Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 39. (21.9.1892)
- Date
- 1892-09-21
- Page
- Seite 156 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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15« — noch ein# Spar von Gtist antrefien, während die Angen der Jnden noch grösstentheila von dem lebheften Fener ihres orientalischen Vaterlandes glänzen; ihre Adlernasen, ihre schön geöffneten Lippen, ihr Bart selbst giebt ihnen ein geistreiches Ansehen, welches gegen die dämmen sie amgebenden Gesichter gewaltig absticht' ...... In den ,Beilagen'enthält das Bach ,Efesa Damim' ein lateinisches Dooament von 1763 und einen Anfang ans dem vom König Witowd (der Uebersetzer schreibt nach lateinischem Usas,“Witold“) imJabrel408 den lithaaisohen Jaden verliehenen Privilegium, welches den Blatlägnem harte Strafen androht. — Der Haaptwerth des Bnches, das anch für ohristliohe Theologen, namentlich für diejenigen, welche sich mit dem Stadium des heate mehr als je unduldsamen griechisch-katholischen Kircbenthums beschäftigen, Werth hat, besteht in der feinsinnigen Sprache seiner 9 Dialoge. DerUebersetzer, Herr A. Estz, beabsichtigt auch die übrigen oben genannten Werke des ,rassischen Mendelssohn' ans dem Hebräischen ins Dentsche zu übersetzen. Möchte ihm auch diese Aufgabe gelingen und sein Unternehmen die nöthige Unterstützung finden. F. Schack, Fakta. Eine auferstandene Sprache, Litterarische Skizze. Berlin 1892. Hugo Schildberger. gr. 8• 20 S 40 Pfg. Wir gehen wohl kaum fehl, weon wir au nehmen. dass die vorliegende Schritt, die dem Herrn Julius Isaak in Berlin gewidmet ist, eben aut W an sch and Anregung eben dieses Herrn entstanden ist. Der Autor scheint in der neuhebräischen Litteraiur sehr bewandert zu sein, obwohl andererseits alles unnötige Aufstapeln von Namen und Titeln, ein Fehler, in den geta rte Verfasser sehr leicht verteilen, glücklich und mit Oeschick vermieden ist, ohne dass darum nicht die bedeutendsten . Hamen genannt wären. Vert zeigt, wie auf Mendelssohn and ' Mendelssohn’s Schale, itberhanpt aaf Deutschland jener gewaltige Aulschwung surückgebt, den die neahebräiscbe Sprache in Ostafrika, England und Amerika genommen hat Die Ueber- Setzungen der hebräischen Titel sind geschmackvoll and dem Hebräischen nicht weniger entsprechend, wie dem Geiste der Neuzeit. Nor möchte denn doch das Wort nSv~.ll nicht dem deutschen ״Gartenlaube“ entsprechen, d&dies eher der,,Tulpe*‘ oder auch ,,Herbstzeitlose‘ entspricht Sonst will der Verf. zeigen, dass die Neabelebang der Sprache aus dem Volke und aus der Jugend selbst hervorgeht, und nicht etwa das Eigentum einiger, weniger Gelehrten sei. Doch der Inhalt der 20 Seiten ist za reichlich, als dass wir es versuchen dürften, etwa einen Auszug daraus za geben. Jeder, der sich für hebräische Sprache ana jüdische Litteratur wirklich interessiert, wird ja doch die kleine Ansgabe nicht scheuen, und das ebenso interessante wie lehrreich und geschmackvoll geschriebene Büchlein selbst lesen. Magdeburg. Heinr Loews. JLitterarisclie Notizen. Das erste Aaftrete■ der Jade■ 1■ IrUad. Ein jüngst erneuter Aulstand gegen die Jaden in Limerik (Irland) verleiht der so ott wiederholten Behauptung, dass die Jaden in Irland nie von einer Verfolgung za leiden batten, besonderes Interesse. Herr Joseph Jacobs schreibt hierüber an dasgjew. Chronicie“: Es ist ein eigentümliches Zusammentreffen der Tbatsachen mit meiner vor einiger Zeit durch Zeugnisse erwiesenen Behsnptung, dass die erste in der Geschichte nachgewieeene Berührung der Joden mit Irland den Charakter einer Verfolgung an sich trag. Mein Freund, Herr York Bowell in Oxford, hatte die Güte, meine Aufmerksamkeit auf daa einzige Zeugniaa, weiches sich in den frühesten Annalen Irland« aaf Jaden besieht, zn lenken. Es lautet: Annal« of Innisiallen, ed. O’ Conor, V01.11 ■ab anno 1079: -Coieer Jadaide de thiacktam dar-mnir and aisceda leo-do. Thoirdelbach and an diehor doridisi dar-mnir.“ (Vier Jnden kommen mit Waaren über die See nach Thnrlough and werden über die See zarückgewiesen.) ' Nach dem Datum scheinen diese Jnden zn denen gehört za haben, welche Wilhelm L von Rouen mit hinübergebracht hatte. Ob die mitgeführten Waaren ihr Eigentum waren ode Wilhelm 1. gehörten, lässt sich nicht feststellea. Wahrs'.heinlieh war aber das eratere der Fall, da die Juden sich, wfe das natürlich ist, nach neuen Absatzgebieten umschauten Sie waren bedeutende Sklavenhändler ihrer Zeit und zwischen Bristol und Irland bestand eia lebhstter Sklavenhandel. Wesshatb sie zurückgewiesen wurden, lässt sich ebenfalls nicht nachweisen; wahrscheinlich geschah dieses aber ihres Glaubens wegen. Irland war immer wegen seines Glaubenaeifers berühmt ana dieser veranlasste ohne Zweifel dea irischen König, jeden Verkehr mit Ungläubigen unmöglich zu machen. In eigentümlicher Weise hat die Ironie der Geschichte im Laufe der Zeit ihre Revanche geübt; denn wie ich aas der Einleitang in die ״Pipe Rolfe“ (Arch. Rev. April 1889) na-.hgewiesen habe, wurde die Expedition von Strongbow nach Irland im Jahre 1170, welche zur Eroberung Irlands mit allen hieraus entstehenden Verwickelungen führte, durch die Scanzielte Hülfe eines Juden, Jose von Gloucoster, unterstützt. Unterdessen hat die Einleitung in die irischen Annalen hesonderes Interesse dadurch, dass sie die erste Berührung von Jaden mit Irländern nachweist, die zu d»r Ezplosion führte, welche ihre gleiche Etectricität zur Folge haben musste. Dieser Artikel — bemerkt das Jew. ״Chron.“ in einer späteren Nummer — ist von besonderem Interesse in Bezag anf die Forschungen, welche in jüngster Zeit über die alten Gelehrten in Irland angestellt worden. Die irischen Mönche stadirten fleissig die lateinische Sprache und in jüngster Zeit ist nachgewiesen worden, dass sie auch das Studium der f' bedienten. Dies ergibt sich aus den Glossen zur Bibel, welche man jüngst aafgefanden hat. Neben ihren Wallfahrten nach Rom wirkten sie aach als berühmte Missionäre und irische Heilige und Bischöfe Ständen mit Deutschland und andern continentalen Ländern in Verbindung. Diesem Umstande verdanken wir die Auffindung der irischen Bibslglossen in den entlegensten Bibliotheken. Die Irländer kannten daher die Jnden sehr wohL Als Vermuthung mag noch aafgeatellt werden, dass Jnden za einer politischen Mission statt der Normanen entsendet worden, da Letztere wegen des langen Krieges zwischen Iren and den dänischen Königen in Irland in einem schlechten Rufe standen. C. in R. Zur Erledigung der Frage des Herrn S t u rin an n (in Nr. 37} lässt sich vielleicht folgendes verwerthen. Im Machsor Vitry heisst es (ev. Berlin) s. 345: דרשו ד׳ בהמצאו אלו?שרת מושק בהם תשובה ליה־־כ (Rosch. hasch 18a ימים שבין ר״ה מתענק בהן ומשבימק בכל יום דבית הכנסת לפני עמודוהשחד ומבסשק רחמים ומנהג ממוצאי שבת לפני ראש השנה: (Debrigens wird das imNamen Raschi’s, dessen Schüler ja R. Simcha, der Verf. des M V., war, bemerkt, dass es grammatikalisch riehtiger wäre מלך המשפס ZU sagen. Man solle es aber dabei belassen, zumal sich diese Status constr.-Verbindung auch in der Bibel findet). — Der Maharil erwähnt übrigens (הל' ימים הנוראים) im! Namen des מהרא״ק, da׳js der Vorbeter auch vor der eig. Zeit den Tallis anfegen dürfe: כשמשבימק לסליחות. Dazu heisst es in einer Note: OTip שמשכימין 'סליחות HD .... (1)עמוו השחר משום דאמרינן פ״ק דע״ו Es ut nicht Ab. sar. I (3b), sondern viel! Ber. I (3). — Hauptsächlich aber sei (mit Pachad Jizchak s. v. סליחות p. 49a ob.) auf *תשוב הרם־׳ ע מי׳ ע״ם gewiesen: סליחות אין לומר באשמורת ראש חדש ואפי' כר״ח ארור. Aas Mangel an Zeit kann ioh leider die bez. Stellen nicht nachschlagen; führe aber nach J. Maller1• werthvollem 'ספתח לתשום הגאוני an: S. 84 ob. (R. Cohen Zedek aus Sara) wird ans den Hil'ch des R. Jizsch ihn Giath erwähnt (er. 17).מנהג בב׳ ישיבות לומר ■תחנונים בי׳ ימים שבק ר״ה ליה״ב משכימים• S. 1*6 (Hab Amram Gaon; vgl. dass, siddur: er. 68: בי׳ ימים שבק ר־ה ליו״ ה״ר משבימין בכל יום בביהב־׳נ קודם עלות השחר ומבקשים רחמים ana Or. Chajim); S. 222 (R. Hai) gleichfalls aas רי״ק (Nr. 260); מנהגנו לומר תחנונים בהני י־ ימים לחוד ושמענו דמקצת אנשי פרם היימי מר*ח אלול (Müller verweist hier in Note 3 auf die von ihm edirten תשובות נאונ׳ מזרח ומערב iw .גר־׳ה ובשבת שובה אומרים תחנונים.- Breslau Königsberger. VsrantwertL Redacteur Dr. Rah mer, Magdeburg. Druck :Bendix & Hahn. (fr. D. U. Wolff.) Magdeburg. Verlag: Hob. F riese, Leipzig..׳