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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-08-26 · N° 35. (26.8.1892) · p. Seite 140

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 35. (26.8.1892)
Date
1892-08-26
Page
Seite 140 (sequence 5)
Language
German
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-י 140 — nioht, wie derVerf. mitLazatto und Graetz *mummt, ent zur Zeit der Bedigirumr dee Talmuds erfolgt zu ■eie. Dagegen spricht a. B. die Bemerkung Raba’s (B me*. 35a), dass er bei Beb Naohmeon den ״Abschnitt המפסיד• (Babe me sie DI) gelernt. Vielmehr dürfte, wie ich schon wiederholt eaasnführen Gelegenbeit hatte, die Schlnsaredmotion der Misohneh (im engeren Sinne) durch R. Ohiia, B. Jehadah's I Schüler erfolgt Min, sodasa Beb in Babylonien nnd R. Jochen an in Palästina den besw. Talmud beginnen konnten. Der Umstand aber, dass einseine Stöcke der Misch• nah ani eine Zeit xuräckgehen, wo der Gebrauch der hebräisohen Sprache noch sehr verbreitet war, scheint der M., Tos. nnd den hal. Midrasch, ein für allemal dieses Idiom gesichert an haben, obgleich (vgl. Znckermandel in s. Tos.-Au«g. p. XLVII,V. Anoh in der Mischnah sind aram. Stöcke, z. B. Kethab. IV,7 Ende.) das Aramäische schon früh amtliche Umgangssprache geworden war. — Hinsiohtlioh des חכמים ptP?(p. 2. Anm.l) ist noch ani תר״ט sa Pes. 1,2 (Stiehw. חולדה) an verweisen. — Dass der Verf. nnn dies bedeutende Werk Barth’s: ״Die Nominal bildangen (2 Bde.)“ für seine Untersuchungen anbenutzt gelassen, ist, snrnal dasselbe in den Bibliotheken wohl ver• griffen war, vielleicht begreiflich, von einer objeotiven, wissenschaftlichen Kritik aas aber keineswegs za billigen. Immerhin aber - verdient der Verf. Aner• kennnng, dass er die Untersuchungen Siegfried'8 im ״Lehrbnch der neahebr. Sprache•, die ja zum Theil dem späteren Midrasch entnommen sind, bes. durch Anführung der Quellen (derMisohnah and theil• weise der Tos.) ergänzt hat. . Wir fügen folgende Berichtigungen nnd Ergänzungen hinzu: Za den qatal- Formen (S. 10) hätten noch Formen, wie' ת&ר M. Orlah 1,8 (Tos. Demai 1,8) was allerdings Lebreoht im Magaz. I, S. 7 (vgL ZackermcU. d. Erf. Handsoh. 8.106) vom lat. temetum ableitet (Massafia) 2, סרק M. Pes. 3,2 u 8נהו* ר Pes. 2,6, שתל Msass 5,1 angeführt werden können, die ebenso geläufig sind, wie *VC ״ Schlupfwinkel * (OhoL 1. Ahil 8,2). Be*. des Schwankens der Lesart נהר resp. נחר vgL Tos. Moöd kat 1,7 (Hdschr. and Drr.). Maim. verweist aaflKön. 18,42 (*VQ), R. äimson 1.בחר (was Druokf. ist; vf. Araoh s. v. נחר), Ascheri נהיר-נחיר, Hai Gaon נשר — .נחר schon Pes. 4,8. — Auch אשפה (S. 11) ist mit i za sprechen, da es Tos. B. Kam. 8,10 וישפה( geschrieben wird. Es scheint eine Femininal-Bildung von אשף sa sein, wie נעה (a. a. O.) von D. (Ueberhaupt hätte die Bildung der Feminina von parallelen Masc.-Forraeu zusammenhängend (S. 48) behandelt werden müssen.) Denn es scheinen die äegolatformen im Laufe der Zeit (vgl. das Chald.) ein i in der 1. Silbe angenommen zu haben. Die Form אשפתות ist bh. (Threni 4,5). — Zu נפה• Es scheint das Fern, von נף (vgL Araoh 8. v.2 נף. Bai Gaon identif. ZU und נף) and dasselbe wie das נ׳ au sein, das der Verf. S. 15,2a als qatal-Form anführt. Wenigstens leiten es Maim a. A. von Neh. 7,3 ״verschliessen• ab; aaoh jer. z. St. erklärt es durch דבר שהוא מסרים. Vgl. auch Bart, zu B. me*. 2,3 (nach Basohi). Tos. Peah 3,2 VgL jedoch Tos. Teram. 3,8, wo נפי (von נדיש «= (נף genommen wird (Znckermandel, a. a. O. S. 29). VielL heisst es jedoch aaoh hier ״geschlossener, gebundener Hänfen.• — W*s derVert mit der Notiz Iß. 16): כשר brauchbar (in ritueller Hinsicht) Jom. 6,1• meint, ist nicht ganz klar; jedenfalls wird es aaoh von Personen gebraucht, Berach.2,7. — Za S. 16,2 vgl. noch נדירה (bh. TO) Tos. Sota 7,15. — (Schluss folgt.; AMwaräfs Bade! Authentische Enthüllungen Eingeweihter. Gesammelt von Ed. Mnnd. Preis 60 PL 8. Auflage. Berlin 1894. Der Jade wird veräraaatt Zeitgemässe Abhandlung von William Sehoppe. Dresden 1893. 60 PL Der Jade! Zeitgemäaae Betrachtungen ven einem katholiechen Geistlichen der ErsdiQaeee Gneeen-Poeen. Poeen 1893. Noch hat der Antisemitismus seinen Rüoksug nioht angebeten, dafür aber muss anerkannt werden, dass seine Angriffe nioht mehr widerstandslos geduldet, sondern allerseits mit jener Entrüstung bekämpft werden, die eine Partei hervorrufen muss, die Leute von dem Charakter eines Ablwardt als ihrea grossen Helden hinstellen kann. Nioht immer wird dieser Vertheidignngskampt mit dem gleichen Geschick aufgenommen. Und wenn wir uns auch freuen, dass einsichtsvolle Nichtjuden immer und imuer wieder eine Lenze für unser Volk breohen, so düiten' . wir uns doch nioht verhehlen, dass z. B die Sohoppe’sche : Abhandlune: ״Der Jude wird verbrannt“ zum Theil recht schwach und matt gehalten ist. ״Genug, der Verfasser dieser Schrift will nur seine Glaubensgenossen darauf aufmerksam machen, wie wenig ee eines ehrlichen, echten Christen würdig ist, die Flamme der Zwietracht zwischen die Völkerstämme za werfen“, wie■ Verf. selbst sagt, und dieser aus wahrhaft humanem ׳ Heizen kommende Wunsch muss uni schon wohl oder übel über die hie und da etwas phrasenhafte Eie de weise hinwegsetzen. Auch M und können wir nicht ganz davon freisprechen, obwohl er zum Theil viel tieter in das Wesen der Sache selbst eingedrungen ist. Was er gegen Ahlwardt vorbringt, wollen wir hier nicht wiederholen Am Schlüsse seines Büchleins aber verlangt er (S 35ff.) von dea Juden selber einen richtigen Kampt gegen die Antisemitao und zu diesem Behüte Einheit der Geeammtjudeaheit, und damit stellt er sich aut den bekannten Standpunkt des Vereins zur Bekamptang der Baceahetze in Berlin. — Am besten ist unstreitig die von einem katho- 11‘wshAn Geistlichen verfasste Broschüre ״Der Jade“, obwohl wir auch hier nioht mit Allem ttbereinstimmen dürften. Jedoch das ist unbestreitbar, dass sie in dem Kreis«, für den sie in erster Linie bestimmt ist, geeignet sein dürfte, allerlei alte und veraltete Vorartheile za bekämpfen; denn zu ״beseitigen“, wer wollte das behaupten? Immerhin ist nur daroh einen' friscnfröhlichen Kampt eine Hoffnung auf Besserung der jetzigen' Zustände möglich. Hoffen wir aas Beste, aber vergessen wir auch nicht, das Schlimmste zu fürchten! Magdeburg. _ H. L Ltitterariaohe Notiz. Bibliographisches. Ein im Besitze des Chief Rabbi m. London befindliches Manuscript enthält das Bruchstück eines sehr merkwürdigen 1 itterarischen Erzeugnisses aas dem XVI. Jahrhundert, welches Herr Dr. Neubauer jetzt in der ״Romania“ veröffentlicht hat Parodien za der Parimgesohichte waren bei den mittelalterlichen Jaden sehr beliebt. Das früheste Erzeugniss dieser Art ist die berühmte Compilation des Kalonymas, welche vor ungefähr 6 Jahrhunderten entstanden ist. Die meisten Bearbeitungen, welche Esther zum Gegenstände haben, waren in hebräischer Sprache geschrieben, die des Grescaz Caslari in proven^alischer Sprache mit hebräisohen Lettern Dr. Neubauer bat nun jüngst gezeigt, dass die Jaden Mordfrankreichs sich bei andern Comp jsitionen der L an dass p rache bedienten; Cpslari aber begnügte sich nioht mit der Anwendung der französischen Sprache, denn er schrieb nebenbei auch ein Gedicht in hebräischer Sprache, ersteree für Frauen und Kinder and letzteres nicht für Männer überhaupt, sondern für diejenigen, welche mit der hebräischen Sprache vertraut waren. Wir bezweifeln entschieden, dass die gewöhnlichen proven^alischen Jaden dee XIV. Jahrhunderts das Hebräische geläufig lesen konnten; die Kenntnis« des Hebräischen bei den. ״ mittelalterlichen Jaden wird in der That auch oft sehr Uberschätzt Herr S Mayer hat einige etymologische Anmerkungen beigefügt, welche zeigen, dass das Manuscript des Herrn Dr. Adler von philologischem Werthe ist Es muss hierbei auch daran erinnert werden, dass die franzöeichan Glossen Raschi’e sa seinen Bibel- und Talmadcommentaren die ältesten existirenden Wörterverzeichnisse der französischen Sprache sind. Durch den Tod Darmesteter’s wurde die systematische Beh*udlnt1g dieser Glossen leider unterbrochen, aber die Wichtigkeit derselben findet bei den Philologen Verständnis» und gebahren le Anerkennung. Herr Df. Neubauer hat siob durch aie Veröffentlichung dieses seltsamen Gedichts vom einem jüdischen Gelehrten des XTV. Jahrhunderts aat’s Neue um die Wissen— scbatt verdient gemacht _ VeiantwortL RedacteurDr. Rah mer, Magdeburg. Drack: Bendix & Hahn, (fr D. U Woltf.l Magdeburg Verlag: Hob. F riese, Leipzig..

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