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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-07-22 · N° 30. (22.7.1892) · p. Seite 120

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 30. (22.7.1892)
Date
1892-07-22
Page
Seite 120 (sequence 5)
Language
German
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'vielmehr bei der Grösse der Persönlichkeiten die hinterlessetien ־Werke derselben in Umfing nar klein geblieben, weil min in angi&okseüger, der Wahrheit and Freiheit feindlicher Zeit die Gottearedner. nioht disa gelangen Hase, sioh ins rnsprechen oder inssaschreibst? ״DemPropheten worden ja doch Sichlingen auf Schritt and Tritt entgegengeworfen. Gehässigkeit weitete im Götteshinse derVolksgemeinde* (Hose* 9,8). Diss iber das Bach Jona eine Satyre aal Niniveh wir, möchte wohl einleaohten. Man muss nar im Liohte der intisemitisohen Gegenwart die arilte Vergangen heit Ninive’s einer Art. Antisemiten-Metropole befrachten. Dort war es dem Heideatham eigen, ״Menschen an opfern and Kälber sa küssen“ (Hose* 13,2), da mochte wohl eine Humanität za Hanse gewesen sein, welche der unserer modernen Thiersohätsler insofern nicht nnähnlich ist, als diese die Mensohenrechte einem grossen am Staat, Nation und Vaterland wohlverdienten Theile der Bevölkerung der Religion wegen gegen den Geist der wahren Religion entziehen wollen nnd dabei von einer Geistesbesohräuktheit sind, welche mit der ihrer Schutzbefohlenen (Jona 3,7, 9,11) an vergleichen wäre, aber von einer erstaanliohen Findigkeit durch Schädigung der Mitmenschen sioh Vortheil za verschaffen (Jona 3, 8).*) — Hier war wohl die Satyre an ihrem Platze. In einer Stadt wie Ninive isi’8 wohl möglich gewesen, dass ein Prophet nioht zum Worte gelangte and widerwillig vom Herren flüobten musste (Jona 1,3). Es ist aaob nicht an wahrscheinlich, dass der Prophet zwangeweise äbePs Meer geschickt wurde. Die Ansprache: ״Was machst Da hier, Da Verschlafener“, ,welohe das Oberhaupt des Schiffes an den Propheten richtet, der im Hintergründe des Fahrzeuges ersohöpft nnd ermattet eingeschlafen war, beweist, dass man mit dem Gottgesandten nioht einmal die Spraohe des Anstandes, geschweige denn standeegemässtr Höflichkeit geredet hatte. (Jona 1,5 nnd ö). Der Herr aber hatte im Sturme angekündigt, dass ein Gottesverkünder, nioht nar für Israel, sondern für die ganze Menschheit, (Jona 1,9) in einem elenden Zustande anf dem Schiffe sioh befindet־. Der Prophet wünscht lieber in’s Meer geworfen zu werden, als den Tod der Schande and der Peinigung zu sterben (Jona 1,12); weil er eben ein Gottbegnadeter war. — Im Bilde des ungeheueren Fisches wird non die Errettung des Propheten verkündet,׳ der im Wellengrabe des Sohioksals gerade eeine wunderbare Auferstehung feiert mit einem Gebete, über welche« ioh ganz anderer Ansicht bin, -als der Herr Verfasser, sofern dieses als schwungvolles Profhetenwort in der Liederspraohe der Psalmen aasliegt, in denen wir den Stellen des Gebetes begegnen. Jetat blieb keine andere Predigt für Ninive dem Propheten mehr übrig als: ״Ninive muss untergehen* (Jona 3,4). Diese kurze Rede erinnert an das Catoniscbe Wort: ״Carthaginem. esse detendam“. Dar Herr aber voller Hold kitte Nachsicht and Geduld (Jona 4,2) mit der verderbten Stadt, welche nar die Faroht vor Strafe, die der Mensch mit dem Thiere gemein hat, sur augenblicklichen Umkehr bewogen hatte, nioht aber die Erkenntnis* göttlichen Walten«, daroh welche der Mensch die Kroneder Sohöpfang . ist. (Jona 3,9 FIT* מי.) Das weiss der Prophet, daram *) Aoeh Hon (14,4) schildert Assyrier als ein Volk das Pferde lieht, des Bema Jraltivirt, aber mit Manschen kein banrnnhat, ■ad denBestta vergöttert. Diese ffchildarang würde die Ironie ivdiifartiatn, mit wilnhsr der Haapteladt Assyrien» in Jena Enrttaaog gsenhiaht. wird ihm aaoh bei dieser Bekehrung bange. Er mussanoü fürchten, dass mit der Beseitigung der Gefahr für die Stadt Niniveh, diese sioh an ihm farohtbar rächen werde. Er nimmt daher fern von der Stadt in einer Hütte Wohnung (Jona 4,5) wissend, dass di» Umkehr Niniveh’s der Kikajon-Blame gleicht, ״die über Naoht entsteht and über Nsobt vergebt“ (Jona 4,10). Wiederum wünsohei, der Prophet heber den Tod von Gottes Hand alt daroh die Gewalt der Menschenfeinde (Jona 4,8). Aber Gottes Gnade and Barmherzigkeit bewährt sioh auch bei Mensohen, die so wenig wissen wie das liebe Vieh (Jona 4,11). So sohlie88t die Satyre. — Der Herr Verfasser bat das anbestreitbare Verdienst, das Bach Jona als Satyr» erkannt za haben, hat aber nur die Adresse, meiner Meinang naoh, verkaaat. — Trotz dieser Tendenz aber ist das Baoh Jona wohl werth, in den Kanon aufgenommea za werdea; weil es die Sohioksale eines Propheten and die Allbarmherzigkeit Gottes schildert. Die neahebräischen Spraohelemente im Bache Jona möchten in der That aas der späten Veranlagung des Werkes 8 lammen gerade durch die Männer der grossen Synagoge bei Feststellung des Kanons. Ich halte die bezügliche Talmuds!eile (Baba bethra 19b) nioht, wie der Herr Verfssser (S. 40, Note 1 ׳, für ״apokryph*. In die Liturgie des Versöhnungs festes aber moohte das Baoh Jona, naoh meinem Dafürhalten, deshalb aafgenommen worden sein; weil es drei Momente des heiligsten Festes enthält: Rene, Andaofat, Liebesthat. Herr Dr. Loewy hat übrigens mit seiner ezetischen Stadie der Wissenschaft einen anerkennenswerthen Dienst insbesondere daroh die Kritik der Ansichten über dps Baoh Jona geleistet. Seine Schrift ist geistig anregend lind desshalb lesensu. empfehlenswerth.*) Dr. N. *) Im Hinblick auf S. 29 u. a. Stellen dieses Buche• sowohl, als auch auf eine ganze Beihe moderner exegetischer Produkte, sei hier bemerkt, dass mir das Wort ״Jehova“ zur Bezeichnung des ewigen Gottes durchaus gar nioht gjefallt. Unser Gott ist dar Inbegriff de« höchsten Seins von Ewigkeit za Ewigkeit nnd der weltumfassendsten Vollendung. Von einer National-Gottheit kann in Israel mit dem Tstergnunme niemale auch die entfernteste Andeutung gemacht werden. (VgL Je*»j»h U, 54,5). Man that * daher recht gut, die alte liebersetzung; ״Der Ewige“ beizubehalten and bleibt deshalb doch wissenschaftlich. ־ ־S vor dem Schwurgericht tu Cleve vom 4. bis 14 Juli 1892. Ausführlicher ohjectiver Bericht des Journalisten Hugo Frieiläader aas Berlin, 146 Seiten amiassend. Preis SO Pf«. Za haben in allen Buchhandlungen sowie direct zu beziehen vom Verleger W■ Starts in Cleve. Ueber die Ausführlichkeit nnd Genauigkeit der Bericht» des Herrn ■■ge FriedlSader hat dar Landgeriohts-Director Herr älath. Vorsitzender der Verhandlung, mehrmals in öffentlieber Sitzung Veranlaasnng genommen sich anerkennend aus- ־ f5860>!sprechen. w VfOCCIU 1 Serbien# sab me$t erjtttat •cMSfte jebet Bramme, atup gcnbcMente, bttrtb ben Berta uf 00* potnürttn, hm• fzrreniUfez ArtiWn. UeberaH Hott Mitttnlhb. Äuf Bhmfd) Ätfetn• Bertazf. Btctant gratil. Von der Toaefta naoh dsn Brfarter nnd Wteaer ׳ Handschriften (mit Varianten)• heraoMpapbea voa Dr. Zaelurmaadsf in 6 Meferaajrea (ganz nea) zind noch einige Exemplar• h t ■k. nette haar za haben bet der Kxped. d. BL (H69• VranUrte Zusendung M P VszantwotU. RedacteerDr. Rahmet,MsgrUhnrg.Dnrnk:Budix AHnhn.(fr.D. L.Woiff.) kfsgrUberg Verlag: Rob. 9 rieaejaipaig,

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