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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-07-15 · N° 29. (15.7.1892) · p. Seite 116

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 29. (15.7.1892)
Date
1892-07-15
Page
Seite 116 (sequence 5)
Language
German
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— 11« — Aber durchaus un zutreffend ist des, wes Dr. Müber die beim Beligionsnntsrrioht zu befolgendeMethode sagt. £s heisst daselbst S. 17: ,Die sokretisohe Methode, die Methode der Ablookung, die sonst eis eine fiberaas geschickte Methode gilt, ist bei dem Beligionsanterrioht gern nnd gar nioht angebracht“; M. meint dann weiter, dass bei der. Lehrweise in dem Schüler ein Wissen als latent voraasgesetst würde, welches nnr in einem erwachsenen Sohfiler vorhanden sei nnd da anoif nnr solches Wissen, welches logische Denkgesetse nnd sittliche Urtheile, nicht aber Tbatsaohen nnd Olanbenswahrheiten sam In• halt habe; auf ein Wissen letsterer Art gründe sioh aber die religiöse Erkenntnis». Die ״Heilslehre“ (!•) der Offenbarung sei keine sogenanhle natürliche Beli• gion, selbst wenn sie nioht in dem Sinne begriffen würde, dass sie ohne die Mittheilang Qottes von Menschen nioht erfunden, werden könne, sondern anch als das Werk der Propheten angesehen würde. Dem Schüler müsse erst gegeben werden, dann erst könne die Analyse des Gegebenen hinzatreten, um es in das innerste Bewusstsein desselben einznfähren. Soweit Maybanm. — Wir waren erstaunt, solche Ansichten, wie wir sie des Oefteren schon bei christlichen Ver• tretern des strengen Dogmenglanbens angetrofien haben, bei einem freit innigen jüdischen Theologen, wie Dr. Maybanm, zu finden. Die sokratisohe Methode ist eitrig und־ allein diejenige Methode, die beim Beligiqn8unterriohte ihre volle Berechtigung hat; nichts ist anf diesem Gebiete unheilvoller, als dem Binde fertige Begriffe zu fibermittein, nur dnroh Selbstdenken und Selbstpinfen wird der Zögling zur geistigen nnd sittlichen Freiheit herangebildet; ist es dooh die vornebmste Aulgabe des Beligionsanterrichts, lür die Ausbildung der sittlichen Anlagen im Mensohen Sorge au tragen und das kann nur auf dem Wege der Sokratik geschehen. Conkret gesprochen, bei der ,Behandlung der biblischen Geschichten werden aus einer gewissen Summe gegebener gleichartiger Eracheinungen durch Induktion das ihnen zugrunde- Hegende Allgemeine, ihre logischen Einheiten — religiöee Lehren — gefunden. Wohl ist die Methode bei Mittheilung positiver Kenntnisse nioht am Platze, biblische Geschichten als unbekannte Thatsaohen müssen dem Kinde erst gegeben werden, nioht aber die aas denselben resultirenden Wahrheiten. Und nun wir Juden, die wir anf die erhabene Einfachheit des Lehrinhaltes unserer Beligion stolz sein können, sollten die ״ Glau benswahrheiten* licht aas der Blindesnatnr herauszuentwickeln im Stande sein? Was haben wir für Dogmen? Das einzige vielleicht, die Inspirationslehre, verwirft ja Dr. Maybanm selbst; was bleibt da für den Menschengeist Unverständliches übrig? Herr Dr. Maybanm giebt am Schlüsse seiner Arbeit der Freude Ausdruck, dass wir ״durch Geschichte und Ueber- Hiefcrung nicht gebunden sind, dass wir ans auch in der Methode des Beligionsanterrichts aut den Boden der allgemeinen Unterrichts- und Erzieh angslehrä stellen können nun denn, befolgen wir dies auch in der Praxis, beherzigen wir die Ansicht unserer pädanogiacheii Meister, dass ein gegebenes religiöses Wissen dem Begriff des Erkennens widerspricht, dass alle von aussen in das Kind hineingetragene Beligion, passiv von ihm angenommen und naohgesprechen, zum blossen Gedäohtnisswerk herabgewürdigt wird. — *1 Man begegnet dem obigen Worte, du einem nichtjüdischen Gedankennnd Glaabenakreise entlehnt ist, such in Maybaum’schen Predigten öfter. (Red.) Wir müssen auoh noch in einem andern Punkt# Herrn Dr. Maybanm widersprechen; er sagt, di» jüdische Didaktik habe die allgemeine Pädagogik aur Voraussetzung; es giebt aber keine spezifisch jüdische Didaktik oder Lehrkanst, ebensowenig wie deren Hülfe wisse □schäften, Psychologie nnd Logik, einen spezifisoh jüdischen Charakter an sioh tragen. _M. 8p. Zjitterarisohe Notix. Zar 1 itterarischen Notiz des Herrn K. in vor. Nr. des ״Litten! nrblkttee“ bemerke icb, dass ich zwar im Bade nicht in der Lage bin die betreffenden Citate za prüfen; da mir hier die Büoher fehlen. Doch soviel ich mich aas derRaschistelle za Synhedrin 43 b betreffend die Gotteenamen in Denter. 29,28 erinnere, welche in unseren Texten tbatsächlich nioht durch Punktir ungen mssoretisch markirt sind, ist bei Gottesnamen die paasive Elisionsfkhigkeit von vornherein ausgeschlossen. (אסור למחוק את השם!,_ Dr. n. Vom jüdischen Büchermarkt Bei der Redaction sind folgende Bücher zur Besprechung eiugegangen. (Fortsetzung.) 26 Die Familien Prags rach den Epitaphien des alten jüdischen Friedhofs in Prag zusammengestellt von Simon Hock, (äus dessen Nachlass herausgegeben, mit Anmerkungen versehen nnd biographisch eingeleitet von Professor Dr. David Kaufmann) Pressbarg, 1892. (408 3.) 27. Die Sefcriftgelehrtea. Vcn Rabbiner Moses Stark. Prag, 1892. Selbstverlag. (28. S.) 28. Zählen and Zielen, Rede am 1. Tage des Gesetzgebungafestes. Von Dr Ad. Frankl-Grün, Rabbiner in Kremsiet. 29. Biblische Geschiehte tür d e israelitische Jätend in den Volksehnlen. Von Bezirks abbiner Dr E Hoff, in Prosanitz L Tbeil, sechste Auflage, nebst einem Anhänge: Geographie Palästina’*. Wien, 1892. Alfred Hülder. (130 8.) 30 Reehanaga-Answels der Alters-Versorgungs-Anstalt in Jerusalem. 5652 (48 S.) 80eben hat die Presse verlassen: Leitfaden ■am Beligi»mnmmterrlcfat flb die Israel. Mekmle. Bearbeitet von Hatham Baaütorger, Districte-Rabbiner in Wärzbnrg. Zweite, vermehrte and verbewerte Auflage. Preis cart. 60 Pfg. (Porto 10 Pfg.) Zu beziehen durch den Verfass er, die J Kanffmaaa’sche Buchhandlung in Frankfurt a. 11. sowei durch aUeBachhandlangen 100״(o®ertienf1 unb mehr erjleltn (Befdjäftc jeber Brand*, and) $anb«:Sleute, burd) ben gerfauf ton patentirten, ton« himnjlofen Krtiieln. tUberaH flott »etWnfliä. «uf ®unfdj üffrinserfaaf. Sie. Kamt gratis. [5646. Tiieodor Lienen, SiftDwf. linelitiseh« Wickeittkrift, (hamUtenblatt u. fltttrrsturtUtt: 3afng. XIV, XV (Sr 23, 24, 26 fehlen) XVI (Kt. 17, 62 fehlen). XVII (Kt. 12 fehlt). XVIII, XIX (Kr 20, 25, 38, 89, 40, 49 fehlen) XX (Kr 28 , 29, 40 fehlen) XXI unb XXII. Den Jahrgang ju 8 Warf. Pepalkre, wlssensckaflllebe 5497] Kosatsblätter ton Dr. «bo'f ©rütt. 3ahrg 10 unb 11, k 2 Warf abjugeben. (Segen franürte ®in* fenbung beS Betrages erfolgt ftan* ftrte 3nfenbung. A. «hrends, flehtet emer. Sdjarmbed b. Sternen. Soeben ist erschienen nnd vom Verfasser sowie darch alle Bachhandlangen za beziehen: Oie israelit. Bevölkerung der deutschen Städte. Ein Beitrag zur deutschen Städtegeschichte. Mit Benutzung archivalischer Quellen. Von ■orlts Stern. [5481 Heit II: Kiel. Preis: 2 Mark. Kiel, 1892. H. Fieaeke. In vor. Nr. wolle man folgende Druckfehler berichtigen: S. 108a Zeile 41 v. o. ist vor ״klar“ ein ״nicht׳‘ hinzuzu lügen; S. 112 Z. 9 v. n. (st. ש3אל (יטמאל za lesen and S. 112b Z. 2 zwischen ״sie“ and ״auf“ za setzen: ״selbst“. Verantwort!. Redacteur Dr Kahm er, Magdeburg. Druck :Bendix *Huhn (tr. D. L.Wolff.) Magdeburg. Verlag: Rob. F r 1ese,Lei pzig

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