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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-09-09 · N° 37. (9.9.1892) · p. Seite 148

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 37. (9.9.1892)
Date
1892-09-09
Page
Seite 148 (sequence 5)
Language
German
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and betten Kenner der preger Jndengesohiohte and JndenVerfassung, Alles 1a Grabe getragenworden, was er. mühevoll durch mehr als ein halbes Jahr• hundert — leider nur in sioh selbst — gesammelt ־und geforscht hatte. Ein Einziges konnte Kaufmann nach langer Mühe und schwerer Arbeit vei öffentlichen (und wir wissen ihm dafür den wärmsten Dank, weil es werthvolle Bau• steine sind) — ca. 10,000 Grabinschriften vom be^ rühmten alten prager Friedhofe, denen zu einer Familiengesohiohte Prags das nöthige Baugerüste in den . werthvollen Anmerkungen beigegeben ist, das ans der bienenartige Fleiss Kaufmann’s unter dem Striche an- 8ammen8tellt Der alte prager Friedhof ist nächst der Altneu- Synagoge gewiss das bekannteste und besuchteste Denkmal jüdischer Geschichte in Europa. Beide sind von einem Sagenkreise umwoben, den man nicht gern stört, nm zur historischen Wahrheit ihres Alters an kommen. In den letzten Jahren sind jedoch Urkunden veröffentlicht worden, die manche Illusion über das Alter derselben zerstören. Es ist dies auch gar nicht za verwundern, da der ursprüngliche Sitz der Juden in Prag bis ins dreizehnte und und vierzehnte Jahrhundert hinein an einer ganz entgegengesetzten Seite der Stadt, stromaufwärts gelegen war. Die Altneusynagoge und der darangrenzende Friedhof haben historische Vorgänger, die noch theilweise bestehen, den Judeng&rtenfriedhof (Vladislavgasse) und die Altsynagoge. (Der jetzige ״Tempel‘‘.) Doch darüber mögen wir uns hier nicht weiter auslassen, wir bemerken es nur, weil mancher Leser des Kaufmann’schen Werkes enttäuscht sein dürfte, kanm ein Dutzend Grabinschriften zu finden, die wesentlieh älter als das siebzehnte Jahrhundert sind. Allerdings kommt zu der Erklärung dieses Um- Standes hinzu, dass Simon Book die bereits im Gal Ed gegebenen (1856 erschienenen) Epitaphien nicht wiederholte, was wir nebstbei gesagt herzlich bedauern, da das genannte Werk sehr selten geworden ist. Andererseits haben die älteren Steine während der ExUe, welche die prager Juden in der Mitte des techszehnten Jahrhunderts erlitten, unter der Barbarei der feindseligen Bewohner Prags gelitten, welche sie (wie in anderen Städten) als willkommenes herrenloses Baumaterial benützten. Dieselbe Barbarei wendete sich auch 1744 gegen «die Steine des alten Judenfriedhöfs, wie uns zahlreiche Bestaurationsinsohriften mittheilen, als die Juden das letzte Mal Prag verlassen mussten. Das reiche Material, das uns Hook bietet, ist von Kaufmann in einer mustergiltigen Weise in alphabetischer Ordnung mitgetheilt, die Grabsohriitexcerpte (denn nar um solche kann es sich natürlich bei der grossen Fülle von Epitaphien handeln) sind praktisch eingerichtet, die einschlägige überall zerstreute Litteratur in erschöpfender Weise benützt und in be- 8cheidenster Form in den Anmerkungen wiedergegeben. Dass noch manche Wünsche an die Arbeit zu richten bleiben, ist da wohl nicht za verwundern. Sie mögen hier nur desshalb ausgesprochen werden, weil die prager Beerdigungsbrüderaohalt, wie ioh höre, sioh durch das Werk Kaufmanns nicht abhalten lassen will, ihre Inschriftensammlung, die (leicht begreiflich) reioher und vollständiger ist, ebenfalls im Drucke erscheinen zu lassen. Da ist zanäohst za wflnsohen, dass die früher publioirten, theilweise gerade dem Andenken der berühmtesten Männer gewidmeten Epitaphien in die Sammlung mit aufgenommen werden. Dann mögen die Familiennamen — naoh den Familienstämmen — strenger gesohiedea werden. Wenn z B. vom selben Namen (wie Frankel) Stämme der Leviten- und der Israelitenabkanft vorhanden sind, die auf den Grabsteinen streng gekennzeichnet sind, so mögen sie auoh in den Rubriken so aus einander gehalten werden. Städtenamen (z. B. Brandeis), die zum Familiennamen geworden sind, mögen von der Bezeichnung der Zugehörigkeit zu dieser Stadt geschieden werden (z. B. Jakob Brandeis ha-Levi von Jakob aus Brandeis). Wo Appellativs (e. B. Schneider, Krejozik, חייט) 1 za Eigennamen geworden sind, aber abwechselnd in den drei den Jaden geläufigen Sprachen (hebräisch, deutsoh und slavisch) gebraucht werden, möge die Hinweisung im Register vollständig sein and derartige andere Kleinigkeiten mehr. Das Lebensbild Hock’s welches Kaufmann in der ihm eigentümlichen gemüthvollen Weise als Einleitung entwirft, ist vortrefflich geschrieben nnd giebt eine lebendig wahre Schilderung des geistigen Treibens in der prager Jadenstadt in der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts. Dass die Biographie Hooks zu einem Panegyrikas! geworden ist, wird Niemand, am wenigsten ein Verehrer Hock’s, wie ioh es bin, Kaufmann zum Vorwürfe machen. Prag, Ende August 1892. Rabb. Dr. A Kisch. Liitterarisotie Notizen. Archäologisches Auf einer im vorigen Monat abgebaltenen Sitzung der französischen Akademie berichtete Herr Halövy über die jüngsten Forschungen im Berliner Museum. *Besonders eingehend hat eich derselbe mit dem Studium zweier (jüngst erworbener semitischer Schriftstacke aus dem 8. und 9. Jahrhundert vor der christlichen Aera beschäftigt. Biese worden in Zindjiali im höchsten Norden Syriens entdeckt. Obschon diese Beliqnien dem allgemeinen Pubukum noch nicht zug&nglieh sind, hat doch das deutsch-orientalische Comitö Herrn Halövy nicht nur die eingehendste Untersuchung, sondern auch das Copiren der beiden Schriftstacke in entgegenkommendster Weise gestattet Bei Letzterem stiess er auf grosse Schwierig• keiten, weil die Originale sich in sehr lädirtem Zustande befinden. An manchen Stellen ist die Schrift so schadhaft, daas ee kanm möglich scheint, sie entziffern za können. Trotzdem ist es aber Herrn Halövy gelungen, eine vollständige and getreue Copie des Textes zu erhalten. Er sagt, dass sie von 2 Königen von Vadi in Zwischenräumen von ca. 100 Jahren geschrieben worden seien; beide führten den Namen Panamma nnd der zweite dieses Namens war ein Vasall des assyrischen. Könige Tiglat Pileser, welcher die 10 Stämme wegführte, Der Dialect ist nicht, wie man bisher annahm Aramäisch sondern dem Hebräischen sehr ähnlich and nar schwach mit Anunäismen untermischt. Dieser Dialect wurde von den Hatti’e oder Hittiten gesprochen and hält es Herr Halövy für ganz sicher, dass dieser Stamm ein semitischer war, ohschon bei den Gelehrten eine andere Ansicht vorherrscht. im שז א״ח ת״ליפ״א heisst: נודעים ללדם באשמורת לומר סליחות ותחנונים מי׳ר־׳ח אלול ואילץ־ לד י״וכ. au Qaeiie ist angegeben טור בשס ר׳ האי וכץ הוא מנוע ספרדים. Dagegen steht im TlfiD סדור eine Abth eilang mit der Ueberschritt סליחות wiefolgt:מר״חאלולעדידכאומרךיםבלרבית סליחות זד. 1?) אחר עמידה חוץ משכת וריח, von סליחות m aller Frühe ist keine Bede. Wer mag den מ3הנ verändert and die TT» von Morgens auf Abends verlegt haben? U. A. w. g. J. Stnrmann in Osterode Oetpr. VeumtwortL Bedactear Dr.Bah m er, Magdeburg. Druck :Bendix & Huhn. (fr. D. L.W01ff.) Magdeburg. Verlag: Bob. Fr lese, Leipzig

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