Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 27. (30.6.1892)
- Date
- 1892-06-30
- Page
- Seite 108 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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anzubrirgeEden masoretischen Zeioben. (Vgl. S. 29.) Tfir di« Punktation des ־Worte« לולא (Pa. 27,13) könnt« •ach mit Hälfe der Talmuds teile Barachoth 4a ein, wie mir dänkt, antreffender Grand gefunden werden. Wenn nach jedem mit לולא eingeleiteten Vordersätze ein Nacheata folgtt 80 würde in der beregten Stelle ein solcher vermiest werden, träte nicht der Talmud in diese sprachliche Läcke. Tbatsächlich ist jeder Zweifel an die Seligkeit bei König David aasgeschlossen. Das Wörtchen ,דודא• wäre also überflüssig. Har die Befürchtung, dass unbewusste Versündigung <ה־£1א C1־r שנ2א) des Heil verküraen könnte, rechtfertigt die Partikel ohne Folge sata resp. ersetat denselben, und darum ist die Partikel punktirt. ־־ Zu IL Sam. 19,20 scheint mir die vom Herrn Verf. (8. 35) mitgetheilte Ansicht des Surenhusius in Beaug auf die Panktatiou des Wortes יצא am au treffendsten an sein, sofern dieses Wort an Stelle des II. Sam. 15,14 u. 19,10 angewandten IT"Q schicklicher Weise ge• treten ist.. Die Motivirung der masoretischen Punkte mit dem Wechsel der 2. und 3. Person aber ist gerade durch Micha 7.19, 20, wo unter ähnlichen Sprachverbaltniesen jedes Zeichen fehlt, vollständig widerlegt. Vielleicht mochte der bittende Sime'i den König mit dem Worte יצא an denselb<n Ausdruck in IL Samuel 16,11 erinnern, mit welchem die Majestät in der Zeit der j höchsten Demtithigung das Verbrechen der Beleidigung! nicht geahndet halte; da der eigene Sprössling 1 CTC& אשר יצא> dem Könige nach dem Leben getrachtet hatte. Der König David halte es also aar Gnade, dem Bittenden au vergeben, da doch, in Anbetracht der unglücklichen Ereignisse, der Beleidiger ungestraft geblieben war. So würde die Punktation des Wortes יצא sich erklären lassen, welches sum Ausdruck raumlieber Entlernung nicht unbedingt nothwendig gewesen wäre. — Jesaj. 44,9 würde allerdings das punktirte Wort הפה übrig sein wenn es nicht, nach der Parallele Koheleth 3,18, da angewendet werden müsste, wo sich die Beaiehung, ohne dieses Pronomen, vermöge aweideutiger Fassung des sufßgirten Nomen j __klar genug herausstelien würde. Nicht auf STTS im Sinne von CiT*n&n ,die Götzenbilder und Gebilde der j Begehrlichkeit*1 bezieht 8iob der Satz IST 1 כלKT?כ, | sondern auf die ,Bildner“ OD& מצרי), die, wie Ihr i Zeugen der Ewigkeit seid (V. 8k ohne zu erröthen Zeugnis3 für die Nichtigkeit ihrer Götzen ablsgen müssen und dabei ohne Einsicht undVerständniss sind. (Schloss folgt.) Littera rische Notizen. Kert ekleres 4er heiligen Sekriftejt/* ln der Einleitang zn einer amerikanischen Ausgabe der heüL Sehr, wird die Be• hauptu!.( a tilgest eilt, dass am Tempel zd Jerusalem besoldete Korrektoren angee teilt waren, welche die in den Archiven vorgetnnaenen Bftcber der heiligen Schritt zu korrigiren hatten. Als Quelle hierfür wurde der Taimud ]־«raschalmi ohne genauere Angabe der betreffenden Stelle angetührt. Dies., befindet sich in Sehekalim Perek 4, Halachah 2 und in der Krotoechiner Ausgabe Balaehah 3. RabbenuTam im ״Seitr hajaachar‘ und Fried mann in seiner Ausgabe dee ״Siphri" erwähnen ebenialls des F» kt ums des שכד תרום ת הלשכה, was unzweiielhalt beweist dass man den Manuskripten der heiligen Bücher schon lange vor der Zerstörung des Tempels von Amtewegen eine besoldete Sorglalt zagewendet hatte. Mit dem Amte der Korrektoren winden immer nur Priester betraut Wie ee scheint, nt diese besondere Sorgfalt in Deuter. 17, 18 zum Gesetz gemacht; □הלר DTTCH םל30י beiast hier: aas einer Abschritt, welche sich in den Händen der Priester befand and nicht ans einer andern, da nur eine solche amtlich gegen Interpolaaonen, Imhümer a. Fehler irgendwelcher Art geschätzt war. Zar Btthselkaa4e. Durch Zufall gelangte ioh in den Besits der Nr. ö, Jahrgang 1868 der in Amsterdam erschienenen gjoodsch Letterknndige Bijdragen“ von J. B. de Moequita. Diese Nr. enthält einen Beitrag von M. Roest, von welchem meineeWissens noch keine in Deutschland erschienene jüdische Zeitung Notiz genommen hat, obechon derselbe nicht nur für Rät he «!freunde, sondern auch für Bibliographen von hohem Interesse ist. Ich gestatte mir daher den Artikel vollinhaltlich in wortgetreuer TJebersetxung wiedeizugeben. Derselbe lautet: ״Ein bibliographische• Räthsel. Beim Lesen des mit (?) ה״ש KT*) unterschriebenen Vorwortee zu Ascher Anschel Worms Erklärung de! גדיא TI- Liedes, bekannt unter dem Titel מ״״יא TI ביאור לל (London 1786), in weichem e• heisst: אשר היד, לאל ידי להביא ביאור הקטן חוה לבית הדפום, sollt» man nicht vermuthen, eine neue Ausgabe eines bereits trüber erschienenen Buches vor sich za haben. Dis Existenz der ersten Ausgabe war mir bis dahin daichaus unbekannt und auch nachdem sie mir zu Händen gekommen wer, darchsaehteicb alle Cetaloge and bibliographischen Werke, jedoch nirgends geschah derselben Erwähnung Das mir vorliegende Exemplar in 8* ist am Schluss defect. (Nach Roest’s *בית ה0&ן Nr fehlen in demselben die 4 oder 6 letzten Blätter. C.) Der Titel lautet: גדיא T פירוש לל להודו מספר פסח תקוה אשר חיבר הצליר אשר אנש־ל ובר Eine Vergleichung des Inhalts der ersten mit dem der zweiten Ausgabe zeigt, dass in der letzteren die a-sprttngliohe Einleitung za einer הקרםה verkürzt ist, die nur */, der ursprünglichen enthalf und dass Anfang und 8chlaaa derselben tortgelassen sind. Die erste Ausgabe ist aber nicht nur wegen ihrer grossen Seltenheit, tondefn auch noch aas einem andern Grunde höchst merkwürdig. Fflkgt man uns nämlich, wo und wann sie erschienen ist, so können wir nur den ersten Theil der Frage beantworten, nämlich: in Frankfurt a. M. bei Johaoa Köllner; auf den zweiten Theil der Frage müssen wir die Antwort schuldig bleiben, obschon der Titel das Jahr und die Woche, in welchen das Bach die Presse verliesa, angiebt. Dieses Datum ist aber in ein Räihsel gekleidet, welches wir nicht lösen können. Man liest nämlich: לדלת השכולה!השגר״ מתי היתד, המלאכה נכונה. קח נדי אחד טוב נכסיה ברישא. תוחבו לל?tdz קטילא רנלא. ראש הרב והיו לאחדים. אז שניהם יחדיו מוצםדים ,ולדל בפירורים. תניחנו בו. בראשו ורנלו. שבלה שכולות ימים בפספר. לפרט המסופר. ואם תם־רנו בלי ראש. חפיש בחיבור נרות. ומשמשיהם כיפים הנכנסים תמצאנו בראש. " Für diejenigen, welche die Lösung versuchen wollen, dürfte folgende Bemerkung vielleicht als Handhabe dienen. Nach Steinschneider (Ersch and Grnber’a Encyclop&die 2. Sect. Th. 27, S. 79 and CataL bibL hebr. BodL Nr. 9466) worden von Johann Köllner während der Jahr« 1708—1727 hebräische Bücher gedruckt. Die gesuchte Jahreszahl wird daher durch die beiden genannten Zahlen begrenzt, falls alsdann die An• gäbe Steinschneiders durch das Datum unseres Baches, des ihm unbekannt war, keinen Widersprach erfahren sollte. Wer löst ans dieses Räthsel V* — Oüne Anapraoh darauf za machen, das Richtige getroffen zu haben, glaube ich in den Bachstaben שפוד *=) שפו mit abgebrochenem Fasse) and ק dem Kopfe von קרב das Druckjahr gefunden za haben, nämlioh ICH (1726); alles Usbrige ist ana bleibt mir ein Räthsel, am dessen Lösung ich die gelehrten Leser d. BL hierdurch herzinniglich gabeten haben will. Ob in einer späteren Nr. des genannten Blattes eine Lösung erfolgt ist, ist mir nicht bekennt. L. Cohen-Rees. Bezüglich meiner .Verwunderung1‘ über den seligen Dr. Graets in der jüngsten Nummer dee Litteratarblattes mast ich revaziren: Allerdings ist Cap. 6 des fünften Buches der Historien des Tzcitaa von römischen Proselytea die Rede, die jüdische Riten annahmea, und zwar in dem Satze: Transgressi in mnrtm eoram, wsa aber das ״ciroamoidere genitalia“ betrifft, obgl ich die römischen Proselytea, wie andere zeitgenössische Schriftsteiler bezeugen, sich auch dieser Procednr antsrwarten, so bezieht sich die in unserem Kapitel beregte Circamcision doch ausdrücklich nur auf die eigentlichen geborenen Jaden. Aber mein Befremden über den Anssprach ,.der einsichtsvolle Geschichtsschreiber Tachos", der Cap. 2, 3 und 4 wahren Blödsinn über Judaismus schrieb, bleibt fest, and ich finde hinterher volle Zustimmung von keinem Geringerem als dem Philologen Ernesti, der ebenfalls darüber erstaunt ist, dass T., wenn ״ er auca nicht die-Bibet, doch dea Josephas hätte befiagen können, am nicht dergleichen Absurditäten za tradiren**). Wiener. *> Es ist Juda Halberstadt gemeint. (C.) **) Statt Lepaias in vor. Nr. liseLipaias and statt 211 lies HL — 9• 104aZ. 18 v. u. ist st.Zeitwortes z.!.Zeitwertes. « Verantwotl. Redacteur Df. Rah Dir, Magdeburg. Druck :Bendix ÄHuhn. (fr. D. L.Wolff.) Magdeburg Värlag: Bob. F r 1sse,Laipzig*