Leone Hebraeo, welche der Autor an der Hand der ״Historia* des Madrider Professors und Akademie ־ Mitgliedes Menänder ypelago, allerdings mit anerkennenswerther kritischer Sichtung des Textes, uns mittheilt, zu einem System zu verweben suchen. DieLiebe ist der Ausgangs- und Zielpunkt des Systems. Gott ist die Liebe, der menschliche Wille sohlingt das Band, das Herz des Erdensohnes mit dem Himmel zu verknüpfen!. Es setzt dies voraus jene Läuterung von materieller Gesinnung und Bestrebung, in deren Spiegel das Licht der Liebe getrübt erscheint. Betreit von irdischen Schranken aber zünden and wecken wir Gedanken, welche im irdischen Leben schon vorbildlich für jene Glückseligkeit sind, welche die mit dem göttlichen Urgeiste dproh den Kuss der Liebe verschlungene Seele so rein und so reich empfindet. Diese aus der jüdischen Gedankenwelt geschöpften! Ideen begründen die Ethik unseres Philosophen. Diese Ethik aber ist zugleich, im koemologisohen Sinne des Wortes Physik. Denn die ganze Entwickelung der Welt besteht, und diese Idee ist empedoklaisoh, in der Liebe, welche das Getrennte vereinigt. Je näher die Wesenssnbstanzen der göttlichen Substanz stehen, desto grösser ist ihre Bedeutung in der barmonischeu Stufenleiter der Schöpfung, aut deren höchster Sprosse der durch Liebe vollendete Mensch steht. Diese Physik aber ist zugleich metaphysisch,, sofern die wahre Natur der Dinge nioht die Materie, sondern nach Plato, die Idee ist. Die Idee der Dinge aber ist die Form, deren Schönheit die Liebe er¬ A’eUolojrisebes Von den bei der jüngsten Sitzung der französischen Akademie gehaltenen Vorträgen waren ■wei von besonderem Interesse für jüdische Leser. Oer erste enthielt eine weitere Besprechung der im Berliner Museum enthaltenen iüttitischen Denkmäler von Herrn Halevy. In einer früheren Nummer markten wir bereits Mittheiluug über Herrn Halevy’s diesbezügliche Bemerkungen. (S. Litt-Bl. S. 148). Seitdem stellte derselbe weitere Forschungen an aber den Antheil, den die Hittiten bei der Fortpflanzung de* pbönizischen Alphabetes hatten, welches das Fundament der griechischen und aller anderen modernen europäischen Schriftsysteme bildet. Redner hält dafür, dass die Hittiten und nicht die P h önisier den Aram&ern das aue 22 Buchstaben bestehende Alphabet, in welchem die arischen Nationen mit Eioschlnss der das Sanscrit sprechenden ihre Gedanken schriftlich darsteliten, überliefert hatten. Auch seigte er, dass eine Kenntnis* des hittitischen Idiome nöthig sei, um gewisse Eigenthümlichkeiten der hebräischen Grammatik su erklären und die Bedeutung einiger Wurzelwörter su verstehen, welche weder in der phönizisohen noch in der aramäischen Sprache Vorkommen. Es könne daher keinem Zweifel unterliegen, dass die hebräisohe Sprache diese Elemente sur Zeit, als die Israeliten mit den Hittiten in Berührung kamen, in sich auigenomanen hat. Wir haben also einen, aut der Basis einer allgemeinen Sprache begründeten, unnmstöselichen Beweis für die historische Zuverlässigkeit der Berichte der Geneeis, in welchen behauptet wird, dass die Hittiten gewisse Gegenden Palästina’«, besonders das Thal Hebron Bewohnten. Hier wohnte auch einst Abraham und wurde es später die Wiege des Hauses David. In dem zweiten Vortrage beschrieb Herr Clermont Gau ne au die an die Abgüsse, welche er durch die Güte des Herrn Herbert Clark aas Jerusalem erhalten hatte, geknüpften Legenden. Diese im Museum aufgestellten Abgüsse welche u. A. aut denselben Gegenstand Bezug haben, sind ebenfalls von hohem epigraphischen und archäologischen Interesse L. C Sie feit länger alä blerjig Saftren Jtoeimat tägtidj in Berlin erfdjeinenbe Druoit für 3efrtnnann aus freut Solle (Cpefrebatteur: 92eid)4tag3abgeorbneter Sari 33011ratfj) hat fid) 014 bie entfdjiebenjte SSortämpferin für Aufführung unb Freiheit gegen ®töcfnrti unb SRmferci bemabrt. — &ür ihre geuiUeto« unb ״Susftrittrt ®*aatagöPlatt‘’ hat fie eine 9teilje oon (Srmerhunneu gemacht, meldje baä Suterejfe roeiter Sefertreife erregen roerben. 3lu|er bem fpannenban!Romane fyettor ®tafot’d ״Ännit1 finb größere Arbeiten oon SzDelf Htd)*, grtfc fRaatbner, Sahnig ®alomen, Sna, Xrta u. 3t. ertoorhen XHe neu hinjutretenben Abonnenten erhalten gegen Slnfenbung bet *floflquittung bie 3fhung fdjou eon jept an unentgeltlich, nach nirb ihnen ber im III. Guaital abgebrucfte fpannenbe!Roman ״Qtefütmt" oon Qearb SrtbiUe gratis jugejanbt SK an abonnirt auf bie ,tS0lfs«3c1tung" (mit ber (ifretil SVeilage: 3Httftrirt& ®onntagbbtatt, rebigirt Don Knbolf bei allen $ojtänuern für 4 3Rt 50 $fg pro Cuaitai. $r*bentu«tmertt mtratge(tli<fr bei ber Srpehition ber »3301t«־ 3eitung", tBrrlin W., Cüjoroftr 105. ״Mode und Haas/* weckt, als den Inbegriff der za edler Harmonie vereinigten natürlichen und sittlichen Welt. Hier wird die Metaphysik zugleich Aesthetik, welche den Glanzpunkt der Philographie bildet. — Die den helenischen Platbnismus mit der jüdischen Weltweisheit Jehuda fialewi’s, Gabirol’s und Maimonides’ harmonisireade Philosophie der Welt der Liebe und des Willens ist es werth, beachtet and gelehrt za werden. Dieselbe klingt in Cervantes’ unsterb- Hoher Dichtung ans und bildet den Grundstoff der Philosophie Spinoza’*, deren Krone die intellektuelle Liebe ist. Das -Buch des Herrn Dr. Zimmel’s, welches mit dieser Gedankenwelt des Philosophen sich beschäftigt, sei daher bestens empfohlen. Dr. N. Die 1. Oktober-Nummer von ״Mode und Haus“ wird zam ersten Mal ein aasächlies91ich für die Damenwelt eingerichtetes illastrirtes Witzblatt mit dem Titel ״Humor“ enthalten. Wir sind die Ersten, welche das bisher als unausführbar erachtete Wag; 1188 unternommen haben, eine iUnstrirte humoristische Beiläge au schafle□, die jedes Anstössige, Verletzende aasschliesst und doch den angestrebten Zweck, Humor dnrch Wort und Bild za verbreiten, erreichen wird. : Alle Abonnenten von ,,Mode und Haas“ (vom 1. Oktober ab) erhalten ein das gesammte Monogramm-Alphabet umfassende ״Monogramm-Alba■“ mit 052 Kreuzstich- und Plattstich-Monogrammen für nur »0 Pfg, ein wichtiges Familienwerk, das anderwärt« bezogen, das Sechsfache kostet | Zugleich kündigt der Verlag von ״Mode und Haus“ die Veräfientlichung einer Zahlenrathaafgabe mit baarer Auszahlung von :500 Mark an. Man abonnirt anf dieses vielseitigste and billigste Familienblatt, aat ,Mode nnd Haus“, zu 1 Hark vierteljährlich, respective zu l‘/4 Mariä vierteljährlich (letzterer Preis scbliesst die Lieferung der werthvollen Colorita ein) bei allen Buchhandlungen und Poetanstalten und erhält unentgeltliche Probenummern durch jede Buchhandlung und durch die Expedition von ״Mode und Hane1‘ Berlin W, Magdeburger Platz 6■ Verantwort!. Bedacteur Dr. Bahmer, Magdeburg. Druck: Bendix & Huhn. (fr. D. L.WoliF.) Magdeburg. Verlag: Rob.Fri ese, Leipzig.

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