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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-06-17 · N° 25. (17.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 25. (17.6.1892)
Date
1892-06-17
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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M 25. Jüdisehes Jafaix. m Litteratur-Blatt. 1af ■II fr Jiiwttai nl M■ UW—li«*■ Crrf «MI to PkUo- ■»kl«. »wiliM«, MMmiMi, TCmlaclr, OrtaitalU, (nuH. Hnallrtlk. UtucU a. riSaeseU. Hernusgegeben ▼oa Rabbiner Dr. Korits Rahmer. dzn 17. ekmi 1S92. 1 UtliratBT, wtiefc« Kt W«r4», t*4«• Um■ Blatt» ihpfcnKi 1-frMfM 4 flwiaar fM •v•! BinmIm•• bvi^Um «rttlft AuMik• ktm 41 r atla• bacfttaa• Des Utter*t«r-Bl»tt“ encbi in Leipaig bei Robert Friese) pro Jahrs a allen Foetanstalten nnd Bnchhanalnngen SBirl ■i Pf. för die gespaltene Petitxeile, Betlagea BnchhintUer n. Lehrer, welche direct «int wöchentlich in einem halben Bogen. Pirna bei allen Baohhandlongen anr 8 Bark. Abonnenten der -Israelitischen Woohcosohrift*, die vierteljährlich bei irk sahlen, erhalten das ״Jadische Litteretar-Blatt* gratis. — laserate werden mit mit 80 Bark, berechnet' and sind an die Expedition dieses Blattes sa senden . oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 8b g Rabatt. Inhalt: Wiae ensohattlicbe Aufsätze: Der ewge Jade. Eine litterarische Skizze von Heidt. Loevs (Forts.) — Zar Erklärung von Gen. 49,10.'Von Beruh. Koenigsberger. Litteraturbericht: Becensionen: The Jawish Quarterley Beview. (April-Heft) Lit terarische Notizen: Schlusswort Über d ie Tosephtastelle. Ketaboth c. XI. — Berichtigung. Bekiffter haskdrsst aus Siesasi Blstte Ist w)istt!estsitst Der ewige Jude . Eine litterarische Skizze von Heinrich Loewe. (Fortsetzung.) Noch eine zweite Erzählung kennt das deutsche "Volk, in der es das jüdische Volk zn symbolisieren ■oheint, und Heinrioh Heine giebt in seinem Gediohte Jehudah Halewi ganz deatliohe Fingers! >ige, wie man den ״Peter Soh lemi hl“ des Adalbert von Chamisso*) lesen soll, um diese Allegorie herauszafiaden. Wenn auch das Wort Söhlemihl in der Bednutung Pechvogel wie 80 viele andere Wörter, die dem Hebräischen entlehnt sind, den Deutschen aus dem Wörtersohatze der Gauner- und Diebessprache bekannt sind, 80 darf man dooh wohl annehmen, dass Chamisso eher das Wort dem deutsch-jüdisohen Dialekte entlehnt hat, wie er es von seinen jüdischen Freunden gehört hatte, vielleicht von Eduard Hitzig, ״der vorc em ein Itzig war“, und für dessen Kinder das Märohen verfasst worden ist. Es passt aber aaoh׳ noch als Lektüre für Kinder von fünfzig Jahren. Der Herr Peter Sohlemihl also, ein langbeiniger, linkischer Bursohe, der früher stets eine alte lange schwarze Kartka trag, kommt mit einem Empfehlungsbrief als armer Schlucker zu dem reichen Thomas John, und eins der ersten Worte, das er mit anhören muss, ist: ״Wer nicht Herr ist wenigstens einer Million, der int, inan verseihe mir das Wort, einSohuftl* Seafiiend erkennt Peter Sohlemihl die Wahrheit dieses Aus Spruches an. Sin stiller, hagerer, dünner, länglioher, äl luoher Mann in altfränkischem grautaftenem Rooku, — - es ist, mit ־Verlaub su meiden, Herr Urian, — de! aus seiner Booktasohe Fernrohre, Tejppiohe und i gesattelte Happen, ebenso wie engl isoh Pflaster bervonieht, lenkt die Aufmerksamkeit Sohlemibrs au: sioh. Auf dem nächsten Seitenwege kauft der Graimmun dem Sohlemihl seinen Schatten ab und hlndlg ie ihm dafür seinen Glüoksäokel ein, das Erbstüok des älten Fortunatus. Der Schatten hatte eben für ui seren guten *) Vgl. Froh E. L. Boohhols, Deutscher Unsterblichkeil V vgl. iteglanbe, Seite 198-188. Sohlemihl nioht mehr Wert, als für die Juden ihre eigene Ehre, ihre gesohiohtliohe Mission. Aber was jeder Neger, jeder Zigeuner sein eigen nennen darfj der 80hatten, fehlt dem armen Peter, nnd für alles Geld in der Welt vermag ihm kein Künstler, kein Professor eineu za malen. Seitdem ihm der Sohatten verloren gegangen, haftet ihm ein Makel an, den keine Geldsumme, kein Baiohtum vertuschen kann. Der Schattenlose kann ebenso wenig in das Sonnenlicht treten, wie der pflichtvergessene Jade an das Tageslioht. Eine Zeit lang and, 80 lange man Gold in Hülle und Fülle um sioh wirft, kann man es ja zurüokdrängen und sich selbst betrügen, aber nioht auf die Dauer. Peter wird von seinem Bedienten, der ihn bestohlen hat, seiner iiraut beraubt, und während man über den schattenlosen, ehrlichen Sohlemihl herfällt nnd ihn seines Beiohtums wegen prügeln und umbringen will, vollführt man um seinen diebisohen, durch seine Unehrliohkeit reich gewordenen Diener Basoal, detr aber seinen wohlgenährten Sohatten zeigen kann, einen Tanz um das goldene Kalb. Das Unglüok des Armen aber erreioht den Höhepunkt; er erwartet bangen Herzens und immer ängstlicher den Tag, die Stunde, die Minute, wo der Vertrag mit dem Graumann ablaufen 8011. Für ihn giebt es kein Glüok mehr, wenn er nioht seinen Sohatten, and damit seine Ehre vor der Welt wiedererhalt. Und mit der Tarnkappe bedeckt kommt der Graumann. Sofort wird ihm sein Wunsobsäokel aufgenötigt, er will aber nur gegen die Ver- Schreibung der Seele dem armen Sohlemihl seinen. Sohatten zurüokeretatten. Peter bittet, fordert, fleht, er will nioht das Geld, er will die Seele seines Opfers. Sohlemihl schreibt in seinen von Chamisso verönentliohten Manuskripten darüber folgendes: . loh seufzte schwer auf and nahm wieder das Wort: ״Aach also. Ich dringe darauf, mein Herr, lasst ans scheiden, vertreten Sie mir nioht langer den Weg aut einer Welt, die heflsatlieh geräumig genug ist für aas beide.‘׳ Er lächelte nnd erwiderte: ״Ich gehe, mein Herr, zuvor aber, will ich sie unterrichten, wie Sie zur klingeln können, wenn Sie je Verlangst nach Ihrem anterthäaigsten Knecht tragen sollten: Sie braashsn nar Ihren Säckel an sohAtteln, dass die ewigen Qoldst&oke darin rasseln, der Ton sieht mich augenblicklich an. Ein jeder denkt! aaf seinen Vorteil in dieser Welt: Sie sehen, dass ich auf Ihren sogleich bedacht bin, dann ich eröfhe Ihnen offen beaein• neos Kraft! — O diaaer Säckel! — IJad hätten gleich die Motten Ihren Schatten schon snfgefrssiwi, der w&rda noch ein starkes Bend!wischen ans sein. Gen■( nie haben mifck ■t 1 meinem Gold, eefahlen eie nach in der Ferne Aber Ihren Kaeag^ ■* Sie wissen, dass ich mich meinen Freuden dienstfertig (Samr ׳ erweisen kann, and dass die Reichen beeonrtwe sei 1el1 ,■ff/, stehen; Sie heben es salbet gesehen — Nur Ihren SeSrttZB, lMk׳f Herr — das lassen Sie skh gesagt sein — nie wieder als «sAer : einer emsigen Beding!!■(.״-

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