Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 28. (8.7.1892)
- Date
- 1892-07-08
- Page
- Seite 112 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- 112 Untersuchung des pupktirten Wortes מהקצעות (Eseah. 46,22) ersparen können. Der dnroh seine , raesorelüoben Untersnohnngen ■ wohlverdiente Dr. Bien (Pest) soheint mir hier des Rrohtige getroffen sn heben. Es «tepfiehlt sioh wohl die Leeeart המקצעות. Dieses Wort wäre vollständig überflüssig, wenn in der beregten 8telle nicht des gemeinsame Maess für alle vier (מדד. אחת לארבעתם) sowohl auf die Winkel (מקצעות), als eaoh die Höfe (חצרות) sioh hätten besiehen können. Durch die Wiederholung des Wortes המקצעות resp מהקצעות ist aber jeder Zweifel ausgeschlossen und die Punktelion motivirt. — Aus allen angeführten Stellen ergiebt es sioh bis sur Evidenz, dass die masoretischen Punkte darauf hin weisen, die Textes• stellen mit dem Schlüsse) talmadisoher Auslegung zu erklären, wo dieselben sonst überflüssig erscheinen würden. Mit der Erklärung des ,umgekehrten Nun* ins• besondere im 107. Psalm hat der Herr Verf. einen glücklichen Wurf gethan. Zu der Erörterung des umgekehrten Nun in Kam. 10,35 und 36 darf jedoch hinzugefügt werden, dass ich mich der Ansicht des Herrn Verf (Seite 51) wohl ansohlieeee, wonach die beiden Verse, entsprechend der Aeusserung K. Simon ben Gamaliel’e, nicht in den Text gehören und dnroh die beiden Zeichen wie unter Paranthese dort ein• gesohaltet worden sind. Gerade deshalb möchte ich aber der Talmadstelle Sabbath 116a beipflichten, dass die Verse wohl nicht ein besonderes Buch bilden, sondern שס&ר חשוב ח* כ6גי עצמו ,einem besondereu Werke gleioh geachtet worden sind“, sofern sie, wie in heutiger £*}t beim Qeffnen und Schliessen des heiligen Schreins,'80 jn alter Zeit bei Eröffnung und Schliessung der Vorlesung der heiligen Schrift als des Inhaltes der Lade, welche jedesmal in die gottesdienstliehe Versammlung gebracht und von dort wieder weiter getragen ward, aus einem besonderen Bache, einer besonderen Bolle vorgelesen worden sind. Hierzu Würfle wohl die kabbalistische Andeutung des Jalkut Böubeni a. a. O. passen, weloher die Zahl der Worte des letzten Bibelveraes (Deut. 3 i,12) mit der der Worte des 35. Verses, und die Zahl der Worte des ersten Bibelveraes (Genest 1,1) mit der der Worte des 36. Verses als vollkommen übereinstimmend berechnet. Der 35. Vers hat nämlich 12, der 36. Vers 7 Worte. — Zur Motivirang der Gestalt, welche die beiden Einschalinngsseichen in Form eines umgekehrten Na u genommen, darf wohl gleichfalls der-Jalkut Beaberi Kam. 10,35 angeführt werden, weloher das eine Nun aus דנם (Psalm 74,8) das andere aus ינק (Psalm 72,17) herleitet: ,Sprachen dieFeinde, wir wollen vernichten, sprach der Herr das Umgekehrte: ,vor der Sonne wird der Name (Israels) bleiben.“ Hinsichtlich des ,fechwebenden Nun* in Judic. 18,30 würde dasselbe im Worte מנשה iu der Tbat, gemäss Baoa bathra 110a, sich dadurch erklären־,־ dass man eiuen Götzendiener!יהונתן)nicht der Ehre würdig betuuden hatte, dass dessen Ahnherr den Namen משה tragen sollte. Wohl aber wurde diese Ehre dem Schatzmeister des Königs David 1) ימבואל Chrom 26,23) zuTheil. Einer Iden• tität beider Personen aber würde ich niobt zustimmen, sondern nnr der Aehnliahkeit der Namen ihrer Väter, die voü נרשם und משה hergeleitet werden mochten. _Aehnlich wie mit dem-Umgekehrten Nun, nach der Erklärung des Jalkut Räubern (Nam. 10,35), verhält es sich mit dem ,schwebenden Ajin“ in den Werten רשעים Hiob 38, y. 13 nnd 15. ,Die Feinde (רשעים) •:hofften die beiden Männer, David and Nehemias, arm tvöitTlädtuäsrhrBahmarJhgdetur{. Druck: Bendix (רשים) an machen. Dooh was 4ie Feinde erhofften,^ bat sie auf Erden nnd im Himmel betroffen. - Dies würde aaah der talmadisohen Auffassung. (Synhedrin 103 b) vollkommen enteprechen. Die Schrift steht auf der Höhe wissenschaftlicher Anforderung, gerade weil sie auoh zu abweichenden Ifeinangeu anregt. Sie giebt Stoff za denkeu und ist sehr empfehlenswert. Dr. N. L$ittera. rische Notizen. Falsche Abbrertatar Auflöiasg. Wa» Abschreiber und Correotoren io der Auflösung ursprünglicher Abbreviaturen in den Handschriften der rabhimschen und talmudischen Litteratur gesündigt haben, leigt Abraham Ahron Broda in der Einleitung zu ■einem Commentar zu den Pirke dr. Elieser (Lemberg 1870) mit Beratung auf B Josef Candia und soll hier gelegentlich an einem litteraturgeschichtliche Beispiele gezeigt werden. Wer kennt nicht den Gebrauoh am Vorabende des Versöhnung«• tages, dass die zwei angesehensten Männer der Gemeinde, gewohnlich der Babbiner und der Vorsteher, sich rechts und links vom Vorbeter stellen, vor dem Beginne der Kol nidre Formel 'בישיבה של מעלה׳ ומו sprechen? Woher dieser Gebrauch stammt, darüber giebt es verschiedene Ansichten, welohe Bober in seiner Ausgabe der Pesikta Seite 22 a Anmerkung 17 zitirt. Nach Ascheri*) za Megilla, § 1 8011 die betreffende Stelle im Tract. Taanith gestanden haben Aber daselbst findet sioh nichts darüber. Woher nnn die unrichtige Angabe? Ich glaube es hat ursprünglich die Abbreviatur: בס׳ית gestanden, das ist במדרש תבחומא; Abschreiber oder Correotoren haben eie aber (sowohl im Acheri als im’Bitba) falsch aafgelöst in כמסכת תענית• Man vergleiche Ihn Jarchi im ״Manhig“, H. Taanijoth 8 8, wonach die fragliche Stelle im ״Jelamdena (d. 1. Midrasch Tanohama) stehen soll nnd wo sie thatsächlich, Beschällach § 27 ed. Stettin, sich findet. Goldfahn. Zorn Anfänge der Bezension meiner jüngsten Schrift in vor. Nr. möohte ich mir, sehr geehrter Herr Bedactear, folgende Bichtigstellnng erlauben: Ob Tosephoth’s Erklärung (B. mezia 87 a), dis ich (S. 8. *nm 21 erwähnt, sn Gen. 18,9 die beete Erklärung geben, möchte ich doch (aach von Baaohi unterstützt) bestreiten and noohmale darauf hin weisen, dass im herrlichen Cod. 1106 der hies. StadtbibL n. cod. Setr. thatsäohlicb das ganze Wort punktirt ist. Vgl. aach Dikduke Hateamim S. 46 — Nicht im So har ist za Nam 9,10 daa ganze Wort punktirt (das war nur diesbez. Vermuthung), sondern (vgl. S. 20 Anm. 8) bei Bachai, Meiri und Cod. 1106. — Und dass ich zn Deut. 29,28 die Pnnktation der beiden Gottesnamen vorschlage, ist nicht gegen Baachi (Sanh. 43 b', sondern eher ihm gemäss. Vgl. das. Tm Uebrigen danke ich dem Herrn Beferenten für seine wohlwollende Anerkennung nnd würde mich freuen, wenn die in meiner Schrift durch ge rohrte Anschauung zam Nachdenken nnd Prüfen reichlichen Anlass bieten würde. Breslaa, 3. Juli 1892. B. •) Auch ito Bitba zu Megilla Anfang, was Baber entgangen ist. Vom jüdischen Büchermarkt Bei der Bedaction sind folgende Büoher kor Besprechung eiagegangen. \ (Fortsetzung.) V 21. Mid rat eh TehllMm, deutsch übers, von Prot. Dr. Aag. Wünsche. 4. Lieferung. (Ps. 88-72.) Trier, .Sigm. Mayer 1892. 22. Die jüdisch# Lltteratar, heraasgegeben vom Babbiner Dr. J. W inter n Prof. Dr. A Wünsche. 8. u. 6. Lieterang. (Talmud. Karäer. Maasora. Sprachwissenschaft)• Trier. Siegm. Mayer 1892. 23. Die Blbeltxegeee der iüd. Beligionsphilosophen des Mittelalten vor ICaimani. Von Prot. Dr. Wilh. Bachen. (Im Jahreebericht der Landesrabbinerschnle in Budapest 1891 bis 92.) — 156 S. 24. Die WaUezpfiege in der Berliner Gemeinde. Vortrag v<m Dr. M. Jutrosinski. StahPsche Baohh. Berlin. (24 £f). 26. Aaaaalre pour l’an. ääU. Par H. Prague. Paris, ohrz^. . l’autear, rne Lafayette 46•■ £Hahn.(fr.D. L WolfiJ Magdeburg Veriag: Bob. Friese,Leipzig.