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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-06-23 · N° 26. (23.6.1892) · p. Seite 104

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 26. (23.6.1892)
Date
1892-06-23
Page
Seite 104 (sequence 5)
Language
German
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10# sohon vor einem Jahrtausend; An an und die nach ihm kamen äbertrieben aber, als sie ▼erlangten, es solle gana abgeworfen werden. Um sich nun gegen den Vorwurf der Gottlosigkeit zu schätzen, glaubten sie zeigen zu müssen, dass man sich auch ohne Talmad als Jude das Leben schwer machen könne; und das zu zeigen, ist ihnen nur zu gut gelungen. Die Reformation Luthers ist in ihren Siegen aufgehalten worden, als die Führer der Reformation ein neues dogmatisches Gewebe auf den Markt brachten, mit dem sich Männer wie Erasmus nicht befreunden konnten. Weil Anau und sein Anhang gleichsam als Proben ihres religiösen Eifers neue Erscheinungen schufen, die die Leistungen des Talmud noch übertrafen, ist der Kar&ismue, in seinen ersten Ursprüngen eine Reformation, rasoh verkümmert; die Marotten Anan’s waren noch schwerer zu ertragen, als das Joch, das er abschüttelte und seinem Zeitalter von den Schultern nehmen wollte. Herr Dr. Kaininka freilich, dessen Arbeit ein Theil des grossen von Winter und Wünsche redigirten Litteratarwerkes ist, musste sich Zurückhaltung auferlegen, um nicht auf Gebiete zu gerathen, die den übrigen Mitarbeitern Vorbehalten sind. Sein Buch bietet trotzdem eine belehrende, anregende Lektüre; der ־Verfasser weiss offenbar mehr als er sagt, das ist schon eine gute Eigenschaft, die für den Autor und das Euch einnimmt. B. R. f gegen aber ist das Alter eines Herrschers feststehend. Nach dem Gesagten ergiebt es sich daher, dass, nachdem Hoblmaass and Zditmaaaa Begriffe sind, dis nicht einander decken, sondem nur insofern in wechselseitigen Zusammenhang gebraoht werden, als mit der Darbringung eines bestimmten Msseeee (עומר) der Ernte die Zahlung der Tage (,TTCD) beginnt, dass man füglich nicht sagen kann 3עו&ר, sondern לעומר• Dr. N. f ( Prof. Dr. Graets and Tarif■?. Ich lese in diesen Tagen mit meinen Primanern im TacitnS, Plutarch and andern Kurssikem diejenigen Kapitel, die Juden and Jndenthnm betreffen, da nahm ich auch des sei. Prot'. Graetz Gesch. 111 8. 211 zar Hand. Ich weiss, dass dem ohristl. Philologen and Alterthumsforscher Tacitus ein sweites Evangelium ist, ich glaube, es war Lepaiua. dervonTaoitus sagte: quot verba totpondera. Ich als Nicht- Philologe, als Nichthistonker kann aber T.’s anderweitige Ge- Schichtsschreibung kein Urtheil bilden, aber am allerwenigsten ist. er Ihr mich ein Orakel. leb fasse es darum gar nicht, wie der sei Dr. Graetz sagen konnte: ״der einsichtsvolle Geschichtesebreiber Taoitus.“ Man braucht nur das II Csp. desV. Buches der Historien zu lesen, um sich aber diesen gefeierten Historiker ein anderes Urtheil zu bilden. Etwas Kindischeres, Fabelhafteree, Absurderes bat noch kein Historiker geschrieben. Aber aber einen Irrt bum des sei. Graetz kann ich mich nicht genug wundem. Wohl schreiben Juvenal, Seneca and Andere von manchenRoemera, die ritus Iudaicos undAegyptiacoa angenommen, auch die Beschneidang ad,optirt hatten, aber im 6. Cap. des &. Buches der Historien schreibt Tacitus durchaus nicht von römischen Proselyten, sondern von eigentlichen, geborenen Juden Ich kann mich nicht genug wundem, wie der so verdienstvolle, sonst 80 scharf blickende Historiker auf diesen trithum veifiel. Vielleicht kann einer seiner zahlreichen Schaler darüber Aufschluss geben. Wien er-Oppeln. JLitterarische Notizen. Zur Hebung der vonDr.Deutsch inNr 20 bezeichnetenSch wierigkelt lasse ich die 2 Worte ופדיוני במוריה . als Appositi n zu den voranagegsngenen ,תשידיך ,TOI grammatisch aut Es ist hierbei Bezug genommen anf den Midrasch Tanchnma Levit 27, wo hervorgehoben wird, dase die Thieropfer, zum Ersätze der im heidnischen Altenheim eingefühlten Menschenopfer, im Israelitischen Heiligtbnme eingesetzt worden sind; da Mensebenopfer dem Herrn ein Gräuel sind, und Gott n i e in a ls befohlen hatte, zum Beispiel dem Mescba, dem Könige von Moab seinen erstgeborenen Sohn zu opfern, um das Kriegsglück zu gewinnen (II Regum 3, *7.) Für die Opferung insbesondere der Erstgeborenen bei Menschen trat demnach das Thieropfer im altjüdischen Cn'tns ein. Der Dichter der Elegie ist freisinnig genug, nicht das Erlöschen des Cnltus der Thienopler zu beklagen, von welchem auch die Propheten nicht mehr erhaut gewesen sind (Vgl. Jeasj. I, 1, 11—14), bedauert aber nur das Aufhören der ständigen Opfer!TTCD TO*, welche ';VHE ב0ריה einen Erzatz für die Aufopferung der Erstgeburt in dem nunmehr verwaisten Zion geboten hatten. Diese Anfiaaanng der appoeitionellen Stellung beregter 2 Worte ist nicht nur sprachlich gerechtfertigt, sondern stellt auch einen Paralle.ismua in dem Verse her, dessen Folgesatz mit dem Vordersätze in Ueberemstimmung ist and in alphabetischer Reihenfolge die Keime der mit den Buchstaben 7 und ח beginnenden Ausdrücke ausklingen lässt Dr. N. לעומר oder בעומר? Auf den Wunsch des Herrn L. Cohen-Kees am Rhein in Nr. 22 des geeeb. >rLitteratarblatt“ theile ich hier mit, dass, meiner Meinung nach, bei Messungen und Bestimmungen des Zeitwortes die Saffigirang mit ל bei dem betreffenden die Norm der Eintheilung aasdrückenden Namen dann angebracht ist, wenn das Maas• relativisch ist, sofern der gemessene Zeitmoment nicht in dem angegebenen Maa&astabe mit Nothwendigkeit enthalten, sondern zn demselben blos in Beziehung gebracht wird. Hingegen ■st bei Anwendung dee Suffixum כ mit absoluter Nothwendigkeit der gemessene Zeitmoment in dem Maasse desselben enthalten. Der Suffix ב drückt daher das Bleibende, ל das Veränderliche in der Zeitangabe an. So werden denn in dem rplB (Tropus, Datum) der Eheachliessungs- und Ebeeeheidungs-Urkande die feststehenden Wochen mit 'כ, die Monate, die Namen und Zahl nach, dem Wechsel unterworfen eind, stets mit *ל suffigirt. Gleicherweise wird, wenn von der Bejperungszeit eines Herrschers m der Bibel die Bede ist, z. B. Jerem. 45, 1 nnd 33, 1 das Suffix ל gebraucht, wenn aber vom Alter eines Regierende a die Sprache ist, das Suffix כ angewendet, z. B. IL Chronic. 24, 1. Offenbar wechselten die Ereignisse 'und Epochen einer Regierung, hin- Teräntwöit1n5däcteär1!?r?rä1nnerj7Iagc!ebürg!'7riiüE??en<nx Vom jüdischen Büchermarkt. Bei der Redacfion eind folgende Bücher zur Besprechung eingegangen: L Der Prozess toi Tisza>E;slär. Ein antisemitisches Culta1bi)d von Dr Paul Nathan. — Berlin, F. Fontaue & Co. 1892. (416 S) 2. Das prophetische Schriftthum. Exegetisch-kritische Studien von Wilhelm Reich . L Bd. Jesajas. — Wien, Oskar Frank’« Nachfolger. 1892. (278 S) 3 Ueber das Bach Jena. Exegetisch-kritischer Versuch von Rabbiner Dr. M Loewy. Wien Ch D. Lippe. 1892. (40 8) 4. Beiträge zur Geschichte der Essäer Von Dr N. J. Weinstein. Wien. Ch D' Hippe 1892. (92 S.) 5. Die Religionsfreiheit ia der Praxis. Von Prof. Dr. L. R. von Sali3 in Basel — Bern. K J Wyss 1892. (43 S.) 6. Das Gebet in Bibel ■ad Talmad. Von Nahida Remy. Berlin E. Apolant 1892. (43 S) 7. Der Jade wird verbrannt. Zeitgemässe Abhandlung von Willia m Schoppe. Dresden. W. C. Schoppe 1892. (32 S.) 8. Quellenschriften zur Geschichte der Judeu in Polen inabes. in Krakau. Von T. H. Wellstein. Krakau. A. Faust. 1892 (66 S. hebt■) 9. ס' אורח. ה״ם Von Cbsjim Schwarz. I. Th zweite Aufläge. Frank für־, a. M. J Kaufimann. 1892. (231 S hebr.) 10. דברי חכמים וחדותם Von Marcus Weissmann. 1. und 2. Heft. Selbstverlag. Wien II. Henninengasse 6 (Hebr.) 1L Was wisse■ wir über die Unsterblichkeit der Seele! Von Dr. Riemann Magdeburg. Heioriohshofen 1892. (47 3.) 12. Die kaggadisehea Elemente in den Homilien des pers. Weisen Aphraates. Von Dr S. Funk. J. Kaufimann. Frankfurt a M (66'S.) 13. Die Auferstehung. Rede am 7. Pessachtage Von Rabbiner Dr M.Horowitz Frankfurta. M J. Kaufimann. 1892.(11 S) 14. Weihegebet und Festpredigt bei der Synagogenweihe zu Neisse VonPred. M Ellgather. Selbstverlag. 1892. (14 S) 15. Abraham Jagi-l’s Katechismus Lekach-töb. Von Kabb. Dr. Maybaum (Seperatabdruck aus dem 10. Bericht d. Lehranatalt t cLWisaensch. d. Judenth ’s). Berlin. 1892. (188.) 16. Hebräische Syntax für Gymnasien. Von E. Peschke, Gymnaaial-Oberlehrer. Leipzig, B. Bredt. 1892. (45 3.) 17. Leone Hehre«. Neue Stadien von Rabb. Dr. Zimmels. Heft I (56 8.) Wien. 1892. M. Waizner & Sohn. 18. Dl« Trrae im Spiegel der Spruch Weisheit. Von Dr Leonh. Freund. Leipzig, Kössling’sche Bachh. 1892. (50 8.) 10. Beitrag znr Lösung dtr Judenfrage. Von Oscar Astfalck. 1892. Selbstverlag d. Verf.’s, Oöln, Steinatr. 21. (46 S.) 20. Illnstrirter lar. VoJkskalesder für 5653. Von Jakob W. Pascheies in Prag. (Forts, f.) üluhu. (trD. L.Wolff.) Magdeburg. Verlag: ttoo Friese,Leipzig.

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