Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 41-42. (6.10.1892)
- Date
- 1892-10-01
- Page
- Seite 165 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Beilage zu No. 41-42 des ״Jiid. Litteratur* Blatts.“ Litteratur bericht. Becensionen. תורה ותפלה. Gebetand Beligionsbach für die reifere Jagend. Uebersetzungsbaoh zp den Gebeten der Oberstufe. (Zweiter Theil.) Heraasgegeben von Dr. Theodor Krön er. 1892. (Preis Mk. j 3,200 (Forts.) Seite 246: ,לקדוש ולהכחיד n - «Wein zur Heiligang and Unterscheidung. “ Was soll man sioh hiernnter denken? Würde der Leser nidht sofort das Biohtigeerkennen, wenn hier die hebräi sahen Aasdräoke, die allbekannt sind, wiedergegeben würden, also: Wein zu Kiddusoh and Hawdalah. ' In den Pirke Aboth finden sich ganz ei genartige Uebertragangen, die theils ungewöhnlich , theils incorreot, theils sogar dem eigentlichen Wortsinn nicht entsprechend sind. Im 1. Perek: להתפאר heisst ״sioh za verherrlichen, nicht ״zur eigenen Verherrlichung.“ — עכורה heisst ״Gottesdienst“ und nicht iin allgemeinen ״Dienst“, inweichem Aasdrucke event. ja auch der dritte Theil: ״ נ״חThaten der Liebe“ liegen würde. — פתוח לרוחה heust keineswegs: ״dass man frei! darin athme“, sodann ״weit geöffnet“, d. h. für jeden geöffnet, damit keinem der Zutritt erschwert oder verweigert werde. — לכף זכות wird übersetzt: ״zu seiner Rechtfertigung“; richtiger wäre doch wohl: ״nach der günstigen Seite.“ Perek 2: דרך ארץ wird mit ״Mensohqnthum“ übertragen, dieser Ausdrnok 8011 doch nichts anderes als ״menschliche, weltliche Sitte“ bezeichnen. Der Collektivbegriff ״Menschenthum“ ist hier viel zu weit and entspricht ,lern kebr. Ausdrucke לרך ארץ nioht. אשנה heisst nicht speeielt ״Mischna lernen“, 80nc ern überhaupt ״lernen.“ — TO בור ist keine ״Kalkgribe“, sondern eine ״verkalkte“ Grube oder Zisterne, die zu dem Zwecke verkalkt worden 'ist, damit das darin befind«• licke Wasser durch etwaiges Eindringen in den Boden nioht verloren gehe. Daher darf שאינה £א0ר nicht übersetzt werden: ״die nioht zu Grunde gehen lässt“, sondern ״die nicat verloren gehen las ח0ד versteht man wohl mehr einen ״Fr >mmen“ überji.“ — Unter Wird haupt, nicht ״einen Hingebungsvollen-“ — .עין מוכר mit ״aufrichtiges Auge“, .עיורער mit ״missgünstiges Auge“ übersetzt. Beide Bezeichnungen sollen dooh entschiedene Gegensätze!bilden, was durch diese Uebertragung keineswegs izur Geltung kommt. Mit עי| סוכה bezeichnet man gemeinhin: ״ein wohlwollendes Auge“, eine Bezeichnung, die weit umfassender ist. Ein Auge kanu als ein ״aufrichtiges“ bezeichnet werden und b'aaoht durchaus noch nicht ״wohlwollend“ za sein. עק רעה wäre dementsprechenu mit: ein ״übelwollendes Aage“ zu übersetzen. — הנולד ist nioht schlechthin ״dieZukunlt“ überhaupt, sondern ״das, was entstehen kann“, und zwar als Ursache einer als vorhanden erkannten Wirkung. S. 308: אפיקורוס ist nicht ״einZweifler“, sondern ״ein Freigeist“. Diese Begriffe sind duroha 1s nicht mit einander zu verwechseln. Während der Zweifler keine bestimmt formulirten, positiven Grundsätze aulstellt, ist der Freigeist sioh ganz genau dessen bewusst, was ihm als Ueberzeugang gilt. — 8. 309: ,הד מתפלל ״ בשלומה של &לכותBete immer für da ו Wohl der ״Reichsregierung“. Unter מלכות ist wo 11 jede Obrigkeit, jede Regierungsform gemeint, es braucht also nioht speziell ״Beiohsregierung“ za sein. Das Wort ,TW übersetzt der Verf. überall mit ״Misc hna lernen“. Es sohliesst dooh wohl den Begriff ״lernen“ überhaupt ip sioh. 8. 312: ״ שדת הילחםdas G, plauder d er Einder“. ־Diese Uebersetsung ist dar »haus nioht dem 8|inne dieser Misohna entsprechend. Es soll hier vor einem ״Geschwätz mit Kindern“ gewi rat werden. —Der Ausdrnok "!מורא רכן wäre dooh wonl Kindern gegenüber treffender und eindrucksvoller mit: ״die Ehrfurcht vor Deinem Lehrer“, als mit: ״die Ehrfurcht vor Deinem Meister1‘ wiedenagebeu. 8. 320 wird ניר מחוה mit ״abgeriebenes Papier“ übersetzt. 1 Das ist ungenau. Es 8011 hier doch besonders der Unterschied gekennzeiohnet werden, der zwischen einer Schrift herrscht, welche auf reines, noch unbeschriebenes Papier, niedcrgesohrieben ist, und einer solohen, welche auf ein schon zum Niedersohreiben verwendetes Papier niedergeschrieben ist worden sind, auf welchem die früher darauf gemachten Sohriftzüge verwischt worden sind, wpduroh letztere selbst unleserlich geworden sind, und auoh eine neae״-die auf sie niedergeschcieben ist, unleserlich' maohten. Das Papier an sich ist nicht ״abgerieben“, sondern die Schrift ist ״verwischt“, ein Ansdrnok, der dem Begriffe מחוה völlig entspricht. 8. 325 ist der Sinn der Misohna 18 geradezu aut den Kopf gestellt. Es heisst:נפה שמוציאה את הקמח וקולטת וכ׳ ״das Sieb, welches darf grobe (!!) Mehl herauslässt und das feine Mehl zurückbehält“. Es ist dooh wohl das Entgegengesetzte der Fall: das Sieb lässt das stäabige Mehl fahren, and behält das ״gröbere“ Kraftmehl zurüok! — Die vier Arten von Schülern werden hier in der Weise oharakterisirt, dass von denen der ersten Art gesagt wird, sie nehmen alles in sioh aafj verarbeiten es und lassen es auf sioh wirken, sei es gut oder nicht. Schüler der zweiten Art nehmen auch all es in sioh aut, eR geht jedoch spurlos wieder verloren, sodass sie weder vom Gaten,1 noch vom Bösen bejeinäusst werden. Schüler der dritten Art nehmen nqr das Schlechte an, lassen das Gute fahren; während Schüler der letzten Art das* Gute nur behalten und dujrch das Böse in keiner Weise lieeinflusst werden. S.!300 ist בטח Imperativ sing., es darf daher nioht ״vertraut“, sondern ״vertraue“ übersetzt werden. S.'362: ״ כל תנמולוהי עליalles was er an uns vollendet (?;hat. עלי heisst nicht ״uns“, sondern ״mir“.*) S. 392 steht das alte kabbalistische רצק TT vor dem Lobspraoh über den Lulaw, während es der seL Saohs schon abgeändert hat. Es ist völlig anübersetzt. Wir fra|gen, wss ein Schüler mit solchem Gebetstüoke anfangen 8011, dessen Inhalt' ihm dooh unmöglich klar gemacht werden soll.und kann. S. 455: ככפת שחד ״duroh Bestechung“. Es heisst dooh wohl ״duroh Annahme von Bestechung“. S. 456: כפריקת על ״durch Absohälteln der Pflichten“; warum .nicht wärtlieh: ״durch Absohütteln des Joches“? 456 &)צדיתרע) heisst nicht,,Ueberlistang“des Näehsten, sondern ״Nachstellung des Nächsten“. — Die herrliehe Channka-Hymne, die jedes Kind alljährlich in Hans und Sohule ansummt, ist ganz unübersetzt geblieben, während wir doch mehrere ganz hübsche, sogar metrische Uebertragangen mit dem Versmaasse des Originals besitzen. Auoh אשר הניא und שושנת יעקב sind ohne Uebersetzang gegeben, obwohl diese Stüoke 80!eichen Stoff bei Besprechung des Purimfestea bieten. __ (Schluss folgt.) > ' *) Das• der Verf. den nur dee Naehdraeke wegen dem - Verbum finitam vorgeeetaten Infinitiv stete besonders fth «raetat, ' ist fm deutsahen etwas eohleppiart, atag jedoch hingehre; Aoelt für ״fortgeetoeeea, fortgeetoeeen hast Da mioh“ (S. 964, P) ״geatoeeea u. a w.“ ..»■-äMfclj tfCaaJlher