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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-08-12 · N° 33. (12.8.1892) · p. Seite 132

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 33. (12.8.1892)
Date
1892-08-12
Page
Seite 132 (sequence 5)
Language
German
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IX sich Wohnung im Gottes zelte für beide Welten gewünscht bitte? Nein, er spntoh: Man soll mich (nach, meinem Tode) in denGotteennd Lehrhäusern nennen nnd erwähnen, als ob. ioh lebe . . . N0. 9 u. 10 gehören inhaltlich snsammen; eine Theitang dieses Midrasch, der den Psalm aaf das erste Mensohenpaar anwendet, ist ansalissig. No. 11 nnterbrioht den Zusammenhang nnd dürfte in No. 19 vor dem Aasspraoh des R Samael b. R Jischak den richtigen Pltti haben. In No. 17 Z. 4 ist vor den Worten R Elieser’8 die ■weite Yershällte binsasafngen: ,und aber seine Lehre sinnt er Tag nnd Nacht.s R Elieser ist der Ansicht, dass man dieses Psalmwort (and das ähnlioh lautende Gebot in Josna 1, 8) schon daroh die genaue Beobachtung der Tephillia-Vorschrift erfüllt. Aaf den ihm von fi. Josaa gemachten Einwand, dass das Tephillingebot nnr bei Tag sa beobaohten ist, fragt ihn R Elieser: Wie hältst Da das Schriftwort aafrecht? — es ist TM statt אני za lesen — and der entere antwortet: Darch das tägliche Lesen des Soh’ma. Aehnlich lehrt R Josaa in Meohilta za 2. M. 16, 4: Wenn Jemand zwei Lehnätze des Morgens and zwei es Abends wiederholt and tagsäber mit seiner Berufsarbeit beschäftigt ist, so reohnet man es ihm an, als ob er die ganze Thora erfüllt hätte.“ Am allerwenigsten konnte also R Josaa gelehrt haben, dass man seinen Sohn kein Handwerk lernen lasse, damit er nicht abgehalten sei von der Beschäftigung mit der Gotteslehre, wie W. naoh dem Wortlaut des Textes übersetzt. Die Stelle im Sehooher-Tob ist verderbt and confas, wie eohon Beifinann and Bober n. Andere vor ihnen bemerkt haben. Vor dem Aasspraoh ist יכול ausgefallen and für שנאסר ist ר "Ti za lesen. Demnaoh ist za übersetzen: ,Ich könnte meinen, der Mensch sollte seinen Sohn nicht einmal ein Handwerk lernen lassen, damit er daroh niohts gestört and gehindert würde Thora za lernen, darum heisst es 5. M. 30, 19: Da sollst am Leben Wohlgefallen haben,“ d. h. Da־ sollst Dir das irdische Leben za erhalten suchen and für die Bedürfnisse desselben Sorge tragen. Unablässige, ausschliessliche Beschäftigung mit der Gotteslehre aber wäre Geringschätzung, ja völlige Vernichtung des diesseitigen Lebens. Als R Simon b. Jochai mit seinem Sohne die Höhle verliess, in der er während der hadrianischen Verfolgung gelebt hatte, sah er Leute aaf dem Felde arbeiten and rief aas: ״Sie vernachlässigen das ewige Leben and beschäftigen sich mit dem zeitlichen!“ Aber eine himmlische Stimme rief ihnen za: Seid Ihr aasgezogen, am meine Welt za zerstören, so kehret lieber in Eure Höhle zurück, (b. Sabbath 33 b) Demzufolge lehrt lt. Simon b. Jochai in der Mechilta za 2. M. 13, 17 a. 16, 4: Fortwährendes Gesetzesstadiam war möglich unseren Vorfahren in der Wüste, welche vom Manna, and den Priestern, welche von den Opfergaben des Volkes lebten, denjenigen also, welche für ihren Lebens bedarf nicht za sorgen haben. Aach die Ansioht des R Nehorai (Ende Kiddasohin) ist damit nicht im Widersprach, (Cfr. die Erklärung des B. Samael Edels das. and Aboth 2, 2.) In No. 18 sind einige Lücken, die naoh den bisherigen Aasgaben leicht «aszafüllen sind. So naoh מולם z. 4: כך דית ועם מולם שני und nach :וכרקים שני קול ד על המים הרעים וג ׳ כך ד׳ת• Dis Lücke nach פרדסים hat Baber Note 23& richtig ergänzt. Ohne diese Ergänzung, welche bei W. fehlt, ist der 8atz an verständlich. (Forts, folgt.) Meastaät, Dr. Losli. Eine Blutbeeohnldigang in Frankfuit a M. i. J. 1604. Expd. <L ״Isr. Waohenscbr.“, Magdeburg, Diese den Lesern des ״Litteraturblaltss“ als Abbandlang in demselben nicht anbekannte Arbeit verdient, zamal in ihrer jetzigen Gestalt, als Separatabdraok, die vollste!)eachtang der Antiand Philo semiten Die Enteren können da-aas lernen (wenn sie wollen 1, dass eine so verruchte That, wie sie ieaer Sohnhmaoher am 26 September 1504 in Hanaa vor dem Richter gestand, nämlich sein Stiefkind erstochen zn haben, niemale gemildert werden kann darch eine zum Zweck der Entlastung vorgebraohte Lage, wie eie in den Worten des Sohnsters enthalten ist: ״Das Blot (so dea gemordeten Kindes) habe ich in einer Schüssel aufgefiaagen and dem Jaden Gompcben gebracht“ Ihr Antisemiten all«, die Ihr erst kürzlich ia Kanten, sei es aas Bosheit and Niedeitracht. sei es aas Fanatismas and Aberlaaben, gegen einen redlichen Mann, den Jaden Basehhoff, ie Anklage dee unsinnigen Bitaalmord es herauf beschworen, — lasst Each doch darch die Lektüre obiger Schrift die den Aasgang einer aaf Grand der Prozess-Akten des Frankfurter Stadt-Archiv’s beglaubigten Blatbeschaldigang enthält endlioh einmal überzeugen, dass jede Anklage des sogenannten Bitaalmordee aat dea Ankläger zarückiällt der aas Bache oder sonst einem niedrigen Motive gegen Jaden and Jadeutham za handeln eich nicht soheat, schliesslich aber nur sich selbst richtet Aber auch den Philosemiten, die dem Antisemitismus nur aus Opportanitäti- oder aas Utilitätsrücksiehten gegenüberstehen, gewährt die Sohildeiang der Ereignisse in obiger Schrift eine willkommene Gelegenheit die Ueberzeagang za gewinnen oder za befestigen, dass alle jene Anklagen, die atu Ritualmord abzielea, in unglaublich leichtsinniger and gewissenloser Weise erhoben werden. Möge darum obiges Schriftoben, dass trotz des tränrigen Gegenstandes, den es bespricht, sine anregende Lektüre bietet und dessen Reinertrag za Gunsten des von der ganzen civilisirten Welt tief bedauerten nnd jüngst vom Ritaalmorde freigeeprochenen Boschhof! bestimmt ist, recht viele Leser fiaden. Erhöht wird der Werth dieser Abhandlung darch die Beigäbe der Quellennachweise in der Sprache der Zeit, aas der sie stammen, eo dass sich der Verlass er den Dank aller wahrheitsiiebenden Forscher erworben. Landsberg - Kaiserslautern. Litterarlsohe Notizen. Aas der in Nr. 81 des gescb. ״Litteratarblatt“ von Herrn Kgr gemachten Mittheilnng der Rssyhj»teil».ISfBhsdijon 43 b), ihrem Wortlaut nach, entnehme ich mit Vergnügen, dass ich vollständig im Rechte war an behaupten, dass Raschi der Panktation der Gottesnamen in Denter. 2a,28 entgegen ist. Denn der Ausdruck ״) לאו אוי־ח ארעא לנקדEs ist keine Art and Weise za panktiren“) ist so entschieden ablehnend, dass die Mo ivirang, meiner Ansicht nach, nnr von dem Gesichtspunkte des Prinzips getänden werden kann, wonach die masoretische Markirnng mit Paukten da angebracht ist, wo Worte überflüssig erscheinen and elidirt werden könnten, was bei Gottesnamen nicht der Fall sein darf. — Hiemit stimmt wohl auch die talmudische Erklärung des angezogenen Deuteronomis tischen Verses überein, welche die Annahme eines späteren Zusatzes im Raschi- Commentar vollständig aasscbliesst. Dr. N. Paris. Die neueste Nummer der ״Revue desEtades jaives“ enthält einen Beitrag dee sei. Isidore Loeb über ״die jüdisch» Volkskunde“ mit schätzbaren Erklärungen za Ihn Verga’a ״Behebet Jebada“. Herr Schechter veiöfientlicht bemerkeaswerthe Auszüge aas einem Manascript, welches er so glücklich war, in der Montefiore-Bibliothek za Ramsgate aafzafindea. Diese Auszüge setzen ans in den Stand, im Anschluss an andere von Herrn Schechter aas Mannaciipten zitirte Stellen ans ein vollständigeres Bild von Messer David Leon, welcher in der Renaissance-Periode lebte, deren Einflüsse an ihm nicht ohnezarückgelassene Sparen vorübergingen, entwerfen za können. Mehr aber als dieses verbreiten Herrn Schechters Anführungen neaes Licht über die Lage der in der Türkei and Italien entstandenen jüdischen Gemeinden nach der Austreibung der Jaden aas Spanien and Portugal. Messer David Leon’e Ansichten scheinen mit denen Jehada Halevi’s vielfach übereinzustimman. Einige derselben scheinen jedoch sehr sonderbar. So z. B. sacht er die Behauptung za vertheidigen, dass der Gebrauch der ,^Semichah (Ordination)“ von den Christen entlehnt sei — eine Ansicht der portugiesischen Jaden, die aber der Wirklichkeit widerspricht. Ein anderer trefflicher Anspruch desselben, möge aber seiner Wichtigkeit für unsere Zeit in Erinnerung gebracht werden: ״Daijenige, welcher aaseer im Talmud auch in anderen Wissenschatten bewandert ist, verdient eher die Ordination, als der blosse Talmadkenner.“ Verantwort!. Redactear Dr Rah mar, Magdeburg. Druck: Bendix AHuhn. (tr. D. L.W01A.) Magdeburg. Verlag: Bob. F riese, Leipzig.

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