Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 24. (10.6.1892)
- Date
- 1892-06-10
- Page
- Seite 96 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/6492408-6575068-9806200--2525-4857468- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
96 York 1880 erschienenen Bach ,Die Jadenfrage in Deutschland* S. 56 ,Wer wie ich von den eigenen liebevollen Eltern an christlichen Festtagen im Hause eingeschlossen wurde, damit die in heiliger Proseesion voröbemehenden christlichen Raafbolde ihm nicht eine Sohmähnng ihrer Heiligthümer an den Hals lägen una seine Freiheit, oder gar sein Leben in Gefahr bringen mögen, der muss — mit Geissein reden.' Das Jndengemetzel in Prag unter Kaiser Wen sei 1389 war bekanntlich am Ostersonntag (18. April), am letsten Pexsachtage. Wie gefährlich mass erst in den ersten Jahrhunderten des Christenthams der Charfreiteg, überhaupt die g&nse Charand Osterwoche für die Juden gewesen sein. An einem solohem Erew Pessach, auf den Charfreitsg fiel, כערב ה&סח wurde einmal ein unmündiger Ja4enknabe von unbekannter Mörderhand getödtet, weil die väterlich-verwandten Pflegeeltern das Kind unbeaufsichtigt frei frei herumgehen liessen, and es nicht — wie jene l ,liebevollen Eltern* — an solch gefährlichen [ Tagen zu Hanse behielten. Damm 8011 man ihnen kein Kind an vertrauen. Dadurch verstehen wir auch die Leseart: כערכי פסחים in einer Tosephta - Handschrift. Darunter ist die Charwoohe, sind die Chartage als die Büsttage des Osterfestes gemeint. Es wird gelaatet haben כערכי פסחי הם, nnr ist ה das ausgefallen und geblieben פסחים.*) Die Schneider’sche Ausbeutung dieser Stelle aber erinnert nur zu sehr an den Fall in Corfu, wo diese Herren das ermordete Judenmädcben surChris tin und die christlichen Mörder za Juden machen wollten. Prag-Smicho w, 3. Juni 1882. Dr. Samuel Back. Litteratur bericht. Wünsche, Aug. Prof. Dr. theol. et phü., Midrasch Tehillim etc. Trier, Sigmund Mayer. 1891. (Forts.) Besprochen von Dr. Cohn-Bargkanstadt. Der dem fünften Proöm voranstehende Bibelvers (Spr. 25,6) ist ohne aggadische Ausführung geblieben, wie Buber richtig bemerkt. Das Proöm selbst, das mit ר״ יוק נרס לה beginnt, wird von Wünsche also übersetzt: ,R. Juden schloss damit, R. Pinchas machte damit den Anfang. R. Juden schloss damit; mit der Stelle, womit jener geschlossen, begann dieser. RJ Pinchas nahm als Einleitung zu seinem Vortrag etc.* Dagegen ist erstens zu bemerken, das niemals schliessen bedeutet, zweitens, dass sich die verschiedenen 7TI nicht auf die beiden Aggadisten R. Jadan und R. Pinchas, sondern auf die weiterhin erwähnten Patriarchen, sowie auf Mose und Dawid beziehen. Der Sinn der Stelle ist vielmehr folgender: ,R. Judan begann seinen einleitenden Vortrag zam ersten Psalm nicht — wie es üblich war — mit einem Bibelverse, sondern damit, dasser den Lehrsatz aufstellte:,כמקום שחתכן זד, פתח זד* ובמקדם שחתם זה פתח זד jDort, wo der eine (segnend) geschlossen hatte, fing der zweite an; dort, wo der zweite geschlossen, begann wieder der dritte u. 8. f.“ R. Pinohas, welcher *) Wir aalten die Diskaseion aber obige Stelle für erschöpft und werden ausser den noch bei una eingegangenen Erklärungen von Deutsch, Prager und Goldtahn keine mehr auf nehmen. ־ (Bad-) - . - VerantwOT5TBe5S5eST>r‘Krhmer^ägiIeinirg. Druck: Beadijcjk־ü.uhn (fr. D.L.W0111) jfagdebnrg. Verlag: Bob, k^riese, Leipzig‘ dem Inhalte naoh dasselbe vortrag, maohte ein regelrechtes Proöm (אריכא iprf!) und begann mit dem Bibelverse P8. 119,100. — Die Richtigkeit meiner Erklärung und Emendation ergiebt 8ioh aus den Parallelstellen, ש״ח לב״ר und den beiden Tanohuma *am Absohnitt דחי Nr. 17. — Der Satz'שמסר לו את הב׳ wird hier riohtig R. Neohemja zagesohrieben in Uebereiustimmang mit der nachfolgenden Controverse zwischen R. Judan, R Nechemja und ihren Collegen. Eine Aenderang des Namens in Tanohuma, wie Buber vermathet (Note 68), ist sohoa deshalb unzulässig, weil unser Proöm, wie Jeder sieht, direkt für den Psalter gemaoht ist, also vom Verfasser des Tanohuma cur aus Midrasoh Teheltim entlehnt sein kann, ln Bar. rabha 39 wird der Satz K. Neohemja’s übrigens nicht anonym, 80ndern im Namen des R. Berecbja erwähnt. — Das. S. 5, Z LI: ,Der dir des Segens würdig erscheint.* In der Ber. rabba 39 haben unsere Ausgaben: דחד לך, es ist aber dort und hier חעי לך (Jedem, der dir wohlgefallt) zu lesen. Im sechsten und letzten Proöm ist nach אתפלנות oder על סאן יתפלנח za 1e.-eu:על ידותון רב או־ ידוהון ממש ודי יוחק א' על הדתות ונר d. h. Ueber wen giebt es eine Controverse? Ueber Jedatbun. Rab. sagt, Jedathan sei ein Eigenname; R. Jochanan sagt, על ידותק Ps. 62. 77 bedeute: über die Strafartheile u. s. w. Das Schlusswort dieses Proöms רב קרא כל ספרא הללדד,, welches Wünsohe wörtlioh übersetzt: ,Rab nannte das ganze Bach הללויה soll naoh Buber’8 Erklärung und Emendation (בכל statt כל) die Mittheilung enthalten, dass Rab im ganzen Buche חללריה als zwei Worte gelesen habe. Soweit würde unser Midrasch mit Babli Pesaoh. 117a übereinstimmen, wo Rab erklärt, dass er diese Zweitheilung des Wortes in dem Psalmenexemplar seines Oheims R. Ghija gesehen habe. Allein Buber selbst hält es (Einleitung S. 4 Anm.) für unentschieden, ob der Redactor des Schocher-Tob den bab. Talmud gekannt habe. Im Jeruschalmi (Sacka 53 d, s. die Marginalerklärung das. und die zweite Erklärung im Korban-Eda z. St.) wird dagegen bewiesen, das Rab ,הללרד für ein Wort gebalten habe, und zwar für ein nicht heiliges, das aasradirt werden dürfe. Die Formel dafür lautet: נסחק ואינו נחלק• Demnach muss Rab der Ansicht gewesen sein, dass mit der letzten Silbe des Wortes nicht der Name Gottes bezeichnet wird, sondern dass es dasselbe wie תחלים bedeutet oder, wie in Bab. Pesaoh. a. a. 0. durch הללוהו בדלולי' דרכה zu erklären ist, weshalb auch Wünsche’s Uebersetzuug zulässig ersoheint. (Fortsetzung folgt.) L,itterarische Notixen. Leadon. Im Verlag von D. Natt erschien: ״Die Com.- Position der Genesis“ von HerrnE. J Tripp. Das Bach entr hält eine Analyse der Genesis in ihren wesentlichen Bestand• theilen mit verschiedenen Typen in Par&lleloolnmmen gedraokt and so weit thanlich in ihrer ursprünglichen Form wiedergegeben. Dem Bache sind 6 Karten zar Vwntnm-.hsnlir.hnng der Geschlechtsentwickelang der Patriarchen, ein Auszug aas der Legende von der Chaldftisohen Flath a. s. w. beigegehen. — Die Grään von Cork veröffentlicht in der New Review Charaktertypen im Bache der Proverbien. — In der Königlichen medizinischen Facaltät werden im Laote der Monate Mai and Jani folgende Vorträge gehalten: .Ueber Jerusalem* (Sir Charles Wilson); ,Ueber die Zakantt Palästina*# (Major Conder); ,Ueber die Naturgeschichte Palästina’s“ (Canonicns Tristram); ,Ueber die heutigen Palästina- Beisenden“ (Canonicus Dalton) a. i