Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 34. (19.8.1892)
- Date
- 1892-08-19
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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M »4. Jüdisehes Mr*. HL Litteifatur-Blatt. tar Btlaraktnr •Dir Jitatt•■ al A4« 1MnAai« IltMraiiMk« ■r• Hkrian!« uf 41■ fl«M«4* du PMI•- MfU•» GMekkkt«, Btkaognpkl•, TkulOffl», OrluUlU, CngCM, HonlMlk, Utuglk a. PMifogik. Sttja■ j Herausgegeben | *•»»> | Babbiner Dr. Moritz Rahmer. den 19. flUtc^wot 1892. Bl Au du d1Mkli|l|1■ Litt■»tu, du BaduttM ■■cuadt wm4« , 1■ dl«•« Blatt• difrtNdilumtai. Bai Bun4n| m 1*41 »imd■■ Ixiaplaraa ufW(t •iuullf• km aratla-Iuutim. Das ״Jüdische Lltteratur-Blatt“ io Leipzig bei Robert Friese pro Jab allen Postens'alten and Buchhandlnngen 8 86 Pf, fOr die gespaltene Petitzeile, Bef' Buchhändler u. Lehrer, welche 114 g׳ 1 irscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei alfen Buchhandlungen k rgang 8 Mark. Abonnenten 4fr ,IsraelitischenWochenschrift“, die vierteljährlich bet Mark zahlen, erhalten das ,,Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit gen mit 80 Mark, berechnet und sind an die Expedition dieses Blattes *u senden, irect oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25yi Rabatt. Inhalt: l&iui rK■ Wissenschaftliche Aufsätze: Erk Aboth 111,21 nach Maimonides nebst ein! die kurze Zeitperiode des Patriarchats Asaria's. Von Rabbiner Dr Ironbe־ Erläuternde Bemerkungen zu einigen den Psalmen nnd Sprüchen. VonDr. Jacd in Kuttenplan. (Forts, statt Schluss.) Litteraturbericht: Receasionen: Ei Joseph, Beziiksrabbiner in Bruchsal den Talmud. —Wünsche, Midrasch Litterariscbe Notizen. שפוך חמתך Ti •1 ilsbefsgtsr ft.onaruci aus dissasi Blatte ist ing der Mischna er Bemerkung über Rabbi Eleasar ben (Fortsetzung.) — len dee Targum'za b R e i 8 s, Rabbiner chelbacher, Dr. Zwei Reden über ihillim etc. (Forts.) d die Blutlüge. sioki assiattst Erklärung der Mischna Aboth 111,21 n nebst einer Bemerkung über die karxe des Pstriareksts Babht Eleasar bei Von Rabbiner Dr. Kronbe ach Maimonides Zeltperlode (Fortsetzung.) Der Vermittler aber, der um jene bmdung zwischen jüdischer nnd gri weise herbeigeführt hat, war der gnosi Platonismus. J061 in seiner Schrift Beligionsphilosophie“ (Th. I S. 116) Th&tsache, dass die palästinischen Le pythagoräisrhe Anschauungen hatten, ־ sein“. Wie leicht nnn konnte unter dem Grieehenthum entlehnten, rnyst«: ausgebildeten nnd auf Irrwege geratheu! sich auch der eine oder der andere reii Gedanke, sogar der eines Aristoteles und anf diese Weise Eingang nnd Auf na 1 Kreise gefunden haben. Ganz besondeis Eleasar den jüdischen Gnostikern g< fremd noch in rigoroser Abgeschlossen zn haben. Es ist vielmehr eine Stelle finden, die auf einen direkten nnd i: zwischen ihm nnd einem stark anrüehJi, hinweist, einem Gnostiker, von welohei 1 (Chag. 14. b) heisst: הציץ ונפגע aer beschädigt“, er kostete davon and kh mit heiler Baut davon; von dem זוטא מבחוץ p עדין (ibid. 16,6). ״Ben Sc(: immer draussen* anf seinemalten gno! punkt. Dass man Ben Soma im Kreisle gelehrten nicht viel getraut hat, vor, dass man ihm 80 wie seinem Zeitgenossen Ben Asai (עזאי p) die weigerte and sie wurden beide stets geht Aut! Ifiäi —- ■■ -י■ ■ Asaria's. 8• Zeit eine Veri *!bischer Denk- 1f|i80h modifizirte ״Blicke in die tagt: ״Ueber die! irer platonisch- : inn kein Zweifel ciesemWust der riös platonisch len Philosophie philosophisohe antermisohen me in jüdische scheint Rabbi;e genüber weder heit gestanden im Talmud zu 1 timen Verkehr igen Gnostiker es im Talmud;te und wurde >m nicht mehr ir gesagt wird ma steht nooh iftisohen Standdei Talmuddaraus her- Collegen und :orisation verunter dem iur Namen ihrer Väter angeführt. (Der eigentliche Name beider war nämlich, wie bekannt, Simon, שמעק). Den Titel Rabbi haben sie sich nicht beilegen dürfen. Rab. Obadija aus Bertinoro gibt zwar einen anderen Grund für das Fehlen des Ehrentitels ״Rabbi* an (Aboth IV,l) indem er sagt ״Ben Soma wurde desshalb nur unter dem Namen seines Vaters und nicht mit dem Ehren- . titel ״Rabbi* angeführt, weil er unverheirathet war und jung gestorben, bevor man ihm die Autorisation ertheilen konnte*. Allein der Umstand, dass er anverheirathet blieb, ebenso wie sein Zeitgenosse and College Ben Asai, scheint von den andern Gelehrten nicht so harmlos aufgefasst worden zu sein nnd es mag vielleicht eben in dieser Thatsaohe der Grand für die Verweigerung derErtheilung ihrer Autorisation zu suchen sein. Bekanntlich hat es eine gnostisohe Sekte gegeben, deren Anhänger sich Antitakten nannten, deren Streben darauf geriohtet war, gerade das Gegentheil von dem, was das Mosaische Gesetz verboten hat, praktisch auszuübeu. Ein Theil . der Anhänger dieser Sekte hat iu einer übertriebenen, asketischen Lebensweise durch eine gänzliche Abtödtang dee Fleisohes, daroh eine auf die Spitze getriebene and bis an’s Lächerliohe grenzende Enthaltsamkeit das Mittel gefunden za haben geglaubt, wodurch sioh der Mann der Gnosis (des Wissens) bis zur wahren höchsten Erkenntnis» des göttlichen Wesens, das nooh höher über den Demiurgen steht, empormusohwmgeu vermag. Weder Fleisoh wollten sie gemessen, nooh erlaubten sie sioh irgend welchen Umgang eines eheliehen Verhältnisses mit dem weiblichen Geeohleohte zu pflegen, weil alles dieses dem sündhaften Stoße nur mehr Nahrang zur Verdankelang seiner Erkenntniss zuführt. Wie sehr konnten daher diese beiden Männer gerade duroh diese Verzichtleistung auf das eheliche Leben, wenn dieses auch ihrerseits in dar unschuldigsten und reinsten Absicht gesohehen sein mag (wie dooh Ben Asai sagte : נפשי חשקה בתורה), dennoch das Misstrauen steigern und den Verdacht bestärken, dass sie nooh immer tief in der gnostiaohen Irrlehre stecken. Eine Beschuldigung, deren man sie schon ohnehin besichtigte. Und wohl nioht mit Unrecht. Gehörten sie doch za denen, die ins ״Paradies* (פו־דם) eindrangen, and von denen es nnr Rabbi Akiba gelangen ist, glüoklioh einzutreten und unbeschadet davon sa kommen. Die Vermuthang liegt daher nahe, man hätte ihnen in Folge dieser augenscheinlich Verdacht erregenden Lebensführung den Ehrentitel Rabbi nioht ertheilen mögen. Ein solches Vorgehen in einem Talmudischen Collegium kann ans durchaus nioht 1