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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-07-08 · N° 28. (8.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 28. (8.7.1892)
Date
1892-07-08
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Auf Grand der Prozess■ akten des Frankfurter Stadtarchivs geschildert von Dr. L. Neustadt in Breslau. (Forts.) — (Talmudisohe-midrasohische Forschungen. II.VonDr.Alex. Koh at in Hew-Tork. (Ports.) Litteraturbericht: Recensionen: Bernh Königsberger. Ana Masorah u. Talmudkritik. Exegetiscl e Studien. Heft I. (8chluSs.) Litterarisohe Notizen. Falsche Abbreviitur-Auflöeung. — Richtigstellung. — \om jüdischen Bti ohermarkt. üs>sfs|tir Mathdrssk aas Swt— Blatts ist Eine Blu&eschuldigung in Fr! im Jahre 1504. Auf Grund der Prozessakten des Prankfarter Stadtarchive geschildert von Br. Louis Neustadt in Breslau. (Fortsetzung.) Da traf den alten Joaelin ein harter Schlag, in einem Jahr (1496) verlor er seinen Sol in Simon and seinen Schwiegersohn Abraham. Drei Jahre darauf folgte ihnen der dritte Sohwiegenohn Sa |man ins Grab! Der ,rote Löwe* and die ,rote Bose* gingen in fremde Hände über. Nor das Wirtshaus konnte er dar Familie erhalten, seinem jüngsten Sohwiegersolin übergeben. Seitdem ging es mit dem Alten oergab, er kam in seinen Vermögensverhältnissen herunter, wenn er aach noch immer an den Reichsten in der Gemeinde zählte; doch den Sobmerz am den Verlast seiner Söhne trag er niaht lange. Im Jahre 1502 sank er ins Grab, nachdem .er ein hohes Alter erreioht, Enkel und Ur- ’ enkel gesohaat hatte, der letzte ans dir Gemeinde, der noch ans den Tagen der alten Judongasse übrig geblieben. Er konnte es dem Himinel Dank wissen, dass ihn der Tod frühzeitig entrissen, bevor das Dnglüok ganz über seine Familie herein rach. Sein ältester Sohn Nathan ,anm sohi Parzen Ring* hatte von seiner Frau Mennelin einen Soh n Gompoheo, den im Jahre 1492 sieb mit Fromat veraählte. Da die Familie damals schon Über sechs H*n 1er, verfügte, nahm et vorläufig im Vaterhaus* Wolnbng, vom Jahfe 1497 finden wir ihn bei seinem! jß< hwager Salmatt im Wirtshause wohnen, aber mit selbständigem Zinse, andern steuerte er noch ▼on einem Stalle da• neben an die Stadt Das Metagergewerb 1, das er an betreiben anfing, brachte ihm Wotähafc Bnheit und Vermögen. Auoh ,in eeiner. Famäie fanc er dab er• sehnte Glück, er sah von־ seiner Frau ״a sei Kinder, einen Sohn Jakob und eine Toohter Eva. So hatten sie zwölf Jahre e& glüokliohee Eheleben feführt, als sie durch Nibdfcrtraoht in eine grosse Gefab ׳ gelangten. Gompohen war daroh sein Gewerbe pait. einem Sdbdbmaoher, Namens Henrich Bry*), in '־gesohäftlieh^Berührang gekommen; der wohnte in Saohsenhaasea. Eines Tages, es war nm die Fasten messe, kam, er za Gompohen und bat ihn am ein Darlehen־; er bot inm dafür verschiedene Sachen als Pfand au. und erhielt das Gewünschte, löste aach nach einiger Zeit die Pfänder wieder ein, bis auf ein Wännoben, auf dem ־noch -2 GtUden;stehen blieben. _ Bald darauf toog der Schah— macher Über den Main nadh der Fahrgasse in die Nähe der Johanniterkirohe. Jetzt hatte er es nooh näher zum Jaden, uncL-in seiner dauernden Geldverlegenheit suohte er die Nähe weidlich aaszantttsen. Kura vor der Herbstmesse des Jahres 150A erschien Henrich Bry wiederum io» Gompohen* Hause; Er braaohte vonNeuem Geld und -bot ihm zwei Röcke als Unterpfand־ an, einen, himmelblauen, der mit Pelz,. und einen schwarzen, der mitTuoh gefüttert־ war.־.Die Summe, welabe Gompohen ihm dagruf geben wollte! war dem Schuhmaoher za gering; sie wurden njbht handelseinig. Da erklärte sich letzterer bereit» nrinh einigeandere Kleidungsstücke hinaaaulegen, nooh'amen Book, zwei paar Hosen nnd zwei Brusttücher, des eiüe von rotem Damast, mit Baumwolle gestoppt, das sodere von Leinwand, mit einer schwarzen PerjEenaohnar verziert. Darauf lieh ihm Gompohen 7 GaldefT/ ~ Schnhmaoher ersuchte ian, 8ioh die Pfänder aas seinem Hause nolen au lassen, da er sie selbst nioht sa ihm tragen wollte. Infolge dessen schickte Gompohen Minen. Knaben au dem Schuhmaoher, der gab ihm die Pfänder in einer Wanne. Henrioh Bry kam aber nicht aus •einen Sobald«!* heraus, er musste sich von Gompohen bald darauf ־' vfieder einen Gulden leihen, wofür er ihm ein. rotfärben es Frauen kleidun gsstüok *1« Pfand gab. Es vergingen nur wenige Tage, die Messe war eben erster eingeläutet worden,,-־du ersobien des Sohasters FraC־־.. und bat am eÜr־־neues Derleheflaach diesmal Gompohen Geld, eis briiielt fünf Gulden und br dafür hoch eine Anzahl neuer Pfänder. Es dauerte' nicht lange^-so liees sioh die Sehueterifräu wiederum in der Wohnung fies Jaden bhoken. . Gompohen. wer « nioht im Hanse, sie traf nur apine Frau JFromut; Sie braohte zwei Gulden and wollte damit einen Gm stand aaslösen; ala die Jüdin aber das Geld wollte, stellte siafi heraus, dass die Gulden ז wertig waren.׳. Fromat wiee Sie zurück, und, ging-anverrichteter Seche naoh^ Hause. . '*) Der flQhr1h&nk$1 wild .ie Mb BetSbädMn rioh Bry bald Hszteäk- Bryena sou gaustartr;׳׳״ ־.— * r . .7 * ’

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