Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 22. (27.5.1892)
- Date
- 1892-05-27
- Page
- Seite 88 (sequence 5)
- Language
- German
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■Ge*obiehte der Jaden in Deutschland*, das Jadensobreinsbneh der Laarenspfarre an Köln enthaltend, beraaegegeben and seaerainga mit Adolf Neabaaer Band 11 mit hebräisehea Berichten aar Qesohiohte der Jadeneerfolgangen in der Zeit der Kreaaaflge. M. 8p. Wünscht, Aag. ProfflDr.’theol. et phil, Midrasch Tehillim etc. Trier,(Sigmund Mayer. 1891. (Forts.) .Besprochen von Dr. C o b n - Bwtgkand stadt. 9 Im dritten Proöm wird קפתות daroh ״Anf-- regendes* wiedergegeben. Sichtigen in der Aaffegang Gesprochenes, Unüberlegtes, sornige Worte and Flüohe. Die Aggada betont nachdrücklich, dass der Psalter mit אמדי and nicht mit ארור beg&mt. — Das. Z. 17: ״er nmschrieb seinen Namen nach seinem Schöpfer.* Ich übersetse: er legte sich den! Beinamen seines Schöpfen bei. Diese Worte finden ihre Erklärung durch die Bemerkung unseres Midrasch im Anfang des P8. 86: הקב■־ ה נקרא חסיד ודוד קורא עצמו חסיד Dem Urbild der HeUigkeit nacheifernd, befleissigte sich D. einer lautem Sprache, einer edlen and heiligen Ansdrucksweise. Das rierte Proöm beginnt die Erklärung des Verses Pa $4, 12 mit der Bemerkung, dass häufig in der Bibel Gottes W underkraft mit den Kraftäusserangen seiner Schöpfungswerke verglichen wird, so a. B. Ps. 84, 12 mit der leuchtenden und wärmenden Sonnengluth, Arnos 3, 8 mit Löwengebrüll, Es. 43, 2 mit dem Bauschen der Wogen. Das zweite Beispiel fehlt in den meisten Handschriften und daher auch in anseren bisherigen Ausgaben; die Abschreiber dieses liessen es fort, wohl nicht wegen der Kühnheit des Bildes, sondern weil sie in jenem Verse keine Ver• gleichang mit der Gottesstimme fanden. Um dieser Schwierigkeit au begegnen, fügt Friedmann in seiner Mechilta-Ansgabe (Jitro 4) ein ונר hinzu. Ein besseres Heilmittel lehrt uns aber das Wörtchen וכתיב in den handschriftlichen Vorlagen Buber’e. Da eine neue Beweisstelle nicht mit וכתיב, sondern mit וא1&ר oder וכן הוא אומו־ beginnen kann, so haben wir hier eine kleine Lücke ansunehmen. Die Stelle ist m. E. folgendermassen zu emendiren: וב! הוא אומר אריה שאג וכתיב ד מציוץ ישאג וק הוא אומר וקולו כקול מים רבים Das. Z. 4: ,Heil den Propheten.* Die L. A. הצדיקים, die auch Jalkat zu Pa 84 hat, ist vorzuziehen, denn der Dichter dieses Psalms war kein Prophet. Beiläufig bemerke ich, dass hier von Anthiopmoipbien (&צורת אר, wie Baber Note 48 sagt) keine Bede ist. — Das. ״Denn Sonne d. i Abraham.* Es muss heissen: das bezieht sich auf Abraham. Nicht Abraham wird mit der Sonne u AK verglichen. Wie die Sonne von Osten her den Tag erweckt, so hat Gott Abraham erweckt. Er war ihm Schild und Schutzwehr und gab ihm fürstliches Ansehen, Gunst und Ehre, da er in Vollkommenheit vor Ihm wandelte. —־ Daselbsf: 80״ hat auch D. getagt etc.* In der That wäre als Abschluss des Proöms zu erwarten: לכך א' ידור, aber so lautet die Stelle nach keiner Handschrift und Aasgabe. Es scheint daher, dass אמו* חד mit dem folgenden Satze za verbinden ist. Allerdings hat dieser (TVO bispTOTOdarch Bubet’s Edition nichts von seiner Dunkelheit verloren, da er mit der zweiten Hälfte unseres Proöms in den beiden Hand- Schriften fehlt, denen Baber folgt, während die übrigMt Handschriften nichts Anderes ials die bisherigen A&giM}ea bieten. Einen Sinn würde die Stelle jedoch gehen, wenn man pTD für נאק, und fTI DT לד für!עו&די lesen würde. Sie würde folgenden Inhalt haben: Glücklich preist D. die Gerechten, die in Makellosigkeit vor Gott und nioht im Bathe dar Frevler wandeln, und wenn diesen letztem aaeh häafig das Glüok lächelt, so gemessen sie es nur bis aam Tage des Gerichts, bis Gott ihre Missethaten heimsucht, Ps. 1, 5. Unser Proöm würde demnaoh sieh nicht nur auf die ersten Worte, sondern auf den Gesammtinhalt des Psalms beziehen. (Forts, folgt.) Liitter&riaqpe Notiaen. בעומר oder לעומר? In Nummer 118 der ״Hasephirah* von lb91 theilt Herr Aron Jakob K lementinowaki eine interessante Ansicht aber das Omersählen mit, die naoh seiner Angabe aaf. einer neuen den Grammatikern bis beute anbekannten Hegel Aber die Form der Zeitbestimmung beruhen soll. Derselbe sagt: ״Beiden Zeitangaben sind 2 Falle su unterscheiden: *־ l פר« בתוך כלל •m die Einheit in der Gesammtheit. So bezeichnen die Worte שבוע (oder שכת) in den rabbiniachen Schriften einen Gesammtbegriff, welcher 7 Einzelbegriffe (ימים) umfasst; d׳e Worte שבוע oder שכת sind also Sammelnamen und wenn wir die Tage zahlen, sagen wir ראשון DY* כשבת (בשבוע) ,יום שני וכר bis zum letzten Wochentage Dies wäre daher ein begrenztes Zahlen; wir gelangen mit demselben zu einer End- oder Abechlusszahl, da in dem Geeammtbegriff ״Woche“ nicht mehr als 7 Tage gezahlt werden können. Es verhalt sich hiermit, wie bei kleinen Maassen, die in einem gröeeem Meaaae enthalten sind, z. B. das איפה (Sammelnamen) hat 10 עמר (Einheiten). 2. ספירת המרחק die Zeitentfernung. Denken ..wir uns s. B. einen Vorfall oder ein Ereigniss als Ausgangspunkt des Zählens und zahlen von diesem Zeitpunkte an so weit wir wollen, um za.bestimmen, wie viele Zeiteinheiten bis za dem Zeitpunkte, in welchem wir uns befinden, verflossen sind. Angenommen, dieser Ausgangspunkt wäre die Zeit des Auszuges der Kinder Israels aus Egypten und wir zahlten dann das erste, zweite, dritte Jahr nach dem Auszuge, so wäre dies ein unbegrenztes Zahlen, denn wir könnten es bis za einer anbestimmbaren Grenze fortsetzen. Nach den Hegeln der hebräischen Sprache zahlen wir nun im ersten Falle mit כ und im andern Falle mit *ל, wie 01 בחדש השלישי לצאת ב־י מארז מצריםer כשנת שלש י למלבן>■ s. w. Beim Zahlen der Monatstage bedienen wir ans jedoch beider Präpositionen, nkmlioh des ‘כ und ‘ל, denn das W ort חדש enthalt 1. den Begriff der Mondeeerneaerung עם המואס) wie in מחר חדש und לא שבת ולא חדש und ist in diesem Falle Ausgangspunkt für weiteres unbegrenztes Zahlen; dann enthalt es aber auch den Begriff eines Bammelnamens. der eine bestimmte Anzahl (29 oder 80) Tage, die von einem מולד bis zum nächstfolgenden gezah't werden, einschliesst. Das Zahlen dieser Tage wäre in diesem Falle ein begrenztes, welches mit dem 29. oder 80. abschliesat. Beim Zahlen der Monatstage können wir ans also ebensowohl des 'כ als des ‘ל bedienen und macht es hierbei keinen Unterschied, ob wir mit Grund- oder Ordnungszahlen zahlen. Das Omersählen beginnt nun bei einem gewissen Aasgangspunktej dem קצירת העומר, und könnten wir daher das Zahlen bis in eine unbegrenzte ,Form fortsetaen, wenn nicht das göttliche Gebot uns den 50. Tag dis Grenze gesetzt hätte. ־Wir sagen daher richtig לעומר mit ‘ל. Hierdurch findet auch die Frage ihre Beantwortung: ,Warum schreiben wir in einem Scheidebriefe כשבת *p7 "p mit ב׳ und כך וכך לחרש mit 'ל? Das zahlen der Tage der Woche ist nämlich das eines כתוך הכלל »"W und das Zählen der Tage eines M.'onats ein ספירת המרחק in Hinsicht auf den Begriff חרש in seiner Bedeuttmg als Mondemeuerang. Finden wir auch einzelne Beispiele beim Zahlen der Mpnatstage mit '3, •Iso als סי ,פר« כתוך הכלל haben doch die Gelehrten tfir den Sdieidebriet die andere Formel (mit 'ל) vorgeschrieben, weil sie sowohl 1י׳gisch als grammatisch die richtige ist.* _ Da die Grammatiker sich Aber diese verschiedene Zählweise nicht ausgesprochen haben, so wünscht dar Verfasser, die Ansichten der Gelehrten aber seinen Vorschlag, eine feststehende Hegel für das Zahlverfahren auf Grund •einer Aasfahrung in die Grammatik anfzunehmen, zu erfahren. Dieser Wunsch hat- •eine volle Berechtigung. L. Cohen-Rees am Rhein. ClnriaaatL Von Dr. Jastrow’s rabbinisohem Wörterbuch sind bis jetzt schon 5 Lief«rangen (bis zum Buchstaben ״Cheth“ incl.) erschienen und durch die hiesige Bachhandlung von Robert Clark u. Co. k 2 Dollars sn besinnen. Den 8 tu dlrenden der semitischen Philologie und der rabbiniachen Litte« ratar wird dieses Wörterbuch vortreffliche Dienste leisten. VarantwöTtLlieaacIeurEr. Ban mer, Magdeburg. Druct Bendixe Bahn (tr. D.JL Woltij Magdeburg. Verlag