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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-07-29 · N° 31. (29.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 31. (29.7.1892)
Date
1892-07-29
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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V \ ■¥m. Jüdisches 11111*. All Litteratur-Blatt. Zar Mmchtsas •11« Mntk■■!•tat IttfararlMh•■ Kr- Mk«UugM aaf flaklat• ••r Pkllo- ••»kW, flMeklekW, Ktka«gra»kl•, TkM- Md•, Oifaatsll•, EzcftM, H««llfUk, Utafatk a. P141(ntt. Herausgegeben 3bbiner Dr. Moritz Rah mer. de&uzy, den 29. duti 1S92. Bl«hw tat ciuckllste•■ Utfarsfar, wiUt dar khm^w itpnMtt aari«, f* «iw» Biatte Wakn» i B«I!!■■•■<■■1 TM ■*•I bnphM •M|t •faulte• k■ «ratla-faMrtlm. ihdtn D« «•JMIsehe Lltteratur-B) att“ ereoL io Leipzig bei Robert Friese pro Jahrgen allen Posten• alten und Buchhandlungen 8 Mars M Pt für die gespaltene Petitzeile, Beilagen Bnohbändler a. Lehrer, welche di re t wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei allen Buchhenrtlungea g 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei . zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteratnr-Blatt“ gratis. —!»•erste werden mit נ nit 80 Bark, berechnet nnd sind an die Expedition dieses Blattes an lenden oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 3& Rabatt. c t Inhalt;: Aufsätze: Erklärung der Mischna Wissenschaftliche _ _ __ Aboth BII,21 nach Maimonides nebst einer Bemerkung über die kurze Zeitperiode des Patriarchats Babbi Eleasar ben Aaaria’s. Von Babbiner Dr Kronenberg. — Von B. Koenigsberger. Litteraturbericht: Becension: Stern, Moriiz. Die israel. Bevölkerung der deatsoben Städte. Ein Beitiag zur deutsehen Städtegeschichte. Heft II. Litterarische Notizen.!)•betagte rat Blatte ist nicht gestattet Erklärung der k118chnaAboth 111,21 nach Maimonides nebst elaer Bemerkabg Uber die karze Zeit »erlode des Patrlsrchate Rabbi Eleasar ben Asar ia’s Von Babbiner Dr. Kronenberg. ln den Sprächen der Väter 21,111, heisst es: Rabbi Eleasar, Sohn Asana’s, pflegte folgenden Ausspruch stets sich vor Augen zu halten. Wo Mangel an Lehre ist, da fehlt es auch an guter Sitii; wo gute Sitte fehlt, aa macht sich das Fehlen der Lehre bemerkbar. Wo keine Weisheit ist, ist auch keine rechte Gottesfurcht vorhanden; und wenn keine Gottesfurcht vorhanden, dann kann auch von keiner Weisheit die Rede sein. Wo keine Vernunft, da auch kein Wissen; und ohne Wissen gibt es auch wiederum keine Vernunft. Endlich: ohne Nahrung kein Studium der L’.hre; und ohne Lehre keine rechte Verwendung de. Lebenserwerbes". Darauf Maimonides in seinem Mischnaccmmentar: ״Babbi Eleasar ben Aaaria will damit gesagt 1 laben, dass eine nothwendig wechselseitige, einander ergänzende nnd vervollatändigende Beziehung zwischen je zwei Gliedern der aaf. gezählten Paare stattfindet. Jedoch hinsichtlich der Vernunft (ב'3ה) nnd desWisaena (דלת) enthalten seineWorte eh len philosophischen Gedanken feinster Sabtilität. leb will ibn in der Voraasaetzung eines philosophischen Verständnisses bei jedem, der sieb anch mit diesem Gegenstände vertraut gemacht hat, in Kürze dartbun. רעת Wissen oder Erkennen ist dasjenige, was von aussen her an ans daroh Erfahrung gelangt anl was wir erst su erstreben haben (voÖ£ haxttjtöc). So s. IL kommen wir sa Begriffen, die wir mit unserem Geiste erfasse!, dadurch, dass wir die Form von einem Gegenstände abetrahin n nnd sie intellektuell erfassen, oder dass die Formen, die an ich schon getrennt exisüren,. W ISica) allsogleich in unserem Intellekt sich wiederspiegeln, ohne dass wir erat nötUig hätten (durch Abstraktion) sie nun Objekte des Erkennen! 811 machen. Denn sie sind schon durch ihre Existenz selbst (f< rtige sur Aufnahme geeignete) Erkenntnirsbegriffe. Dieser V< rgang in dem Prozesse des Begreifens wird בינה genannt (die Abstraktion, xd ■/inpiCuf. Diese aber (die מה, die Abstraktion) ist Nichts anderes als das Erkennen selbst (דעת)- Denn durch das Vermögen zu erkennen sind wir im Stande die Abstraktion zu vollziehen und vermittelst derselben vermögen wir alles Begriffliche intellektuell zu erfassen. Dies bedeutet gaas dasselbe, als wenn wir sagen würden: Hätten wir nicht das Vermögen, die Idee von dem Objekte sa abetrshirca, so gäbe es kein Erkennen, and hätten wir keine Erkenntnis«, so besässen wir auch nicht das Vermögen der Abstraktion. Dann durch das Erkennen begreifen wir (d. h. abstrahiran wir and mit dem Erkennen vollsieht sich gleichseitig der Denkakt, die Denkthätigkeit, daa ^(opüjtiv, der Prozess der Abstraktion).“ . Aus den Worten שאם לא נשכיל משכל ובר ist ersichtlich, dass Maim. hier sohon dasjenige vor Augen hatte, was er nachher in seinem ,Führer der Verirrten* als unwiderlegbare Behauptung ausgesprochen hat, dass nämlioh B3 שכל משכיל ומשכל אחי, dass das Denken, das Denkende und das Gedachte, alle drei stets Eins und dasselbe sind and dass die Versohiedenheit in der Bezeichnung nur in der Ursprünge liehkeit/ ihrer Potenzialität su suchen ist, in der sie sich befinden, bevor sie verwirklichte Erkenntniss (voOc ImxTTjtds) geworden sind. Wir wollen daher zum bessern Verständnis* des Misohnacomment&res dasjenige *hier heranziehen, was von Maim. (More 1,68) darüber gesagt worden ist. Es heisst dort: ,Es ist Dir wohl sur Genüge der viel verbreitete Ausspraoh der Philosophen bekannt, die da behaupten and sagen, dass der Herr, gelobt sei er, die Erkenntniss, der Erkennende und das Erkennbare zugleich sei, und dass die drei Begriffe in dem göttlichen Wesen nar Einer sind, so dass sie darohaus keine Vielheit in ihm hervorzabringen vermöchten. Und wir selbst haben soboa in unserem grossen Werke , Mischne-Thora“ dieses Satzes erwähnt, als eines Hauptgrundsatzes unserer Lehre, wie wir dies .dort näher erörtert heben, dass nämlich nur Er allein die absolute Einheit sei, so dass neben diesem Begriffe Nichts anderea platzgreifen könnte, dass somit Niohts ausser' ihm #ar, noch yor ihm existirte“). Aas diesem Grande *) Mischne-Thora Hiloh. Jeseode Thora 1,7: ,Dieser Gott er ist Einer nnd nicht swei oder mehr alt zwei, sondern Einer in dem Sinn, dass keine Einheit aller jener einheitlich«■ Wesen, die imiWeltall anaatreffea sind, mit der »einigen sich vergleiche . könnte. Er ist weder eine Einheit dar Art nach, dis noch aa- ׳ dere KnheiUn unter eich aabeamirt, noch kann er als eine ' körperäohe Einheit auf gefasst werden, die aas verschiedene . Bestandtheilen besteht and von Dimension» hegten■! ist 4 a. s. W, ׳sa ׳.v־.

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